Milliarden-Übernahme Burger King will Firmensitz nach Kanada verlegen

Der Fast-Food-Riese Burger King will die kanadische Donut-Kette Tim Hortons übernehmen und seine Firmenzentrale ins Nachbarland verlegen. Die deutlich niedrigeren Steuern in Kanada dürften ein Grund dafür sein. Widerstand aus Washington ist wahrscheinlich.

Burger-King-Filiale in Miami: Auf dem Absprung Richtung Kanada
AP

Burger-King-Filiale in Miami: Auf dem Absprung Richtung Kanada


Miami - Die amerikanische Fast-Food-Kette Burger King erwägt eine Übernahme der kanadischen Kaffee- und Donut-Kette Tim Hortons und eine Verlegung ihrer Zentrale nach Kanada. In einer gemeinsamen Stellungnahme bestätigten die beiden Firmen einen entsprechenden Bericht des "Wall Street Journal".

In der Mitteilung heißt es: "Die neue börsennotierte Firma hätte ihre Zentrale in Kanada, dem größten Markt der gemeinsamen Firmen." Die Unternehmensteuer in Kanada ist niedriger als in den USA und liegt derzeit bei 15 Prozent.

Die Unternehmen würden es nach Angaben des "Wall Street Journal" gemeinsam auf einen Marktwert von rund 18 Milliarden Dollar bringen. Sie hätten 18.000 Restaurants in 100 Ländern und wären damit nach eigenem Bekunden das drittgrößte Fast-Food-Unternehmen der Welt.

Vom Gesamtwert entfallen etwa 8,4 Milliarden Dollar auf Tim Hortons, das derzeit die größte Restaurantkette Kanadas ist. Burger King ist nach McDonald's Chart zeigen der zweitgrößte Burgerbrater der Welt. Das neue Unternehmen würde mehrheitlich weiter der Investmentfirma 3G Capital gehören, die Burger King 2010 gekauft hatte.

Der geplante Deal dürfte in der US-Politik auf scharfe Kritik stoßen. In jüngster Zeit hatten bereits andere Unternehmen ihre Zentrale über Fusionen ins Ausland verlagert, darunter die Pharmafirmen AbbVie und Mylan. Die US-Regierung prüft nun Schritte, um weitere Abwanderungen zu verhindern. Präsident Barack Obama warf den Firmen einen Mangel an "wirtschaftlichem Patriotismus" vor.

dab/dpa/AP

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insgesamt 110 Beiträge
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Steve Holmes 25.08.2014
1.
Demokratie bedeutet wählen zu können. Dazu gehört aber auch die Wahl des Wohn- bzw. Firmensitzes. Und im Wettbewerb stehen nicht nur die Unternehmen sondern auch die Staaten und das ist auch gut so.
ratxi 25.08.2014
2. Letzter Anker
Mangel an "wirtschaftlichem Patriotismus"? Genau, na klar. Diese Keule wird ja immer wieder gerne geschwungen, wenn die Argumente ausgehen. So wie der "Patriotismus" weltweit dem lernlangsamen Erdenbürger als letzter Anker dient, so brauchen ihn eben auch die Politiker...
LebensKunst 25.08.2014
3. Der Kapialismus kennt keinen Patriotismus!
Sobald der Profit ein wenig höher ausfälllt wandern diese Heuschrecken aus. In Deutschland werden solche Unternehmen meist staatlich alimentiert um zu bleiben.
frank.fitzke 25.08.2014
4. Niederlande als..
... Steuerparadies für Burger King, Starbucks und Google sollten wir dann auch endlich unterbinden !
fatherted98 25.08.2014
5. Und ich dachte...
...in Delaware wären die Steuern bereits am unteren Ende...gehts in Kanada noch billiger? Wahrscheinlich zeigt uns jetzt die USA wie es gehen muss...indem Gewinne dort versteuert werden wo sie anfallen...mal sehen ob die Amis das hinkriegen...dann zieht Europa ganz schnell nach.
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