Carsten Kengeter Goldman-Sachs-Banker wird Chef der Deutschen Börse

Die Deutsche Börse bekommt einen neuen Chef. Nach 17 Jahren scheidet Reto Francioni aus dem Vorstand des Dax-Konzerns aus. Sein Nachfolger machte unter anderem bei der Investmentbank Goldman Sachs Karriere.

Manager Kengeter: Chef ab 1. Juni 2015
imago stock&people

Manager Kengeter: Chef ab 1. Juni 2015


Frankfurt am Main - Der Investmentbanker Carsten Kengeter wird neuer Chef der Deutschen Börse. Der 47-Jährige wird nach der Hauptversammlung im Mai nächsten Jahres die Nachfolge von Reto Francioni antreten.

Francionis Vertrag beim größten deutschen Börsenbetreiber wäre eigentlich noch bis Oktober 2016 gelaufen. Der Schweizer hat Insidern zufolge jedoch deutlich gemacht, dass er zu einem früheren Rückzug bereit ist, wenn vorher ein geeigneter Nachfolger gefunden wird.

Kengeter hat viele Jahre für Goldman Sachs Chart zeigen und die UBS Chart zeigen gearbeitet. Bei der UBS wurde er zeitweise als künftiger Vorstandschef gehandelt. Mitte 2013 kehrte er dem Zürcher Geldhaus jedoch den Rücken und unterrichtete seitdem an der London School of Economics. Kengeter soll spätestens im April 2015 in den Vorstand der Deutschen Börse einziehen und zum 1. Juni den Chefposten übernehmen.

Francioni sitzt seit 17 Jahren im Vorstand der Deutschen Börse und steht seit knapp zehn Jahren an der Spitze des Betreibers der Frankfurter Börse. Eine seiner größten Niederlagen war die geplatzte Fusion mit der New York Stock Exchange, die 2012 am Veto der EU-Wettbewerbshüter scheiterte. Seitdem hat das Unternehmen großen Fusionen abgeschworen und setzt notgedrungen auf Wachstum aus eigener Kraft. Besonders in Asien möchte die Deutsche Börse in den kommenden Jahren zulegen.

ssu/Reuters



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insgesamt 8 Beiträge
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der_durden 27.10.2014
1. Super Personalie... Passt.
Goldman Sachs. Eine Investmentbank, so mächtig wie ein finanzstarker Staat. Man muss keinen Verschwörungstheorien glauben schenken um zu erkennen wie Grundübel GS war und ist. Die Fakten über dieses Bankhaus liegen auf dem Tisch. Dieser Art Unternehmenskultur kann man nur Verachtung entgegenbringen. So einen Manager braucht man natürlich an der Deutschen Börse.
nixkapital 27.10.2014
2. Na,....
...dann sitzen die Goldman-Sachs-Boys ja an entscheidenden Stellen: Draghi ist Chef der EZB, Monti war Regierungschef von Italien, der Vorsitzende von GS in Deutschland heißt Alexander Dibelius und "berät" unsere Kanzlerin, Mark Caney ist Vorsitzender des "Financial Stability Boards" und Robert Rubin und Henry Paulson sind Berater des US-Finanzministeriums. Letzterer war sogar Finanzminister unter G.W. Bush. Mir sind die zu einflußreich.
api62 27.10.2014
3. na super
...da macht man den Bock zum Gärtner^^ - dies Beispiel zeigt nur wieder all zu deutlich wie verkommen unsere Eliten sind, da muss man sich nicht wundern wenn die Leute am System verzweifeln und immer radikaler werden...
NewYork76 27.10.2014
4. Wo ist das Problem
Soll etwa ein Ethnologe der Chef der Deutschen Boerse werden? Die Kernkompetenz von GS liegt im Investmentbanking. Also passt diese Personalie schon. Ueber das Engagement von ehemaligen GS Vorstaenden in der Politik kann man sicher diskutieren, aber hier sehe ich kein Problem.
NewYork76 27.10.2014
5. Wo ist das Problem?
Soll etwa ein Ethnologe der Chef der Deutschen Boerse werden? Die Kernkompetenz von GS liegt im Investmentbanking. Also passt diese Personalie schon. Ueber das Engagement von ehemaligen GS Vorstaenden in der Politik kann man sicher diskutieren, aber hier sehe ich kein Problem.
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