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Munich-Re-Chef von Bomhard: Versicherungsboss fordert Bankenzerschlagung

Der Chef des Versicherungskonzerns Munich Re hat sich für drastische Finanzreformen ausgesprochen. Investmentbanken sollten vom normalen Kundengeschäft getrennt werden, forderte Nikolaus von Bomhard. Zudem müssten strauchelnde Geldinstitute künftig pleitegehen können.

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ddp

Munich-Re-Chef von Bomhard: "Ich bin ein Anhänger des Trennbankensystems"

München - Der Chef des weltgrößten Rückversicherers Munich Re will die Banken schärfer regulieren. "Wir brauchen fundamentale Änderungen am Finanzmarkt", sagte Nikolaus von Bomhard. Die unheilvolle Verknüpfung von Staaten und Banken müsse durchbrochen werden. Deshalb müssten Kreditinstitute auch pleitegehen können und nicht ständig mit Steuergeldern aufgefangen werden. "Too big to fail", also "zu groß zum Scheitern", dürfe es nicht mehr geben, forderte von Bomhard.

Der Versicherungsmanager forderte, das schwankungsanfällige und riskantere Investmentbanking von anderen Geschäftsbereichen zu trennen, wie dies zum Beispiel bis Ende der neunziger Jahre in den USA üblich war. "Ich bin Anhänger des Trennbankensystems", sagte von Bomhard.

Munich Re ist mit verwalteten Anlagen von mehr als 200 Milliarden Euro einer der größten Investoren überhaupt. Als Rückversicherer sichert das Unternehmen Großschäden ab, die normale Versicherungen nicht alleine tragen können. Zum Konzern gehört auch der Erstversicher Ergo mit Marken wie DKV oder DAS.

Von Bomhard sprach sich dafür aus, Investoren stärker am Misserfolg zu beteiligen, etwa wenn Banken ins Straucheln geraten. "Die Gläubigerbeteiligung ist unverzichtbar", sagte der Manager.

Zur Lösung der Euro-Krise forderte er die Politik auf, eine Vision für mehr Europa zu entwickeln und diese den Menschen näherzubringen. Für EU-Länder bedeute dies: Mehr Souveränitätsrechte abgeben, mehr Automatismen schaffen und die Vertreter in Brüssel teilweise vom Volk wählen lassen. Der Euro werde überleben, sagte von Bomhard. "Unklar ist aber in welcher Form."

stk/dpa/Reuters

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