Privatanleger Bund steigt aus Geschäft mit Schatzbriefen aus

"Günther Schild" sollte Anleger für Bundespapiere begeistern, jetzt aber hat die alte Werbe-Schildkröte ausgedient: Nach Informationen des "Handelsblatts" steigt der Bund aus dem Geschäft mit privaten Kunden aus. Zuletzt soll das Geschäft nur noch minimal zur Refinanzierung des Staates beigetragen haben.

Schildkröte "Günther Schild" neben Bullen und Bären: 330.000 Konten vorhanden
DPA

Schildkröte "Günther Schild" neben Bullen und Bären: 330.000 Konten vorhanden


Berlin - "Die entspannendste Geldanlage Deutschlands" - mit diesem Slogan wirbt die Finanzagentur für das Investment in Bundespapiere. Das dazugehörige Maskottchen: Günther Schild, eine brillentragende Schildkröte. Doch nun soll damit Schluss sein: Der Bund steigt laut "Handelsblatt" aus dem Geschäft mit privaten Anlegern aus.

Wie die Zeitung berichtet, können Privatkunden nur noch bis Ende 2012 ihr Geld über die Finanzagentur direkt in Bundesschatzanweisungen, Bundesobligationen und Bundesanleihen investieren. Danach sei der Erwerb nur noch über Kreditinstitute möglich.

Derzeit hätten private Kunden rund 8,5 Milliarden Euro auf gut 330.000 Konten angelegt. Was mit diesen Konten passiert, ist bislang unklar. Über die Veränderung habe das Bundesfinanzministerium die Mitglieder des Bundesfinanzierungsgremiums - einem Unterausschuss des Haushaltsausschusses - in einem Brief informiert, hieß es. Begründung: zu hohe Kosten. Zuletzt solle das Geschäft mit Privatkunden weniger als zwei Prozent zur Refinanzierung des Staates beigetragen haben.

yes/Reuters

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insgesamt 65 Beiträge
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Seite 1
scissor 03.07.2012
1. Klasse
... und ich muss dann für den Erwerb über die Banken wieder mal Gebühren bezahlen. Beim Direkterwerb über die Finanzagentur war das nicht nötig. Wenn ich das schon höre: Die Kosten sind zu hoch. Dafür bezahle ich doch bereits Steuern. Die Bürger gelten im eigenen Land nichts mehr. Alles zum Wohle der Banken ist die Devise.
Estorilblau 03.07.2012
2. Staat zieht sich zurück vom Dienst am Bürger
Der Staat zieht sich zurück vom Dienst am Bürger, seine neuer Partner sind die Banken. Prima, wenn man weiß, daß der Staat eigentlich die Interessenvertretung seiner Einwohner sein sollte.
genugistgenug 03.07.2012
3.
---Zitat--- Zuletzt soll das Geschäft nur noch minimal zur Refinanzierung des Staates beigetragen haben. Bundeswertpapiere: Bund steigt aus Geschäft mit Schatzbriefen aus - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,842214,00.html) ---Zitatende--- Sobald es um die Kohle geht scheinen viele nicht mehr so blöd/willfährig sein, wie es diese Büro-Politikratten gerne hätten.
Social_Distortion 03.07.2012
4.
Zitat von sysopDPA"Günther Schild" sollte Anleger für Bundespapiere begeistern, jetzt aber hat die alte Werbe-Schildkröte ausgedient: Nach Informationen des "Handelsblatts" steigt der Bund aus dem Geschäft mit privaten Kunden aus. Zuletzt soll das Geschäft nur noch minimal zur Refinanzierung des Staates beigetragen haben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,842214,00.html
Der Bund hat ja kein Geld mehr. Die "Refinanzierung" des Staates erfolgt doch mitttlerweile über unkontrollierte Schuldenaufnahme. Das Arbeiten mit mit realen Finanzwerten ist out. Mach Schulden, mach, daß andere Schulden machen.... (Leitsatz der Eurology - Sekte, der laut einem Geheimdossier fast alle führenden europäischen Politiker angehören) ;)
verstehnix 03.07.2012
5. Sie haben es nicht mehr nötig
Für das Verleihen von Geld, gibt es normalerweise Geld. Sie wollen es umsonst und bekommen es von der EZB.
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