China Kartellwächter brummen Daimler Millionenstrafe auf

Nach BMW und Audi trifft es auch Daimler: Die Kartellwächter in China verpassen den Schwaben eine Millionenstrafe wegen unerlaubter Preisabsprachen. Die Dominanz der deutschen Hersteller ist dennoch ungebrochen.

Mercedes-Benz-Präsentation in China: Neuer Ärger mit den Kartellbehörden
DPA

Mercedes-Benz-Präsentation in China: Neuer Ärger mit den Kartellbehörden


Chinas Kartellbehörden haben nun auch gegen Daimler ein Bußgeld in Millionenhöhe wegen der Manipulation von Preisen verhängt. Hintergrund sind Absprachen mit Mercedes-Händlern in der Provinz Jiangsu. Die dortigen Kartellwächter brummten dem Stuttgarter Autobauer eine Strafe von 350 Millionen Yuan oder umgerechnet rund 53 Millionen Euro auf.

In einer entsprechenden Mitteilung der Behörde hieß es, Mercedes-Benz und seine Händler hätten sich bei Preisen über die E- und S-Klasse sowie einige Ersatzteile abgesprochen und damit dem Wettbewerb sowie den Verbrauchern geschadet. Ein Daimler-Sprecher sagte, Mercedes-Benz China akzeptiere die Entscheidung.

Chinas Behörden untersuchen seit vergangenem Jahr die Preispolitik von Autobauern und anderen Firmen der Branche. Neben BMW und Audi sind auch der US-Hersteller Chrysler und japanische Zulieferer schon in ihr Visier geraten. Bei mehreren Firmen gab es Razzien.

Chinas Staatsmedien werfen den Autoherstellern Preistreiberei vor. Im Vergleich zu den USA und Europa seien die Preise in China teilweise deutlich höher. Es sollen Ermittlungen gegen mehr als tausend Autounternehmen, Händler und Zulieferer laufen. Im Visier haben die Wettbewerbshüter insbesondere den Oberklasse-Markt, den deutsche Anbieter wie Audi, BMW und Daimler dominieren. BMW und Audi mussten bereits im vergangenen Jahr Strafen zahlen.

ssu/dpa

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 16 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
mchunter 23.04.2015
1. gute Idee
Die deutschen Wettbewerbsbehoerden sollten dem Beispiel folgen.
caracho! 23.04.2015
2. Angebot und Nachfrage
Der Preis entsteht durch Angebot und Nachfrage, und eine Firma wird den Preis ausschliesslich nach Gewinnoptimierung bilden (viel verkaufen mit wenig Marge oder wenig verkaufen mit viel Marge), entsprechende Kurven und Diagramme lernt jeder Erstsemester-BWL Student. Mit den tatsächlichen Produktionskosten hat das wenig zu tun, viel mehr damit, wieviele Kunden dazu bereit (und in der Lage) sind, welchen Preis für ein Produkt zu bezahlen. Grundkurs BWL....
masselle65 23.04.2015
3. Millionenstrafe
eine Millionen-Strafe wegen unerlaubter Preisabsprachen. Kein Problem für Daimler...quetscht man einfach noch mehr die Zulieferer und Spedition aus...
Butenkieler 23.04.2015
4. China bereichert sich an deutschen Vermögen
und werden in Zukunft die deutschen Autos in China entworfen und gebaut? Müssen wir dann Audi, BMW oder Mercedes aus China kaufen? Was ist das Eigentum deutscher Firmen in China noch wert? Lohnt es sich noch für die Firmen im chinesischen Markt zu investieren?
wolfi55 23.04.2015
5. Strafe in China
Leute, das was in China an Strafen verhängt wird, das ist doch nur, weil man zu wenig an der richtigen Stelle bestochen hat. In China herrscht Korruption und Willkür auf allen Ebenen. Eine dort verhängte Strafe kann man nicht mit einem rechtsstaatlichen verfahren gleichsetzen. Alles niedriger hängen. Da ist ein Sack Reis umgefallen, so what.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.