Bundesstraßen-Maut Speditionen benutzen wieder mehr Autobahnen

Die Kritik der Maut-Gegner greift offenbar zu kurz: Nach der Ausweitung der Lkw-Gebühr befürchteten sie einen Ansturm schwerer Laster auf die Landstraßen. Doch eine Untersuchung des Verkehrsministeriums widerlegt jetzt die Einwände.


Berlin - Die Ausweitung der Lkw-Maut auf größere Bundesstraßen vor rund eineinhalb Jahren hat nach amtlichen Berechnungen nicht dazu geführt, dass Laster massenweise auf kleinere Straßen ausweichen. "Vielmehr ergeben sich umfangreiche Rückverlagerungen auf das Autobahnnetz", heißt es in einem Bericht des Bundesverkehrsministeriums.

Die seit August 2012 geltende Mautpflicht auf 1100 Kilometern gut ausgebauten Bundesstraßen mit zwei Spuren je Richtung habe "nur in extrem wenigen Ausnahmefällen" zu Mehrbelastungen des nachgeordneten Straßennetzes geführt. Union und SPD wollen die vornehmlich auf Autobahnen geltende Straßengebühr laut Koalitionsvertrag auf sämtliche Bundesstraßen ausdehnen.

Nach anfänglichen Problemen war das satellitengestützte System Toll Collect 2005 gestartet und funktioniert seitdem problemlos. Allerdings ist die Erweiterung mit der vorhandenen Technik praktisch nicht möglich. Schon die Ausweitung auf die Bundesstraßen führte die Hardware an die Kapazitätsgrenze.

Die Erweiterungspläne werden sich aber noch aus einem anderen Grund hinziehen: 2018 läuft der Vertrag mit dem Betreiberkonsortium um Daimler und die Deutsche Telekom aus. Wer danach für die Eintreibung der Straßengebühr zuständig sein soll, ist noch nicht entschieden. Nach Überzeugung von Fachleuten hat der Bund ohnehin kaum noch Handlungsspielraum, weil eine europaweite Ausschreibung rund fünf Jahre in Anspruch nehmen würde. Vor dem Betrieb in Eigenregie scheut Verkehrsminister Alexander Dobrindt aber zurück.

mik/dpa

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