Energiewirtschaft Bundesnetzagentur prüft Beschwerden gegen Billiganbieter

Zwei Energieanbieter sind ins Visier der Bundesnetzagentur geraten. Die Schlichtungsstelle Energie wirft Extraenergie und Almado vor, Vorschläge pauschal abzulehnen und Zahlungspflichten nicht zu erfüllen. Die Unternehmen weisen die Vorwürfe zurück.

Umspannwerk: Billiganbieter in der Kritik
dapd

Umspannwerk: Billiganbieter in der Kritik


Bonn - Die Bundesnetzagentur prüft eine Beschwerde der Schlichtungsstelle Energie gegen die beiden Billiganbieter Extraenergie und Almado. "Die Schlichtungsstelle hat Kontakt zur Bundesnetzagentur aufgenommen", sagte ein Sprecher der Regulierungsbehörde. Die Netzagentur werde die in einem Schreiben der Schlichtungsstelle erhobenen Vorwürfe gegen die beiden Anbieter prüfen.

Das "Handelsblatt" hatte unter Berufung auf einen Brief des Geschäftsführers der Schlichtungsstelle an deren Beirat berichtet, die Stelle habe die Regulierungsbehörde zu einer Prüfung der Lage bei den beiden Firmen aufgefordert. Die Bundesnetzagentur solle prüfen, ob "die personelle, technische oder wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Extraenergie GmbH und der Almado AG noch gegeben ist".

"Aus Sicht der Schlichtungsstelle ist das Verhalten beider Unternehmen in den Schlichtungsverfahren nicht länger tragbar", zitierte das "Handelsblatt" aus dem Schreiben. Extraenergie beispielsweise erkenne "pauschal sämtliche Schlichtungsempfehlungen nicht an". Zudem lehnten beide Unternehmen "die Zahlung der Fallpauschalen kategorisch ab und kommen so ihrer gesetzlichen Zahlungsverpflichtung gegenüber der Schlichtungsstelle nicht nach". Die Schlichtungsstelle wolle beide Unternehmen deshalb verklagen.

Die Schlichtungsstelle soll Streitigkeiten zwischen Verbrauchern und Energieversorgern außergerichtlich beilegen. Sie wird von den Verbänden der Energiewirtschaft, Verbraucherverbänden und Energieanbietern getragen.

Beschwerden von Verbrauchern

Extraenergie und Almado wiesen die Vorwürfe zurück. Der Vorwurf sei "falsch", dass Extraenergie Schlichtungsempfehlungen pauschal nicht anerkenne und Fallpauschalen kategorisch ablehne, sagte Geschäftsführer Samuel Schmidt dem "Handelsblatt". Schmidt kritisierte jedoch die Höhe der Gebührensätze der Schlichtungsstelle. Die Pauschalen lägen "deutlich höher" als die entstehenden Kosten. Die Schlichtungsstelle mache dadurch Gewinn.

Ähnlich argumentierte Almado. Das Unternehmen stelle in Frage, ob die von der Schlichtungsstelle Energie erhobenen Fallpauschalen von der Höhe her berechtigt seien, zitierte das "Handelsblatt" aus einer Erklärung des Unternehmens. Grundsätzlich aber arbeite das Unternehmen mit der Schlichtungsstelle "bezüglich der Lösung von Kundenanliegen sehr gut zusammen".

Dem Bericht zufolge sorgen Almado und Extraenergie mit für die meisten Anfragen von Verbrauchern bei der Schlichtungsstelle. Die Schlichtungsstelle Energie war im Oktober 2011 ins Leben gerufen worden nach der Pleite des Billig-Energieanbieters Teldafax. In diesem Jahr ist mit Flexstrom ein weiterer Energiediscounter in die Insolvenz gerutscht.

cte/AFP



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