Chefposten beim Energiekonzern RWE: Niederländer soll Großmann beerben

Führungswechsel bei RWE: Ein Niederländer soll Nachfolger von Jürgen Großmann beim Stromriesen werden. Der 47-jährige Peter Terium ist derzeit Chef der RWE-Tochterfirma Essent. Hoffnungen auf den Posten an der Spitze des Dax-Konzerns hatten sich zuvor auch Mitglieder des Vorstands gemacht. 

Peter Terium: Der Niederländer ist seit 2003 bei RWE beschäftigt Zur Großansicht

Peter Terium: Der Niederländer ist seit 2003 bei RWE beschäftigt

Essen - Ein Niederländer soll Chef des Essener Energiekonzerns RWE Chart zeigen werden: Laut übereinstimmenden Berichten der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und der "Süddeutschen Zeitung" wird Peter Terium die Nachfolge von Jürgen Großmann antreten, dessen Vertrag im September 2012 endet. Der Vorstandsvorsitzende des führenden niederländischen Energieversorgers Essent soll dem RWE-Aufsichtsrat bei dessen Sitzung am 8. August vorgeschlagen werden.

Großmann hatte sich in den vergangenen Monaten mehrfach mit der Regierung angelegt. Er kritisierte die Energiewende nach Fukushima hart - und warnte vor Standortnachteilen für die deutsche Wirtschaft. Von Kritikern wurde er deshalb als "Atom-Rambo" bezeichnet, der Naturschutzbund verlieh ihm jüngst den Titel "Dinosaurier des Jahres 2010".

Peter Terium ist 47 Jahre alt und seit dem Jahr 2003 bei RWE beschäftigt. Er leitete dort auch das Team, das die im Jahr 2009 getätigte Übernahme des Staatskonzerns Essent vorbereitete. RWE-Aufsichtsratschef Manfred Schneider habe zusammen mit seinem Kollegen Paul Achleitner, der seitens des Versicherungskonzerns Allianz in dem Gremium sitzt, das Feld für Terium vorbereitet, heißt es in den Berichten. Von der Arbeitnehmerseite sei der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, Frank Bsirske, über den Überraschungskandidaten informiert worden.

Über einen Rückzug Großmanns und mögliche Nachfolger an der RWE-Spitze war in der jüngeren Vergangenheit immer wieder spekuliert worden. Die "Rheinische Post" hatte zuvor berichtet, Favorit der Kommunen sei Vorstandsmitglied Rolf Martin Schmitz. Schmitz ist im Vorstand für das operative Geschäft zuständig.

kra/AFP/dpa

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1. Essent ist in den NL verbrannt:
pudel_ohne_mütze 04.08.2011
Zitat von sysopFührungswechsel bei RWE:*Ein Niederländer*soll*Nachfolger von Jürgen Großmann beim Stromriesen*werden. Der 47-jährige Peter Terium*ist derzeit Chef der RWE-Tochterfirma Essent. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,778302,00.html
Mieser Service, überhöhte Preise, Monopolistisches Gebaren. Passt ganz gut zu RWE, die ihren blöden Kunden mehr als 15 % höhere Strompreise abknöpfen wenn man nicht ihre Hintertürchen kennt.
2. Die Stadtkämmerer würden es danken
Maynemeinung 04.08.2011
Zitat von pudel_ohne_mützeMieser Service, überhöhte Preise, Monopolistisches Gebaren. Passt ganz gut zu RWE, die ihren blöden Kunden mehr als 15 % höhere Strompreise abknöpfen wenn man nicht ihre Hintertürchen kennt.
Na, wenn die es weiter schaffen, den Kunden überhöhte Preise abzuknöpfen, wird es vor allem eine Berufsgruppe danken: die Stadtkämmerer im Ruhrgebiet. Es wird zwar gerne immer so getan, als wäre RWE das private Unternehmen von Herrn Großmann. Tatsächlich aber stellen - nach wie vor - Städte, Gemeinde und andere öffentliche Eigentümer die mächtigsten Aktionäre von RWE. Ohne fette Dividenden ginge in so mancher Stadtbücherei das Licht aus und bliebe in so manchem Schwimmbad das Wasser kalt.
3. Jippie, Calvinismus!
Durruti100 04.08.2011
Ein weiterer skrupelfreier "Macher" in der deutschen Wirtschaft!
4. falsch
ikonaut 04.08.2011
Zitat von MaynemeinungNa, wenn die es weiter schaffen, den Kunden überhöhte Preise abzuknöpfen, wird es vor allem eine Berufsgruppe danken: die Stadtkämmerer im Ruhrgebiet. Es wird zwar gerne immer so getan, als wäre RWE das private Unternehmen von Herrn Großmann. Tatsächlich aber stellen - nach wie vor - Städte, Gemeinde und andere öffentliche Eigentümer die mächtigsten Aktionäre von RWE. Ohne fette Dividenden ginge in so mancher Stadtbücherei das Licht aus und bliebe in so manchem Schwimmbad das Wasser kalt.
Rund 260.000 Aktionäre halten rund 562,4 Millionen Aktien (davon 523,4 Millionen Stammaktien und 39,0 Millionen Vorzugsaktien) 80% aller RWE-Aktien werden von institutionellen Investoren gehalten. Davon entfallen 36% auf Deutschland 12% auf USA / Kanada 11% auf Großbritannien / Irland 17% auf Kontinentaleuropa (ohne Deutschland) mit einem niederländer als chef erreichen blackrock (offiziell 3%) das ein stadthalter des rothschild/deterding/shell imperiums das ruder übernimmt und mit der umwandlung in eine europäische se in deutschland keine steuern mehr gezahlt werden, die verluste aus dem gescheiterten "atomzeitalter" aber hier realisiert werden können.
5. Stereotypen und Vorurteile
poeller 04.08.2011
Zitat von Durruti100Ein weiterer skrupelfreier "Macher" in der deutschen Wirtschaft!
Wie belegen wir denn bitte nun diese Behauptung, und dazu noch die Aussage zum Calvinismus? Oder ist das nur ein Pauschalurteiler ggü. unsere Nachbarn. Sein Geburtsort ist übrigens in der Provinz Limburg. Vielleicht ist er sogar katholisch? Im übrigen: "Die römisch-katholische Kirche ist in den Niederlanden die größte Einzelkirche" http://de.wikipedia.org/wiki/Katholische_Kirche_in_den_Niederlanden
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28. Februar 2011: Fünf SPD-regierte Länder klagen vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die Laufzeitverlängerung. Später reichen auch 214 Bundestagsabgeordnete von SPD und Grünen Klage ein.
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12. März: Nach einem schweren Erdbeben und dem darauffolgenden Atomunfall von Fukushima in Japan kündigt Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Sicherheitschecks für die 17 deutschen AKW an.
15. März 2011: AKW werden abgeschaltet
15. März: Kurz vor wichtigen Landtagswahlen ändert Merkel ihren Kurs: Sie kündigt an, dass sieben ältere AKW vorübergehend abgeschaltet werden, die nur wegen der Laufzeitverlängerung noch in Betrieb sind. Auch das nach Pannen stillstehende AKW Krümmel bleibt vom Netz.
22. März 2011: Merkel ordnet Sicherheitscheck an
22. März: Die Regierung beauftragt die Reaktorsicherheitskommission (RSK), die 17 AKW technisch zu prüfen. Eine neue Ethikkommission soll klären, welches Atomrisiko für die Gesellschaft vertretbar ist.
27. März 2011: Erster grüner Ministerpräsident
27. März: Nach fast 60 Jahren CDU-Herrschaft gewinnt in Baden-Württemberg Grün-Rot die Landtagswahl.
1. April 2011: RWE reicht Klage ein
1. April: Der Betreiber RWE reicht beim Verwaltungsgerichtshof Kassel Klage gegen die vorübergehende Abschaltung des AKW Biblis ein.
17. Mai 2011: Kommission stellt Mängel fest
17. Mai: Aus dem Prüfbericht der Reaktorsicherheitskommission lässt sich kein klares Urteil ableiten. Aber: Die ältesten Meiler sind besonders schlecht gegen Flugzeugabstürze geschützt.
22. Mai 2011: Warnung vor Stromengpässen
22. Mai: Vier Übertragungsnetzbetreiber warnen vor Stromausfällen, wenn acht AKW auf einen Schlag abgeschaltet werden. Die FDP schlägt vor, ein bis zwei abgeschaltete AKW in Bereitschaft zu halten.
28. Mai 2011: Urteil der Ethikkommission
28. Mai: Die Ethikkommission empfiehlt einen Atomausstieg binnen zehn Jahren und umfangreiche Maßnahmen, damit die Energiewende klappt.
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30. Mai: Die schwarz-gelbe Koalition will das letzte AKW bis 2022 abschalten, die sieben ältesten Meiler und Krümmel sofort. Ein AKW soll für mögliche Stromengpässe bis 2013 "Stand-by" bleiben.
31. Mai 2011: Weitere Konzerne reichen Klage ein
31. Mai: E.on teilt mit, wegen des Festhaltens der Regierung an der Brennelementesteuer Klage einzureichen. Pro Jahr und Meiler kostet die Steuer 150 Millionen Euro. Auch RWE teilt später mit, man klage.
3. Juni 2011: Runde mit den Länderchefs
3. Juni: Die Bundesländer verlangen eine stufenweise Abschaltung der verbleibenden neun AKW. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verkündet nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten einen Fünf-Stufen-Plan: 2015, 2017 und 2019 je ein AKW, 2021 und 2022 jeweils drei Meiler.
6. Juni 2011: Kabinett macht Weg für Energiewende frei
6. Juni: Das Kabinett billigt das Atom- und Energiepaket.
15. Juni 2011: Ende des Moratoriums
15. Juni: Das dreimonatige Moratorium läuft offiziell aus.
25. Juni 2011: Sonderparteitag der Grünen
25. Juni: Die Grünen entscheiden auf einem Sonderparteitag, den Atomausstieg bis 2022 im Bundestag mitzutragen.