Tarifabschluss: Chemie-Beschäftigte bekommen 4,5 Prozent mehr

Gut eine halbe Million Beschäftigte in der deutschen Chemiebranche bekommen mehr Geld. Mit den Arbeitgebern einigten sie sich auf ein Plus von 4,5 Prozent. Außerdem sollen die Arbeitszeiten flexibler werden.

Chemie-Arbeiter bei BASF: Verhandlungen bis spät in die Nacht Zur Großansicht
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Chemie-Arbeiter bei BASF: Verhandlungen bis spät in die Nacht

Berlin - "Wir haben ein Tarifpaket beschlossen, das wir gut vertreten können." So kommentiert Peter Hausmann, Verhandlungsführer der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), den neuen Abschluss in seiner Branche. Die 550.000 Beschäftigten der deutschen Chemieindustrie erhalten 4,5 Prozent mehr Geld. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 19 Monaten, für den ersten Monat wird die Erhöhung jedoch nicht gezahlt.

Von einem "realistischen Konstrukt" sprach der Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite, Hans-Carsten Hansen. Seine Seite habe ihre wesentlichen Ziele erreicht und mit der Gewerkschaft einen fairen Kompromiss vereinbart.

Vereinbart wurde auch, dass Betriebe flexibel Wochenarbeitszeiten zwischen 35 und 40 Stunden mit einzelnen Mitarbeitern oder ganzen Belegschaften vereinbaren könnten. Damit sollen Unternehmen auf Personalengpässe etwa wegen Fachkräftemangel reagieren können. Die reguläre Arbeitszeit der Branche betrage aber weiterhin 37,5 Wochenstunden, betonte die IG BCE. Zudem wird die Ausbildungsvergütung um 50 Euro monatlich angehoben, und die Unternehmen zahlen bis 2015 mehr als 200 Millionen Euro in einen Fonds, der Altersteilzeitmodelle ermöglichen soll.

Vor der Einigung hatten die Tarifpartner am Mittwoch bis spät in die Nacht verhandelt und ihre Gespräche am Donnerstagvormittag fortgesetzt. Die Gewerkschaft hatte ursprünglich sechs Prozent mehr Geld bei einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten gefordert.

In der vergangenen Woche kam es auch in der Metallindustrie zu einem neuen Tarifabschluss. Dort erhalten die Beschäftigten 4,3 Prozent mehr über 13 Monate.

dab/AFP/dpa/dapd

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1. alles nur augenwischerei
thejagman 24.05.2012
und schon wieder ein schlechterer abschluss als bei den metallern! auf den ersten blick sind 4,5% nicht schlecht was sich aber bei einer laufzeit von 19 monaten schnell relativiert. dazu kommt dass die lohnerhöhung nicht im ersten monat gezahlt wird was defacto den alten tarifvertrag um einen monat verlängert. alles in allem ein arbeitgeberfreundlicher abschluss. ein guter tag um aus der ig bce auszutreten.
2.
RALF ALG III 24.05.2012
Zitat von sysopGut eine halbe Million Beschäftigte in der deutschen Chemiebranche bekommen mehr Geld. Mit den Arbeitgebern einigten sie sich auf ein Plus von 4,5 Prozent. Außerdem sollen die Arbeitszeiten flexibler werden. Chemie-Beschäftigte bekommen 4,5 Prozent mehr - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,835051,00.html)
Ich gratuliere der IG Chemie zu diesem Tarifabschluß. Eine 5 oder 6 vor dem Komma wäre den Kollegen zu wünschen gewesen. Aber eine 4 ist immer noch besser als eine 3. An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, daß wir Arbeitslose (Langzeitarbeitslose) dieses Jahr wohl eine Nullrunde werden hinnehmen müssen, wenn nicht bald mal ein wenig Druck aus der Arbeitsschaft kommt. Ein Solidaritätsstreik der Chemiearbeiter mit H4 wäre ein deutliches Signal an die BunReg.
3.
ajf00 24.05.2012
Zitat von RALF ALG IIIIch gratuliere der IG Chemie zu diesem Tarifabschluß. Eine 5 oder 6 vor dem Komma wäre den Kollegen zu wünschen gewesen. Aber eine 4 ist immer noch besser als eine 3.
Bei 19 Monaten Laufzeit ist das effektiv eine 3 vor dem Komma. Ich wuerde mir wuenschen die Zeitungen wuerden endlich anfangen die Steigerung pro Jahr anzugeben, statt die Propagandazahlen... geht doch im Supermarkt mittlerweile auch, dass man neben dem Preis auch den Preis pro 100g/1kg/Stueck/etc angezeigt bekommt.
4.
RALF ALG III 24.05.2012
Zitat von ajf00Bei 19 Monaten Laufzeit ist das effektiv eine 3 vor dem Komma. Ich wuerde mir wuenschen die Zeitungen wuerden endlich anfangen die Steigerung pro Jahr anzugeben, statt die Propagandazahlen... geht doch im Supermarkt mittlerweile auch, dass man neben dem Preis auch den Preis pro 100g/1kg/Stueck/etc angezeigt bekommt.
Die deutschen Arbeiter wurden in den letzten zehn Jahren konsequent daran gewöhnt, ihre Interessen an die Globalisierung anzupassen. Die Grenzen wurden geöffnet, und alle sollen schuften, um an das chinesische Lohnniveau heranzukommen. Während die Gewerkschaftsbosse in Armanianzügen und fetten schwarzen Limousinen einen auf "Gerhard Schröder" machen, wird dem deutschen Arbeitsmichel die faulige Karotte vors Maul gehängt.
5.
besserbescheidwisser 24.05.2012
Zitat von RALF ALG IIIIch gratuliere der IG Chemie zu diesem Tarifabschluß. Eine 5 oder 6 vor dem Komma wäre den Kollegen zu wünschen gewesen. Aber eine 4 ist immer noch besser als eine 3. An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, daß wir Arbeitslose (Langzeitarbeitslose) dieses Jahr wohl eine Nullrunde werden hinnehmen müssen, wenn nicht bald mal ein wenig Druck aus der Arbeitsschaft kommt. Ein Solidaritätsstreik der Chemiearbeiter mit H4 wäre ein deutliches Signal an die BunReg.
Wenn sich die Chemie-Arbeiter für eine Erhöhung der H4-Sätze einsetzen würden und damit Erfolg hätten hieße dass auch, dass mal der Spielraum für eine Senkung der Steuersätze sinken würde. Somit würde sich diese Gruppe also ins eigene Fleisch schneiden. Wenn sie jedoch in den Genuss eines finanziellen Aufstiegs gelangen wollen, würde ich ihnen empfehlen in Lager der Nichtarbeitslosen zu wechseln.
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