Nach Marktbewertung Kanadische Firmen gründen weltgrößten Kiffer-Konzern

In Kanada entsteht der nach Marktbewertung weltgrößte Cannabis-Anbieter. Die Legalisierung des Stoffes treibt die Übernahmen in der Branche. Beobachter warnen bereits vor einer Blase.

Marihuana-Zucht
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Kanada festigt seine Position als Cannabis-Großmacht: Der zweitgrößte Marihuana-Anbieter des Landes, Aurora Cannabis, übernimmt den kleineren Rivalen CanniMed Therapeutics, teilten beide Firmen mit. Damit entsteht der nach Marktwert weltgrößte Cannabis-Produzent.

Aurora hatte zunächst eine feindliche Offerte über 24 kanadische Dollar für den Konkurrenten vorgelegt und war schließlich mit einer Erhöhung des Angebots auf 43 kanadische Dollar je Aktie erfolgreich. Insgesamt zahlt Aurora damit umgerechnet 892 Millionen US-Dollar für CanniMed.

Weltweit ist die Cannabis-Industrie stark in Bewegung, nachdem immer mehr Länder, darunter Deutschland und Australien, medizinisches Cannabis erlauben. Hierzulande gibt es Cannabis seit März 2017 auf Rezept und das Angebot wird stark nachgefragt.

Völlige Legalisierung im Sommer geplant

Kanada will den Cannabis-Konsum bis Mitte 2018 vollständig legalisieren - als weltweit zweites Land nach Uruguay. Die medizinische Nutzung ist dort schon seit 2001 möglich. Probleme im Vertrieb und bei der Einführung von Kontrollen könnten die Legalisierung als Genussmittel allerdings verzögern.

Aktuell sind 88 Cannabis-Produzenten in Kanada zugelassen, die Marihuana zum medizinischen Konsum vertreiben. Nach Angaben des kanadischen Statistikamts steigt diese Zahl rasant an - "in Erwartung der Legalisierung für nichtmedizinische Zwecke", teilt die Behörde mit. Die Entwicklung hat zu zahlreichen Übernahmen unter den Anbietern geführt.

Die Regierung erwartet, dass infolge der vollständigen Legalisierung 4,6 Millionen Kanadier jährlich 655.000 Kilogramm Cannabis konsumieren und dafür zwischen 4,2 und 6,2 Milliarden kanadische Dollar ausgeben werden.

Dabei sind allerdings diejenigen nicht berücksichtigt, die Cannabis zu Hause anpflanzen. Denn der Gesetzentwurf sieht vor, dass das Aufziehen von vier Cannabis-Pflanzen für den Eigenbedarf erlaubt ist.

Marktbeobachter warnen vor einer Blase

Aurora-Chef Terry Booth teilte mit, das fusionierte Unternehmen wolle "in Kanada sowie rund um die Welt" tätig sein. Bereits jetzt ist seine Firma durch den Aufkauf von Konkurrenten und Kooperationen auch in Europa und Australien einer der größten Cannabis-Produzenten weltweit.

Die Aktien der Unternehmen bewegen sich stark nach oben: Die Anteilsscheine von Aurora legten in den vergangenen drei Monaten um 395 Prozent zu, die Papiere von Cannimed um 257 Prozent. Erste Marktbeobachter warnen bereits vor eine Blase.

Zusammen kommen die beiden Unternehmen auf einen Marktwert von 7,4 Milliarden kanadischen Dollar, womit sie in der Bewertung den bislang weltweit größten Anbieter Canopy Growth, ebenfalls aus Kanada, überholen - aber auch traditionelle Unternehmen wie Bombardier. Canopy Growth hat aber immer noch größere Produktionskapazitäten.

brt/Reuters/AFP

insgesamt 9 Beiträge
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Steve.Joe 25.01.2018
1. Landwirtschaftliches Produkt
Das kann doch nicht so kompliziert sein; ein Gewächshaus mit entsprechender Temperatur, ein paar UV-Lampen ... die Herstellungskosten sollten doch nicht so hoch sein. Angebot und Nachfrage werden sich doch schnell anpassen. Gurken und Tomaten kosten doch auch nicht allzu viel ;-)
technikus 25.01.2018
2.
Servus, bitte bedenken das die Hanfpflanze mit einer der ältesten, vom Menschen kultivierte und Angebaute, Pflanze ist. Zudem lassen sich nach dem Ernten noch die Pflanzenreste zu anderen Dingen ausser Drogen verarbeiten. Cannabinoide werden zum Teil auch vom Körper selber produziert somit ist es ein Körpereigener Wirkstoff . Alkohol und Nikotin sind dagegen Wirkstoffe die körperfremd sind und entsprechend auch verarbeitet werden müssen das sich dann in einem Kater und Lungenkrebs auswirken kann. Zudem machen Nikotin und Alkohol ziemlich schnell abhängig mit entsprechenden Folgen. Es hat sich noch keiner Tod gekifft. Auch ist medizinisch erwiesen das Canabis bei manchen Krankheiten lindern wirkt. Deswegen auch die Zulassung als Medizin. Und zum Schluss noch etwas. Die Langzeitwirkungen von Canabis sind glaube ich medizinisch gut dokumentiert. Und das sie solch eine Meinung vertreten hat für mich den verdacht das die Politiker, die damals Canabis im Zuge der Prohibition verboten haben, sehr gute Arbeit geleistet haben mit ihren Anti Drogen Kampanien. Aber Alkohol ist ja des Deutschen liebster Glücksspender.
vitalik 25.01.2018
3.
Zitat von technikusServus, bitte bedenken das die Hanfpflanze mit einer der ältesten, vom Menschen kultivierte und Angebaute, Pflanze ist. Zudem lassen sich nach dem Ernten noch die Pflanzenreste zu anderen Dingen ausser Drogen verarbeiten. Cannabinoide werden zum Teil auch vom Körper selber produziert somit ist es ein Körpereigener Wirkstoff . Alkohol und Nikotin sind dagegen Wirkstoffe die körperfremd sind und entsprechend auch verarbeitet werden müssen das sich dann in einem Kater und Lungenkrebs auswirken kann. Zudem machen Nikotin und Alkohol ziemlich schnell abhängig mit entsprechenden Folgen. Es hat sich noch keiner Tod gekifft. Auch ist medizinisch erwiesen das Canabis bei manchen Krankheiten lindern wirkt. Deswegen auch die Zulassung als Medizin. Und zum Schluss noch etwas. Die Langzeitwirkungen von Canabis sind glaube ich medizinisch gut dokumentiert. Und das sie solch eine Meinung vertreten hat für mich den verdacht das die Politiker, die damals Canabis im Zuge der Prohibition verboten haben, sehr gute Arbeit geleistet haben mit ihren Anti Drogen Kampanien. Aber Alkohol ist ja des Deutschen liebster Glücksspender.
Wie kann es sein, dass bei Einatmen von Zigarettenrauch Krebszellen gebildet werden können, aber beim Gras dies ausgeschlossen ist? Anders gesagt, warum schreiben Sie, dass Tabak Lungenkrebs verursacht, es aber bei Gras auslassen? Hier ein Link auf die Schnelle, aber vielleicht haben Sie andere Belege: https://www.drugcom.de/?id=topthema&sub=159
felixbonobo2 25.01.2018
4. Irrtum
Zitat von Steve.JoeDas kann doch nicht so kompliziert sein; ein Gewächshaus mit entsprechender Temperatur, ein paar UV-Lampen ... die Herstellungskosten sollten doch nicht so hoch sein. Angebot und Nachfrage werden sich doch schnell anpassen. Gurken und Tomaten kosten doch auch nicht allzu viel ;-)
Wohl nur sehr wenige pflanzen brauchen so wenig pflege, keine insektiziede und sorgen gleichzeitig für eine bodengesundung wie hanf. Temperierte gewächshäuser nebst uv-lampen dienen, abgesehen von der ganzjährigkeit der ernte, ausschließlich der tarnung wegen illegalität. Nicht das gesundheitswesen, die chemiefirmen sorgten mit fadenscheinigkeit für die ächtung dieser pflanze. Sowohl die pflanze selbst als auch ihre produkte benötigen keine chemie, sind der baumwolle und dem flachs in vielerlei hinsicht überlegen und deshalb "gefährliche" konkurrenz.
zila 25.01.2018
5. Naiv
Sie brauchen eine Lizenz. Das dauert Bearbeitungszeit, locker ein halbes Jahr. Alle Angestellten brauchen eine Sicherheitsclearance, was in dem Sektor schwierig ist, viele Grower sind vorbestraft. Es waere nicht moeglich, Leuten die Produktion zu zeigen, nur die Angestellten haben ueberhaupt Zutritt. Keine Ahnung was man macht, wenn Reparaturen anstehen. Dann brauchen sie jemand mit wissenschaftlicher Ausbildung, fuer die Freigabe. Mikrobio und Gehaltstest, das braucht ein mittelpraechtiges Labor mit validierter HPLC etwa. Dann kann ihre Farm oder Halle nicht Nahe an Schulen, Kindergaerten etc. sein, was in Staedten ein echtes Problem ist. Im Antrag werden sogar Luftbildaufnahmen verlangt. Dann ein Sicherheitsperimeter mit 24h (Kamera)ueberwachung. Einen guten Zaun bekommt an jetzt auch nicht gerade geschenkt, der muss erstmal installiert sein. Dazu ein Lagerhaltungssystem das lueckenlos ist, beim Gewaechshaus gibt man sich sicher nicht die Muehe, jede Pflanze nachzuhalten. Und dann gibt es etwa 2000 verschiedene bekannte Sorten, um die 100 sind vermutlich im Markt etwas bekannter und nachgefragt. Um neue Kapazitaeten aufzubauen braucht es mindestens ein Jahr. Bis Mitte Sommer sind aber die Vertraege etwa mit dem Ontario Liquor Board abzuschliessen, das eine Monopolstellung wie beim Schnaps haben wird fuer 1/3 des Landes. Andere Provinzen folgen aehnlichen Modellen.
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