Fast-Food-Franchise Burger King tauscht Geschäftsführer nach Wallraff-Bericht aus

Die skandalösen Zustände in Burger-King-Filialen haben personelle Konsequenzen. Der umstrittene Franchise-Unternehmer Ergün Yildiz ist als Geschäftsführer zurückgetreten.

Burger-King-Pommes: "Wir bedauern zutiefst"
AP/ Burger King

Burger-King-Pommes: "Wir bedauern zutiefst"


Berlin - Burger King zieht weitere Konsequenzen aus den Günter-Wallraff-Enthüllungen von Hygieneverstößen und schlechten Arbeitsbedingungen: Im betroffenen Unternehmen Yi-Ko-Holding ist am Montag die Geschäftsführung ausgetauscht worden. Der umstrittene Franchise-Unternehmer Ergün Yildiz sei mit sofortiger Wirkung zurückgetreten, teilte die Burger King Beteiligungs GmbH am Montagabend in München mit.

Nicole Gottschalk, seit 20 Jahren in der Systemgastronomie und bei Burger King für die Betreuung sämtlicher Franchise-Nehmer zuständig, trete an seine Stelle. Außerdem solle in den nächsten Tagen ein neuer kaufmännischer Leiter ernannt werden..

In der vergangenen Woche hatte RTL in der Sendung "Team Wallraff - Reporter Undercover" über schlechte Hygiene- und Arbeitsbedingungen in Restaurants des selbständigen Lizenznehmers Yildiz berichtet, der mehrere Burger-King-Filialen betrieben hat.

Der verdeckt arbeitende Reporter Alexander Römer hatte in der Sendung angegeben, dass Lebensmittel, die nach internen Richtlinien nicht mehr verwendet werden durften, mit neuen Etiketten versehen und weiter verarbeitet wurden. Das betroffene Unternehmen wird außerdem seit Monaten von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) wegen schlechter Arbeitsbedingungen kritisiert.

"Werden alles tun, um Vertrauen zurückzugewinnen"

Daraufhin hatte die Burger-King-Zentrale mit Sonderinspektionen bei dem Unternehmer begonnen und zwei Restaurants vorübergehend geschlossen.

"Wir bedauern zutiefst, das Vertrauen unserer Gäste enttäuscht zu haben, und werden alles tun, um ihr Vertrauen zurückzugewinnen", teilte der Geschäftsführer der Burger King Beteiligungs GmbH, Andreas Bork, am Montag mit. Alle Entscheidungen der neuen Geschäftsführung würden künftig von Burger King überprüft. Ziel sei es, die Missstände in den Restaurants des betroffenen Unternehmens sofort zu beseitigen. Die Einhaltung der Qualitätsstandards und faire Arbeitsbedingungen sollen nach Borks Angaben sichergestellt werden.

Die Geschäftsmethoden von Ergün Yildiz scheinen jedoch kein Einzelfall zu sein. Nach Berichten von ehemaligen Mitarbeitern soll auch der Göttinger Systemgastronom Bernd Leinemann seine Filialen nach dem gleichen Strickmuster geführt haben: Leistungsdruck, unbezahlte Überstunden und Vorgaben für Arbeitsabläufe, die eine Beachtung der Hygienevorschriften im Prinzip unmöglich machten. Der Unternehmer wies die Vorwürfe zurück.

sun/dpa

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insgesamt 197 Beiträge
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Der Edelmann 05.05.2014
1. Das geht auch markenübergreifend
Ähnliche Zustände gibt es auch bei mindestens einem Franchisenehmer des Mitbewerbers mit dem gelben M.
Fidelius 05.05.2014
2. Ein Witz!
Ok. Geschäftsführer ist er nicht mehr. Aber Gesellschafter seiner Holding bleibt er. Was für ein Erfolg!
hauptsache_dagegen 05.05.2014
3. Stickmuster?
Beim letzten Absatz wird man ja direkt zynisch: "Leistungsdruck, unbezahlte Überstunden und Vorgaben für Arbeitsabläufe, die eine Beachtung der Hygienevorschriften im Prinzip unmöglich machten." kann man genauso in jedem zweiten Altenheim finden. Ich warte ja nur auf die Meldung, dass Wallraff von McDonalds geschickt wurde, um deren Genfood-Geschichte aus den Schlagzeilen zu bringen. Nicht falsch verstehen: Burger King ist weder gesund, noch sympathisch. Wie eben alle Junkfood-Ketten - das sollte jedem eigentlich klar sein.
fiftysomething 05.05.2014
4. Ach ja....
Aktionismus! Die Geschäftspraktiken bleiben die gleichen. Das die das nicht raffen.... Warum ist BK nicht ne Premiummarke, wo die Burger in der Faltschachtel genauso aussehen wie auf den Werbeplakaten. Und dann noch zu den jetzt gültigen Preisen? Genau, weil damit kein Geld zu verdienen ist. Das geht eben nur mit den bisher praktizierten Methoden... Wenn die Wogen sich wieder geglättet haben, trabt die Empörungsmeute eben zur nächsten Aufregung. Wallraff ist bestimmt schon wieder Undercover unterwegs... Ich freu mich drauf!
jena 05.05.2014
5. Was fuer eine Farce
Ergün Yildiz und Alexander Kolobov sind 50/50 shareholder in der Yi-Ko Holding GmbH - da werden nur strohmaenner zwischengeschaltet. ein bischen recherche lieber spiegel...
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