Umstrittener Franchisenehmer Erste Burger-King-Filialen schließen

In München haben die ersten Burger-King-Filialen des umstrittenen Franchisenehmers Yi-Ko dichtgemacht. Einem Gewerkschafter zufolge gibt es die Chance für die Mitarbeiter, unter einem neuen Betreiber weiterzuarbeiten.

Burger-King-Filialen im Hauptbahnhof München (23.11): Ware fehlt
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Burger-King-Filialen im Hauptbahnhof München (23.11): Ware fehlt


München/Berlin - Die Ware blieb aus, dann musste der umstrittene Burger-King-Franchisenehmer Yi-Ko die ersten Filialen schließen. So machten Fast-Food-Restaurants in München sowie Berichten zufolge auch in Köln oder Fulda zu. Der Interimsgeschäftsführer von Yi-Ko, Dieter Stummel, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Yi-Ko betreibt bislang 89 Filialen mit insgesamt rund 3000 Beschäftigten. Burger King hatte vergangene Woche die Verträge mit dem größten deutschen Lizenznehmer Yi-Ko Holding fristlos gekündigt. Zuvor hatte es Berichte über Hygienemängel und schlechte Arbeitsbedingungen gegeben. Mit der Kündigung mussten die Filialen umfirmieren und wurden nicht mehr von Burger King beliefert.

Im Aushang einer Filiale in München wurde die vorläufige Schließung auch mit einer Einstweiligen Verfügung begründet, die Burger King gegen Yi-Ko erwirkt hatte. Demnach darf Yi-Ko das Firmenlogo von Burger King sowie Produktbezeichnungen nicht mehr nutzen. Außerdem stand auf dem Aushang mit Blick auf die Schließung: "Wir sind zuversichtlich, dass es sich dabei nur um eine kurze Zeit, im Idealfall von wenigen Tagen, handelt."

Droht Yi-Ko das Aus?

Ein Sprecher von Burger King hatte gesagt: "Wir haben eine Einstweilige Verfügung am Landgericht München erwirkt und sehen derzeit keinen Grund, auf die Durchsetzung zu verzichten." Yi-Ko hatte nach einem Bericht der "Rheinischen Post" Widerspruch gegen die Verfügung eingelegt. Die Entscheidung des Gerichts werde in dieser Woche erwartet. Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge steht Yi-Ko womöglich ohnehin vor dem Aus.

Bei der Gewerkschaft NGG setzt man auf eine andere Karte. Es gebe die Chance, dass die Filialen unter einem neuen Betreiber fortgeführt werden könnten, sagte Guido Zeitler, Referatsleiter für das Gastgewerbe bei der NGG.

Burger King erwartet allerdings keine baldige Lösung im Streit mit Yi-Ko. "Wir können nicht versprechen, dass und wie schnell es eine Lösung gibt", sagte Andreas Bork, der Deutschland-Chef von Burger King, der "Welt am Sonntag". Zwar werde derzeit mit Hochdruck daran gearbeitet, die 89 betroffenen Restaurants in eine neue Eigentümerstruktur zu überführen, um so viele der 3000 gefährdeten Arbeitsplätze wie möglich zu sichern. Die Situation sei aber hochkomplex. "Das hängt ganz maßgeblich von Yi-Ko ab. Wir sind nur der Franchisegeber. Sämtliche Mietverträge laufen über Yi-Ko und auch die Mitarbeiter sind dort angestellt", sagte Bork.

yes/dpa



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kaeptn_blau 24.11.2014
1. Tod auf Raten
Der frühere Geschäftsführer und Noch-Eigentümer hat Einfluss auf das Tagesgeschäft genommen. Na das ist ja eine Überraschung! Wer hätte das gedacht? Die Kündigung wäre vor einigen Monaten überzeugend gewesen, jetzt wirkt es nur noch hilflos. Gut dass ich in diese Läden keinen Fuß mehr gesetzt habe.
ketzer2000 24.11.2014
2. Vollkommen korrekt
Ein Geschäftsmodell, dass auf Ausbeutung der Arbeitnehmer und zusätzlich Hygienemängeln basiert, darf in D keinen Bestand haben, da die entstehenden Kosten zur Deckung des Lebensunterhalts der Arbeitnehmer vom steuerzahlenden Bürger getragen werden. Leider haben solche Modelle mittlerweile schon seit Jahren Konjunktur, befeuert durch eine Politik, deren Träger durch neoapitalistische Ideen der Atlantikbrücke infiziert sind und nur an ihre eigenen Interessen denken. Dass CDU/ CSU daran beteiligt sind, wundert von Hause aus nicht, dass SPD und Grüne auch dabei sind, verwundert doch ein bisschen. Aber "Pecuniam non olet"!
tomatentakel 24.11.2014
3.
Gut so! Dieser Ausbeuter hat dem Image von BK großen Schaden zugefügt. Die Kündigung war daher nur konsequent.
BlakesWort 24.11.2014
4.
Und der neue Betreiber ist dann wieder nur ein Strohmann der alten Ausbeuter.Wetten?
harryklein 24.11.2014
5. Franchise
Vielleicht ein Anlass für Burger King, das Franchise-Konzept zu überdenken. Gerät man wie im Fall Yi-Ko an dubiose Leute, ist schnell das Image des kompletten Unternehmens in Gefahr. Andereseits fragt man sich angesichts von Yi-Ko, ob die Franchise-Nehmer nicht vernünftig überprüft werden, vor allem, wenn sie fast 100 Filialen betreiben.
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