Pflichtgrenze CDU lässt private Krankenversicherer abblitzen

"Das ist keine realistische Option": Die Union lehnt einen Vorstoß der PKV ab, die Versicherungspflichtgrenze zu senken. Die Branche fordert, mehr Arbeitnehmern den Wechsel in die private Krankenversicherung zu ermöglichen.

CDU-Politiker Spahn: Bürgerversicherung würde Probleme nicht lösen
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CDU-Politiker Spahn: Bürgerversicherung würde Probleme nicht lösen


Berlin - Die Union hat einen Vorstoß der privaten Krankenversicherer (PKV) zurückgewiesen, ihren Geschäftsbereich auszuweiten. Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Jens Spahn (CDU), lehnte in der "Passauer Neuen Presse" die Forderung der PKV ab, durch eine niedrigere Versicherungspflichtgrenze mehr Arbeitnehmern den Wechsel zu einer privaten Krankenkasse zu ermöglichen. Spahn befürchtet in diesem Fall Nachteile für gesetzlich Versicherte.

Der neue PKV-Chef Uwe Laue fordert, die Versicherungspflichtgrenze zu senken, ab der Arbeitnehmer aus der gesetzlichen in eine private Krankenversicherung wechseln können. Seine Begründung: "Viele haben vergessen, dass die gesetzliche Versicherung ursprünglich nur für besonders Schutzbedürftige eingeführt wurde. Das sollte auch heute noch gelten", sagte er dem "Handelsblatt".

Derzeit liegt die Versicherungspflichtgrenze bei 52.200 Euro im Jahr. Wer weniger verdient, muss in der gesetzlichen Versicherung bleiben. Nur Beamte und Selbständige haben unabhängig vom Einkommen ein Wechselrecht. Aktuell sind 90 Prozent der Bürger gesetzlich versichert.

Der CDU-Politiker Spahn nannte Laues Forderung "keine realistische Option". Die Versicherungspflichtgrenze müsse erhalten werden, denn "jeder zusätzliche Wechsel in die private Versicherung führt zu Beitragsausfällen in der gesetzlichen Krankenversicherung". Spahn sprach sich dafür aus, den Verbraucherschutz für Privatversicherte zu verbessern und für sie einen Mindestversicherungsumfang vorzuschreiben.

Spahn wandte sich aber auch gegen eine Abschaffung der privaten Krankenversicherungen oder deren Integration in eine Bürgerversicherung, wie es die Opposition fordert. Dies würde keines der Probleme im Gesundheitssystem lösen, sagte der CDU-Politiker. SPD, Grüne und Linke wollen ein einheitliches Versicherungssystem für alle Bürger.

cte/AFP

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insgesamt 71 Beiträge
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vogtnuernberg 24.07.2013
1.
Spahn sollte froh sein, dass ich in der PKV bin... Mit zwei Kindern und einer Ehefrau, die ich mitversichern könnte in der GKV würde nicht mehr viel übrig bleiben von den Einnahmen, die die GKV erhebt, selbst bei Zahlung des Höchstsatzes. ;-)
aeauer 24.07.2013
2.
Dreister als die PKV' s geht es ja wohl kaum noch. Die Menschen haben gelernt, dass die PKV's abzocker sind und treten ihnen nicht mehr bei, also wird eine Senkung der Beitragsbemessungsgrenze gefordert. Arme Leute, die den Schritt wagen. Am Anfang sieht es soviel besser aus. Besserer Service etc., aber dann im Alltag kommen dann so Sachen wie, das der Versicherte seine Rechnungen erstmal selber bezahlen darf, um dann z.T. monatelang auf eine Rueckerstattung zu warten, die auch nicht sicher ist. Ach, denkt sicher der Versicherte, dann bezahl ich die Rechnung erst, wenn die Krankenkasse mich bezahlt hat. Geht natuerlich, aber zwischenzeitlich hat der Arzt schon ein Mahnverfahren angestrengt. Das ist nur eine von vielen Fallen der PKV, dann wären da noch die willkürlichen Beitragserhöhungen. Ich rede aus Erfahrung. Meine Familie und ich haben am Anfang EUR 700 pro Monat fuer alle bezahlt, dann wurde meine Frau krank, und nach 3 Jahren waren wir dann schon bei EUR 1400 pro Monat. Ich habe geschafft da raus zu kommen, was nicht einfach ist. Der Preis war hoch, aber ich muss mich mit der PKV nie wieder rumschlagen.
aeauer 24.07.2013
3. Dreister geht es wohl nicht
Dreister als die PKV' s geht es ja wohl kaum noch. Die Menschen haben gelernt, dass die PKV's abzocker sind und treten ihnen nicht mehr bei, also wird eine Senkung der Beitragsbemessungsgrenze gefordert. Arme Leute, die den Schritt wagen. Am Anfang sieht es soviel besser aus. Besserer Service etc., aber dann im Alltag kommen dann so Sachen wie, das der Versicherte seine Rechnungen erstmal selber bezahlen darf, um dann z.T. monatelang auf eine Rueckerstattung zu warten, die auch nicht sicher ist. Ach, denkt sicher der Versicherte, dann bezahl ich die Rechnung erst, wenn die Krankenkasse mich bezahlt hat. Geht natuerlich, aber zwischenzeitlich hat der Arzt schon ein Mahnverfahren angestrengt. Das ist nur eine von vielen Fallen der PKV, dann wären da noch die willkürlichen Beitragserhöhungen. Ich rede aus Erfahrung. Meine Familie und ich haben am Anfang EUR 700 pro Monat fuer alle bezahlt, dann wurde meine Frau krank, und nach 3 Jahren waren wir dann schon bei EUR 1400 pro Monat. Ich habe geschafft da raus zu kommen, was nicht einfach ist. Der Preis war hoch, aber ich muss mich mit der PKV nie wieder rumschlagen.
wohlmein 24.07.2013
4. Der neue PKV-Chef will wohl Arbeitnehmer ins Unglück treiben?
Zitat von sysopMARCO-URBAN.DE"Das ist keine realistische Option": Die Union lehnt einen Vorstoß der PKV ab, die Versicherungspflichtgrenze zu senken. Die Branche fordert, mehr Arbeitnehmern den Wechsel in die private Krankenversicherung zu ermöglichen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/cdu-laesst-private-krankenversicherer-abblitzen-a-912792.html
Zitat: : "Viele haben vergessen, dass die gesetzliche Versicherung ursprünglich nur für besonders Schutzbedürftige eingeführt wurde. Das sollte auch heute noch gelten", sagte er dem "Handelsblatt". Im Gegenteil: Als PKV-Versicherter ist man besonders schutzbedürftig! Jedenfalls im ALTER ! Ich zahle zur Zeit inkl. Pflegesatz gut 900,- €. Und das nur, weil ich nach einer Arbeitszeit im Ausland nicht mehr in die Gesetzlich reinkam. Auf meine Frage, wie hoch der Beitrag denn in einigen Jahren sei, wenn ich das Rentenalter erreichen werde, kam die knappe Gegenfrage: Was soll denn dann sein ? Die Altersansparung sei in diesem Beitrag schon lange eingepreist. Danke, PKV !
hersp58 24.07.2013
5. alles klar!
Zitat von sysopMARCO-URBAN.DE"Das ist keine realistische Option": Die Union lehnt einen Vorstoß der PKV ab, die Versicherungspflichtgrenze zu senken. Die Branche fordert, mehr Arbeitnehmern den Wechsel in die private Krankenversicherung zu ermöglichen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/cdu-laesst-private-krankenversicherer-abblitzen-a-912792.html
Wenn zuviele in die PKVs wechseln, dann bleibt für die Pflichtkassen zu wenig übrig. Das ist der einzige Grund,warum in dieser Richtung gemauert wird.
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