Streit beigelegt Burger King gibt Skandal-Franchisenehmer wieder Lizenz

Lange dauerte die Hängepartie nach dem Streit über Hygiene und Arbeitsbedingungen - nun ist die Zukunft von 84 Burger-King-Filialen geklärt. Der Konzern hat dem größten deutschen Franchisenehmer wieder eine Lizenz erteilt.

Burger-King-Filiale in Frankfurt (November 2014): Restaurants gerettet
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Burger-King-Filiale in Frankfurt (November 2014): Restaurants gerettet


Seit Dezember operierten die Restaurants lediglich mit einer vorläufigen Lizenz. Nun hat sich Burger King mit seinem größten deutschen Franchisenehmer auf den Weiterbetrieb von 84 bedrohten Filialen geeinigt. Wie der Konzern mitteilte, erhält der Unternehmer Alexander Kolobov mit seiner Firma Schloss Burger GmbH (SBG) die notwendige Lizenz für die Restaurants mit ihren rund 3000 Mitarbeitern.

Die Einigung wurde von der Gewerkschaft NGG begrüßt. Damit gehe eine lange Hängepartie für die Beschäftigten zu Ende, sagte ein Sprecher. Nun hätten die Mitarbeiter Klarheit über die Zukunft.

Im November 2014 hatte Burger King dem Lizenznehmer fristlos gekündigt und die Belieferung mit den Zutaten für die Burger und anderen Produkte gestoppt. Damals firmierte das Unternehmen noch unter dem Namen Yi-Ko und betrieb 89 Filialen.

Ende April 2014 hatte ein RTL-Team um den Journalisten Günter Wallraff mutmaßliche Verstöße gegen vertraglich vereinbarte Arbeitsbedingungen öffentlich gemacht. Zudem berichteten Mitarbeiter über schwerwiegende Hygienemängel in Yi-Ko-Filialen. Miteigentümer Ergün Yildiz musste damals gehen, sein russischer Geschäftspartner Alexander Kolobov übernahm die Firma. Am 10. Dezember musste die Betreibergesellschaft Insolvenz anmelden, nach einer Finanzspritze von Kolobov konnte der Insolvenzantrag aber Ende Januar wieder zurückgenommen werden.

Seither liefen die Gespräche über eine Lösung für die Restaurants. Die ist nun gefunden. In den Filialen seien wieder faire Arbeitsbedingungen geschaffen und ausstehende Zahlungen beglichen worden, teilte Burger King mit. Es werde daran gearbeitet, dass die Filialen "entsprechend der hohen operativen Standards der Marke Burger King betrieben werden." Auch sei die Betreiberfirma wieder Mitglied im Bundesverband der Systemgastronomie und zahle ihren Mitarbeitern Tariflöhne.

In Deutschland gibt es insgesamt rund 700 Burger-King-Restaurants, die von Lizenznehmern betrieben werden. Nach dem Neustart ist Kolobov, der auch in Russland rund 250 Filialen der Burger-Kette betreibt, auch weiterhin der größte Lizenznehmer.

fdi/dpa

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insgesamt 35 Beiträge
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Seite 1
Trainspotter 02.06.2015
1. Streit beigelegt?
So wird das ganze also abgetan. Als ein simpler "Streit". Normal würde ich sagen, wer da hingeht, hat nichts besseres verdient, aber man sollte wenigstens da rein gehen können, ohne Angst davor haben zu müssen krank zu werden!
langenscheidt 02.06.2015
2. Blinde Gewerkschaft
84 Mitarbeiter, die jahrelang Hygienemängel zuliessen und bewirtschaften, haben wieder Zukunft. Guten Appetit!
BeratungsconsultingWirkes 02.06.2015
3. Richtig so
Jetzt kann da weiter be- und verdient werden. Was die Hygieneprobleme betrifft: Die werden überschätzt. Die meisten der gängigen Bakterienarten, die dem Menschen schädlich werden könnten, überleben zwar in verdreckten Küchen, sterben beim Kontakt mit den Lebensmittelzusätzen aber sofort ab. Was die Arbeitsbedingungen betrifft ist das alles auch nicht weiter tragisch, es gibt genug Menschen, die auch für 3,50 bar arbeiten, bedenken Sie bitte auch das Schicksal traumatisierter Flüchtlinge ohne arbeitserlaubnis.
merh36 02.06.2015
4.
Das ist nur noch ein weiterer Grund diese Fastfoodkette zu meiden. Die Burger schmecken schon seit Jahren nicht mehr gut.
ohne_mich 02.06.2015
5. Gott sei Dank...
Gott sei Dank kursiert eine Liste mit den Filialen, die von diesen "sauberen" Herren betrieben werden - um die kann man dann schön einen großen Bogen machen. Schade nur für die Angestellten. Kann man eigentlich "Selbst schuld!" sagen, wenn jemand wissentlich bei solchen Personen zu arbeiten anfängt?
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