Trotz neuer Vorwürfe: Chef von Berliner Pannen-Flughafen soll bleiben

Schon mehrfach wurde die Eröffnung des Berliner Flughafens verschoben, die Kosten mussten nach oben korrigiert werden. Zuletzt gab es aus dem Verkehrsministerium scharfe Kritik am Chef des neuen Berliner Flughafens. Doch der Aufsichtsrat hält an dem Manager fest.

Berlin - Der Chef der Berliner Flughafengesellschaft, Rainer Schwarz, soll im Amt bleiben. Der Aufsichtsrat hat am Donnerstag erneut über die Probleme am künftigen Hauptstadtflughafen diskutiert. Auf der Tagesordnung stand aber kein Antrag auf Entlassung von Schwarz, hieß es in Kreisen des Gremiums.

Die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg hatten zuletzt signalisiert, Schwarz nicht fallenzulassen. Die Vertreter des Bundes wollten aber Aufklärung verlangen, hieß es aus dem Bundesverkehrsministerium. Sonderermittler aus dem Ministerium werfen Schwarz vor, den Aufsichtsrat im Frühjahr zu spät über die unvermeidliche Absage der Flughafeneröffnung informiert zu haben. Der Flughafenchef weist das zurück.

Bei dem Treffen ging es vor allem um den Umbau der halbfertigen Brandschutzanlage. Weil sie nicht funktionierte, konnte der Flughafen nicht wie geplant am 3. Juni seinen Betrieb aufnehmen. Geplanter Eröffnungstermin ist jetzt der 27. Oktober 2013. Wegen der Terminverschiebung, einem verbesserten Schallschutz für Anwohner und baulichen Erweiterungen stiegen die Kosten des Projekts zuletzt um 1,2 Milliarden Euro.

Die Bauarbeiten am Abfertigungsgebäude sollen nach Abschluss einer Neuplanung in der zweiten Novemberhälfte wieder in vollem Umfang aufgenommen werden. Nach dem Zeitplan des Technikchefs müssen sie bis etwa Ende Mai abgeschlossen sein, damit dann ein fünfmonatiger Probebetrieb beginnen kann.

Der Verkehrs- und der Haushaltsausschuss des Bundestages befassen sich am Mittwoch kommender Woche mit dem Flughafen. Im Verkehrsausschuss wird ein Antrag der Grünen diskutiert, den Flughafenchef zu entlassen und den Aufsichtsrat neu zu besetzen.

cte/dpa

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insgesamt 5 Beiträge
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1. Der weiss wohl zu viel...
earl grey 01.11.2012
Zitat von sysopDoch der Aufsichtsrat hält an dem Manager fest.
Der weiss wohl zu viel...
2. Muhahaahaaa....
artusdanielhoerfeld 01.11.2012
Zitat von earl greyDer weiss wohl zu viel...
Ganau DAS war auch mein erster Gedanke!
3. Für ein Bauernopfer zu riskant?
kenterziege 01.11.2012
Zitat von earl greyDer weiss wohl zu viel...
Ich habe spontan das Selbe gedacht. Alle Skandalmechanismen laufen doch nach folgendem Drehbuch ab: es ist ein riesen Mist gemacht worden: 1. Suche nach dem Schuldigen 2. Bestrafung des Unschuldigen 3. Beförderung des Nichtbeteiligten Hier stimmt etwas nicht. Ich glaube einen Rauswurf des Flughafenbaustellenchefs würden Wowi und Co. auch nicht überleben!
4. Ist doch mal was Neues -
sarkosy 01.11.2012
der Chef darf bleiben!Dafür sollten alle Berufspolitiker aus Aufsichts-und Verwaltungsräten verschwinden sie kosten nur und schieben alle Unterlassungen ohnehin nur auf die Angestellten ab.Auf diese Stühle könnte man Leute aus der Wirtschaft mit echter Managererfahrung,aus der Bundesbank,den technischen Aufsichtsbehörden des Bundes oder den Unis plazieren.Schlimmer kann es garantiert nicht werden,aber die echten Schuldigen wären draussen!
5. Flughafen kommt (expected time)
Kurt Köster 01.11.2012
Wie wäre es, wenn wir an die Sache konstruktiv herangehen? Klar ist: a) der Flughafen muß endlich eröffnet werden, so schnell wie möglich, b) es nützt nichts, wenn wir alle aufeinander rumhacken, und c) Deutschland kann es sich nicht leisten, in Europa als Versager dazustehen, nachdem Frau Merkel überall rumerzählt hat, Portugiesen und Griechen müßten mehr arbeiten. Also Leute: Der Flughafen kommt. Bis dahin: Füsse unterm Tisch still halten!
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