Lebensmittel Butterpreis steigt um 70 Prozent in nur einem Jahr

Die Verbraucher wissen es gefühlt schon seit Wochen, jetzt ist es amtlich: Der Preis für Butter ist so stark gestiegen wie seit 26 Jahren nicht mehr. Die Gründe sind vielfältig.

Butterbrot
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Butterbrot


Der Butterpreis ist im September so stark gestiegen wie seit 26 Jahren nicht mehr. Das Speisefett habe gut 70 Prozent mehr als vor einem Jahr gekostet, teilte das Statistische Bundesamt mit. Diese Zunahme war den Angaben zufolge der stärkste Anstieg in einem Einzelmonat seit 1991.

Deutlich teurer wurden im Vergleich zum Vorjahr auch Molkereiprodukte. Sahne, Milch und Quark kosteten jeweils etwa 30 Prozent mehr. Bei Schnitt- und Hartkäse stiegen die Preise um mehr als elf Prozent, für Joghurt mussten die Verbraucher fünf Prozent mehr zahlen.

Die Gründe für den hohen Butterpreis sind vielfältig. Laut Bauernverband ist die Nachfrage nach fetthaltigen Produkten im In- und Ausland gestiegen, Butter habe ein besseres Image als zuletzt, zudem werde mehr Käse hergestellt, für den der Rahm der Milch gebraucht wird. Hinzu kommt, dass sich die Preise für Milch seit rund einem Jahr wieder stabilisieren.

Die aktuellen Preiserhöhungen bei den Erzeugern werden laut Bundesamt auch an den Großhandel und letztlich an den Endverbraucher weitergegeben. Der Butterpreis im Supermarkt liegt auf einem historischen Hoch. Ein 250-Gramm-Päckchen kostet bei Discountern seit Anfang September 1,99 Euro. Im April lag der Preis noch bei 1,19 Euro. Andere Supermärkte orientieren sich üblicherweise an den Discounterpreisen.

apr/dpa/AFP



insgesamt 82 Beiträge
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helgemnielsen 16.10.2017
1. Butterpreis
Wenn díe Preiserhöhung zu 100% bei den Erzeugern ankommen würde, wäre ich bereit diesen Preis zu zahlen. Aber wie immer bleibt das meiste Geld in den Taschen des Handels hängen. ALDI und Lidl bestimmen den Preis, nein - sie bestimmen den Einkaufs - und Verkaufspreis. Und die Spanne, die sich dazwischen auftut, fließt in die Tasche des Handelsunternehmens. Die Landwirte, auch Erzeuger genannt, bekommen vielleicht ein Zehntel des Gewinns des Handels. So nicht.
tomwessel85 16.10.2017
2.
Da Butter für eine gesunde Ernährung nicht notwendig ist, kann das Luxusprodukt ruhig entsprechend bepreist sein.
WiderstandsgewächsII 16.10.2017
3. gut so,
denn die Bauern konnten nicht vom Verkaufspreis leben, die Verbraucher schmeißen zuviel weg, weil Lebensmittel zu billig sind, viele Verbraucher sind leider übegewichtig, weniger Fett mehr Gemüse hilft da, es gibt also kaum Argumente gegen den gestiegenen Preis!
rascher 16.10.2017
4. Was heißt da gefühlt?
Wenn ich den Butterpreis von vor einem Jahr mit dem jetzigen vergleiche, sind das weit mehr als 100 Prozent. Damals 0,89 Cent heut 1,99 Cent. Nicht gefühlt, sondern tatsächlich. Man hat den Eindruck, das Statistische Bundesamt möchte die tatsächliche Inflation klein reden. Die Erfahrung habe ich nicht nur beim Butterpreis gemacht, sondern auch bei einer Reihe von anderen Produkten.
oil-peak-fan 16.10.2017
5. Richtig so,
aber immer noch zu billig. Das Gros der Subventionen in der Landwirtschaft stützt ja wesentlich die Agrarindustrie, nicht die Bauern mit überschaubaren Gehöften. Mal schauen, ob die gestiegenen Lebensmittelpreise auch beim Harzt-IV-Satz berücksichtigt werden.
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