Caribou Coffee: Milliardärsfamilie Reimann schluckt erneut US-Kaffeekette
In Ludwigshafen setzt man auf amerikanische Kaffeekultur: Mit Caribou Coffee will die Milliardärsfamilie Reimann zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate eine US-Kette übernehmen. Auch diesmal haben sich die Reimanns dazu mit einem Vertrauten von Warren Buffett zusammengetan.
Minneapolis - Von salzigem Karamel-Mokka bis zu "Rentier-Kaffee": Die Caribou Coffee Company bietet einen ähnlichen Mix aus europäischer Kafeekultur und amerikanischen Neuschöpfungen wie der Marktführer Starbucks
. Das dürfte das börsennotierte Unternehmen aus Minneapolis jetzt ins Visier der deutschen Milliardärsfamilie Reimann gerückt haben. Über ihre Ludwigshafener Investmentholding Joh. A. Benckiser wollen die Reimanns Caribou für 340 Millionen Dollar übernehmen, wie das US-Unternehmen am Montag mitteilte.
Erst im Juli hatten die Reimanns für rund eine Milliarde Dollar den kalifornischen Kaffeeröster Peet's Coffee & Tea gekauft, der einst die ersten Bohnen für Starbucks lieferte. Zudem hält die Familie einen Minderheitsanteil an der in Amsterdam gelisteten D.E. Master Blenders, die vom US-Konzern Sara Lee abgespalten wurde.
Caribou hat nach eigenen Angaben 610 Filialen in 22 US-Bundesstaaten und zehn anderen Ländern. Das Gebot für die 1992 gegründete Kette liegt mit 16 Dollar je Aktie um 30 Prozent über dem Schlusskurs der Aktie vom Freitag. Am Montag kletterte das Papier an der New Yorker Börse auf 16,04 Dollar. Wie bei Peet's haben sich die Reimanns auch für die jüngste Übernahme mit der Holding BDT von Byron Trott verbündet, einem engen Vertrauten von Milliardär Warren Buffett.
Die Familie Reimann hat ihren Reichtum mit dem Chemiekonzern Benckiser und dessen Verkauf an die heutige britische Reckitt Benckiser
erworben. An dem Hersteller von Calgon-Entkalker, Kukident-Zahnprothesenreiniger und Durex-Kondomen hält sie noch einen Minderheitsanteil. Ihr gehören auch die Schuhhersteller Bally und Jimmy Choo sowie die Parfumfirma Coty aus den USA. An der elf Milliarden Dollar schweren Übernahme des Kosmetikkonzerns Avon war die Familie im Frühjahr gescheitert.
dab/Reuters
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