Furcht vor Kreditklemme: Shanghais Börse erleidet höchsten Tagesverlust seit 2009

Chinas Zentralbank in Peking: Aussage der Notenbanker löste Verluste aus Zur Großansicht
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Chinas Zentralbank in Peking: Aussage der Notenbanker löste Verluste aus

Die Furcht vor einer Finanzkrise hat Chinas Börsen fest im Griff. Die großen Aktienmärkte des Landes verzeichneten am Montag massive Tagesverluste. Auslöser sind jüngste Aussagen der Notenbank.

Shanghai - Die chinesische Zentralbank setzt die Finanzkonzerne des Landes auf Diät und sorgt damit für große Unsicherheit an den Märkten. An den Börsen brachen die Kurse am Montag teilweise so stark ein wie seit Sommer 2009 nicht mehr.

Der CSI300-Index, der die in Shanghai ansässigen Unternehmen listet, fiel um 6,3 Prozent auf 2171 Punkte. Der Shanghai Composite-Index rutschte um 5,3 Prozent ab - und damit so deutlich wie zuletzt am 31. August 2009. In Hongkong sanken die Kurse um mehr als zwei Prozent. Besonders Finanzaktien gehörten zu den Verlierern: Ein entsprechendes Barometer brach in Shanghai um 7,1 Prozent ein, das ist sogar der größte Kursverlust seit November 2008. Zu den größten Verlierern gehörten kleinere Banken, wie China Minsheng Bank, die Industrial Bank und die Ping An Bank.

Eine Aussage der Notenbank hatte die Kursstürze ausgelöst. Die Finanzbranche verfüge über angemessene Mittel, teilte die Zentralbank in einem am frühen Montag veröffentlichten Statement mit. Man habe aber die Geschäftsbanken aufgefordert, die Steuerung der Liquidität zu verbessern.

Die Aussage der Notenbank kommt für Chinas Banken zur Unzeit. Seit Wochen klagen sie über Engpässe bei der Geldversorgung und steigende Zinsen. Die Weigerung der Zentralbank, den Markt weiter mit Geld zu fluten, hatte am Freitag in der Volksrepublik die Zinsen am Geldmarkt auf Rekordwerte getrieben.Die Zinsen für kurzfristige Darlehen zwischen den Banken schossen zeitweise auf 25 Prozent in die Höhe. Die Furcht vor einer Finanzkrise wächst. Am Montag waren die Zinsen weiter erhöht, sie reichten aber nicht an die Höchststände heran.

Vorgehen gegen Schattenbanken

Die Unsicherheit am Geldmarkt gehe auf das Konto von Spekulanten und Schattenbanken, hieß es in einem Kommentar der als Sprachrohr der Regierung geltenden Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag. Die Darstellung bestätigt die Vermutung von Finanzexperten, dass die jüngste Zurückhaltung der Notenbank beim Verleihen von Geld darauf abzielt, die rasante Kreditvergabe außerhalb des regulierten Bankensystems unter Kontrolle zu bringen.

In China bieten Zehntausende Kreditanbieter Wirtschaft und öffentlicher Hand Darlehen an - ein Kreditsystem außerhalb des regulierten Bankensektors. "Das Bargeld bei den Banken ist genauso knapp wie am Aktienmarkt sowie bei kleineren und mittleren Unternehmen. Aber es gibt eine üppige Geldversorgung im Markt", heißt es in dem Kommentar. "Viele große Unternehmen geben noch immer viel Geld aus und investieren in großem Stil in Anlageprodukte. Außerdem gibt es eine Menge heißes Geld auf der Suche nach spekulativen Investitionen, und private Kreditvergabe ist weit verbreitet", kritisierte Xinhua.

Die Weigerung der Notenbank, Bargeld in das Finanzsystem zu pumpen, signalisiere einen Kurswechsel: Nun komme es bei der Bereitstellung von Liquidität nicht mehr auf Quantität an, sondern auf Qualität.

yes/Reuters

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insgesamt 25 Beiträge
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    Seite 1    
1. Nun, eines dürfte wohl jedem klar
ronald1952 24.06.2013
Zitat von sysopDie Furcht vor einer Finanzkrise hat Chinas Börsen fest im Griff. Die großen Aktienmärkte des Landes verzeichneten am Montag massive Tagesverluste. Auslöser sind jüngste Aussagen der Notenbank. China: Aktienmärkte mit größten Tagesverlusten seit 2009 - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/china-aktienmaerkte-mit-groessten-tagesverlusten-seit-2009-a-907454.html)
sein der noch alles 5 Sinne beisammen hat, es muss diesen Zockern und Spekulanten endlich der riegel vorgeschoben werden. China scheint zu etwas Bereit zu sein, was sich hier keiner traut.Dabei wäre genau das nötig gewesen als die Blase geplatz war, aber was ist passiert? Den Banken wurden Milliarden hintenreingeschoben zum weiteren Verzocken, mehr ist nähmlich bisher nicht passiert. Und bei uns werden noch viele, viele Milliarden folgen bis es kichtig krachen wird, dann sind wir alle Pleite, weil unsere Politiker/innen einfach nur zu Dumm sind um zu erkennen das der Zug schon längst abgefahren ist.Ist schon klar warum die Börs solch einen Tagesverlust hatte, es wird nicht der letzte sein, denn die Zocker habenplötzlich Angst um ihre Kohle.Aber so sollte es sein,keine Macht den Zockern sondern nur herbe Verluste. schönen Tag noch,
2.
idealist100 24.06.2013
Zitat von sysopDie Furcht vor einer Finanzkrise hat Chinas Börsen fest im Griff. Die großen Aktienmärkte des Landes verzeichneten am Montag massive Tagesverluste. Auslöser sind jüngste Aussagen der Notenbank. China: Aktienmärkte mit größten Tagesverlusten seit 2009 - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/china-aktienmaerkte-mit-groessten-tagesverlusten-seit-2009-a-907454.html)
Wollen die etwa die Zocker und Headge Fonds austrocknen? Find ich Klasse.
3. Warum eigentlich Kurseinbrüche?
newsfreak 24.06.2013
Ist das nicht unter anderem ein durchaus positives Signal für Anleger die sich "Sicherheit und Verantwortung" wünschen? Ist doch super wenn man den Markt nicht mit billigem Geld flutet.
4. Richtig
idealist100 24.06.2013
Zitat von ronald1952sein der noch alles 5 Sinne beisammen hat, es muss diesen Zockern und Spekulanten endlich der riegel vorgeschoben werden. China scheint zu etwas Bereit zu sein, was sich hier keiner traut.Dabei wäre genau das nötig gewesen als die Blase geplatz war, aber was ist passiert? Den Banken wurden Milliarden hintenreingeschoben zum weiteren ......
Wen man bedenkt das die unseren Politikclowns ca. 4,5 Billionen in die Banken gesteckt haben um zu retten, was nicht zu retten ist. Deshalb werden die jetzt auch alle vor dem Bürger geschützt mit Panzerautos und schusssicherer Plastikwand.
5. oh gott ...
vegas333 24.06.2013
die Märkte werden sicher unruhig darauf reagieren ...
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