Nach Amoklauf: US-Finanzinvestor steigt bei Waffenhersteller aus

Nach dem Schulmassaker von Newtown will der Finanzinvestor Cerberus den Waffenhersteller Bushmaster verkaufen. Offenbar fürchtet das Unternehmen eine Verschärfung des US-Waffenrechts. Der Attentäter hatte seine Opfer unter anderem mit einem Sturmgewehr vom Typ Bushmaster AR 15 getötet.

Cerberus-Zentrale in New York: Sorge um schärferes Waffenrecht Zur Großansicht
AFP

Cerberus-Zentrale in New York: Sorge um schärferes Waffenrecht

New York - Der Amoklauf in der US-Kleinstadt Newtown mit 28 Toten hat eine unmittelbare wirtschaftliche Folge: Der US-Finanzinvestor Cerberus Capital Management kündigte an, sich von seinem Waffengeschäft zu trennen. Der Finanzkonzern hatte den 1973 gegründeten Waffenhersteller Bushmaster im Jahr 2006 gekauft und gemeinsam mit anderen Unternehmen in seiner Freedom Group aufgehen lassen. Jetzt soll die Gruppe unverzüglich verkauft werden, teilte Cerberus mit.

Der Attentäter von Newtown hatte am Freitag unter anderem ein Sturmgewehr vom Typ Bushmaster AR 15 benutzt. Der 20-Jährige brachte in der Kleinstadt 27 Menschen um, darunter 20 Kinder, und nahm sich danach selbst das Leben. Das Massaker sorgte in der ganzen Welt für Entsetzen und hat in den USA eine Diskussion über das Waffenrecht ausgelöst.

Die Freedom Group erzielte in den ersten neun Monaten des Jahres laut Cerberus einen Umsatz von fast 680 Millionen Dollar - 120 Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum. Zu dem Firmenkonglomerat gehören neben Bushmaster noch andere Hersteller von Waffen oder Munition wie Dakota Arms oder Remington.

"Wir glauben nicht, dass die Freedom Group oder irgendein anderes einzelnes Unternehmen sinnlose Gewalt verhindern kann oder den illegalen Erwerb und Gebrauch von Schusswaffen oder Munition", teilte Cerberus am Montag mit. Offenbar fürchtet der Finanzkonzern aber um die künftige Rendite dieser Geschäftssparte - vor allem mit Blick auf drohende schärfere Waffengesetze. Nun will Cerberus seinen Anteil an der Freedom Group verkaufen und das Kapital an seine Anleger ausschütten.

Cerberus steht unter Druck des kalifornischen Lehrerpensionsfonds CalSTRS, der - Stand Ende März 2012 - mehr als 750 Millionen Dollar bei dem Finanzinvestor angelegt hatte und weltweit der achtgrößte Pensionsfonds ist. Der Fonds hatte am Montag angekündigt, er werde angesichts des Dramas vom Freitag seine Investitionen überprüfen.

nck/Reuters

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insgesamt 82 Beiträge
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1. ein ausgezeichnetes...
Schroekel 18.12.2012
Zitat von sysopNach dem Schulmassaker von Newtown will der Finanzinvestor Cerberus den Waffenhersteller Bushmaster verkaufen. Offenbar fürchtet das Unternehmen eine Verschärfung des US-Waffenrechts. Der Attentäter hatte seine Opfer unter anderem mit einem Sturmgewehr vom Typ Bushmaster AR 15 getötet. Cerberus verkauft Waffenfirma Bushmaster nach Amoklauf in Newtown - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/cerberus-verkauft-waffenfirma-bushmaster-nach-amoklauf-in-newtown-a-873539.html)
...zeichen, wenn der finanzmarkt reagiert und sich aus dem waffengeschaeft zurükzieht. this is your chance, obama. Yes you can, mr. president!
2.
syntax 18.12.2012
Das Problem sind in erster Linie nicht die US-Waffenindustrie und der Handel welcher die Waffen an jeden x-beliebigen US-Bürger verkauft. Würde man in den Staaten endlich einmal ein funktionierendes Sozialsystem einführen und aufbauen, würden die Leute wie der Amokläufer von Newton schon aus dem Verkehr gezogen werden, bevor es zu einer so grausamen Tag kommen könnte.
3. optional
steelman 18.12.2012
"Freedom Group", das passt doch. Aber dieser Schritt ist wohl etwas voreilig. Da drüben ist das Sturmgewehr für Selbstverteidigung, Jagd und Spass selbstverständlich und daran wird sich auch nichts ändern. Da wird die Rendite weiterhin stimmen. Die toten Kinder werden außerhalb der Familien schnell vergessen sein und die jetzt "Trauernden" haben die Scheißdinger doch auch im Schrank.
4. Die Heuschrecke Cerberus ...
eine-Meinung-unter-Vielen 18.12.2012
Zitat von sysopNach dem Schulmassaker von Newtown will der Finanzinvestor Cerberus den Waffenhersteller Bushmaster verkaufen. Offenbar fürchtet das Unternehmen eine Verschärfung des US-Waffenrechts. Der Attentäter hatte seine Opfer unter anderem mit einem Sturmgewehr vom Typ Bushmaster AR 15 getötet. Cerberus verkauft Waffenfirma Bushmaster nach Amoklauf in Newtown - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/cerberus-verkauft-waffenfirma-bushmaster-nach-amoklauf-in-newtown-a-873539.html)
... bekommt Sorgen um ihr liebes Geld. Wenn das stimmt, was der Artikel beschreibt, ist das nur ein weiteres Indiz dafür, wie verfault die ganze Finanzbrache ist. Keine Ethik, nur die Rendite zählt und das Image.
5. Tragisch, dass
renegat_66 18.12.2012
Zitat von sysopNach dem Schulmassaker von Newtown will der Finanzinvestor Cerberus den Waffenhersteller Bushmaster verkaufen. Offenbar fürchtet das Unternehmen eine Verschärfung des US-Waffenrechts. Der Attentäter hatte seine Opfer unter anderem mit einem Sturmgewehr vom Typ Bushmaster AR 15 getötet. Cerberus verkauft Waffenfirma Bushmaster nach Amoklauf in Newtown - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/cerberus-verkauft-waffenfirma-bushmaster-nach-amoklauf-in-newtown-a-873539.html)
der Rückzug wohl eher finanzielle Gründe hat. Aber das ist typisch USA. Waffen sind mehr wert als Leben. Diese fürchterliche US-amerikanische Doppelmoral ist unterträglich. Um die Opfer, insbesondere die Kinder, und die Angehörigen tut es mir unendlich leid. Um die Gesellschaft nicht, weil sie diesen Zustand zu verantworten hat. Solange die USA nicht ihre anachronistischen und archaischen Gesellschaftsstrukturen ändert, wird das wohl immer so weitergehen. Und jedes Massaker führt zu einer weiteren Bewaffnung der Bürger. Da hilft ein beinahe in Tränen aufgelöster Präsident auch nicht weiter. Er ist eher Symbol für die Doppelmoral. Ändern wird er auch nichts.
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