Handelsstreit Autoverkäufe in China gehen erstmals seit 20 Jahren zurück

Jahrelang boomte der Automarkt in China, nun ist der Absatz deutlich zurückgegangen - das erste Mal seit mehr als 20 Jahren.

Ford-Premiere in Peking
Tom Grünweg

Ford-Premiere in Peking


Der chinesische Automarkt ist 2018 angesichts der Zollstreitigkeiten zwischen den USA und China erstmals seit mehr als zwanzig Jahren geschrumpft. Der Absatz von Pkw sackte in dem Land im Vorjahresvergleich um 6 Prozent auf 22,7 Millionen Autos ab, wie der Branchenverband PCA (China Passenger Car Association) mitteilte. Für 2019 zeichnet sich laut Experten ein weiterer Abschwung ab - wenn sich der Handelsstreit mit den USA nicht auflöst. Wie schon des Öfteren in der Vergangenheit könnte die chinesische Regierung etwa mit Steuererleichterungen eingreifen, um den Automarkt zu stützen.

Der von US-Präsident Donald Trump vom Zaun gebrochene Handelsstreit zwischen den USA und China verunsicherte seit der Jahresmitte chinesische Kunden, die sich in der Folge mit dem Autokauf zurückhielten. Im Dezember verkauften die Autofirmen 19 Prozent weniger Autos als im Vorjahresmonat.

Abschwung dürfte sich 2019 fortsetzen

China ist der wichtigste Einzelmarkt für die deutschen Autokonzerne. Die Premiumhersteller Daimler, Audi und BMW halten sich allerdings vergleichsweise gut im Markt: Alle drei erzielten trotz der schwierigen Umstände noch ein Jahresplus. Größere Probleme haben vor allem die Massenhersteller: Die Marke VW etwa lag bei den Auslieferungen in den ersten elf Monaten mit 0,5 Prozent im Minus.

Auch für das gerade begonnene Jahr rechnen viele Experten derzeit mit einem weiteren Abschwung. Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs schätzen das Minus 2019 auf sieben Prozent.

Der Vizechef der Staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform, Ning Jizhe, kündigte im chinesischen Sender CCTV am Dienstagabend ein Bündel an Maßnahmen an, auch um das Auto jenseits der verkehrsinfarktgefährdeten Megastädte bei der Landbevölkerung weiter zu fördern. Aktien des chinesischen Herstellers Geely zogen in Hongkong daraufhin um mehr als acht Prozent an, diejenigen von Great Wall Motor kletterten um mehr als neun Prozent.

hej/dpa-AFX

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