Fusion von Dow und DuPont Neuer US-Chemie-Riese verdrängt BASF als Nummer eins

In den USA entsteht ein neuer Chemie-Gigant: Die Konzerne Dow Chemical und DuPont schließen sich zusammen. Ihr Wert wird den der BASF übertreffen: 130 Milliarden Dollar.

Chemie-Fabrik in Japan (Archiv): Jede zehnte Stelle soll nach der Verschmelzung zu DowDuPont gestrichen werden
REUTERS

Chemie-Fabrik in Japan (Archiv): Jede zehnte Stelle soll nach der Verschmelzung zu DowDuPont gestrichen werden


Der Chemiebranche steht die größte Fusion der Geschichte bevor. Die US-Konzerne Dow Chemical und DuPont wollen sich zum neuen Weltmarktführer mit einem Börsenwert von 130 Milliarden Dollar zusammenschließen. Angestrebt sei ein Zusammenschluss unter Gleichen, teilten die beiden größten US-Chemieunternehmen am Freitag mit.

Erste Berichte über die geplante Fusion hatte es bereits vor einigen Tagen gegeben, die Großkonzerne wollten diese aber zunächst nicht bestätigen. Die Wettbewerbsbehörden müssen den Zusammenschluss noch genehmigen.

Der neue Konzern soll DowDuPont heißen. Er stößt den bislang weltgrößten Chemiekonzern BASF Chart zeigen aus Ludwigshafen vom Thron, der aktuell einen Börsenwert von gut 65 Milliarden Euro hat. Dies dürfte aber nicht von Bestand sein, da sich der neue Konzern wiederum in drei verschiedene börsennotierte Unternehmen aufspalten will. Einer dieser Konzerne soll für die Landwirtschaft zuständig sein, einer für Spezialchemieprodukte und der dritte für klassische Chemieprodukte.

DuPont kündigte am Freitag zugleich ein Sparprogramm an: 700 Millionen Dollar sollen eingespart werden, vor allem durch die Streichung von etwa zehn Prozent der Stellen. Derzeit arbeiten rund 54.000 Menschen bei dem Konzern.

Mit den Fusionsplänen reagieren die beiden Chemieriesen auf Druck von Investoren, denen die Unternehmen nicht profitabel genug sind. Die Aktionäre von Dow und DuPont sollen an dem neuen Konzern je rund 50 Prozent halten. DuPont-Chef Ed Breen soll Vorstandschef werden, der langjährige Dow-Chef Andrew Liveris den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden bekommen.

"Diese Transaktion ist bahnbrechend für unsere Branche", sagte Liveris. Die Anteilseigner seines Unternehmens sollen eine DowDuPont-Aktie für jede Dow-Aktie Chart zeigen erhalten, die DuPont-Aktionäre 1,282 DowDuPont-Papiere für jede ihres Unternehmens. Der Abschluss der Transaktion wird für das zweite Halbjahr 2016 erwartet. Der bislang größte reine Chemie-Deal war die Übernahme des US-Konzerns Lyondell durch die niederländische Basell 2007 für fast 19 Milliarden Dollar.

dab/dpa/Reuters



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insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
mermes 11.12.2015
1. ....
grunnd... aktionaere.... zu unrentabel (also bestimmt nen guter gewinn , ABER NICHT GENUG!) ... 10% arbeitsplaetze... 5400 menschen. ohne worte. die börse sollte mal unterbehmen staerken , um investieren zu koennen.. nur dumm wenn die menschen gemachte erfindung aus dem ruder laeuft.
Metternich 11.12.2015
2. Nur noch einer
Die von der us-amerikanischen Kultur geprägte Gigantomanie ist das ökonomische Credo. Irgendwann werden unsere Enkel global nur noch von einem Konzern in allen Lebensbereichen bedient, wenn das so weiter geht. Natürlich zu dessen Bedingungen.
goethestrasse 11.12.2015
3. Etwas gutes wäre...
..noch in Bhopal zu tun . Nicht nur an der Wall Street. Ähnlich wird es auch in Deutschland kommen, mit den Kosten für den Atomausstieg. Die bleiben auch auf den kleinen Leuten sitzen .
Berg 11.12.2015
4.
Diese Rankings sind m.E. völlig sinnlos. Oder kann mir bitte jemand erklären, welche Nachteile es für alle diejenigen Firmen hat, die KEIN Weltmarktführer sind?
wernigeroeder 11.12.2015
5. Blub blub blub
es blubbert gewaltig in dieser Welt- enden wird es im besten Fall wie 45- aber das ist wohl eher Wunschdenken...
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