Roboterbauer Chinesen übernehmen 95 Prozent von Kuka

Die umstrittene Übernahme des Augsburger Roboterbauers Kuka durch den chinesischen Midea-Konzern ist fast abgeschlossen. Nur noch fünf Prozent der Anteile verbleiben bei den bisherigen Eigentümern.

  Kuka-Roboter schenken Bier ein
AFP

Kuka-Roboter schenken Bier ein


Der chinesische Elektrogerätehersteller Midea hat den Roboterbauer Kuka zu knapp 95 Prozent übernommen. Nach dem Ende der Übernahmefrist verbleiben noch gut fünf Prozent der Kuka-Anteile bei ihren bisherigen Eigentümern, Midea hält jetzt 94,5 Prozent der Kuka-Aktien. Das teilte das in der südchinesischen Provinz Guangdong ansässige Unternehmen mit. Die Frist endete am vergangenen Mittwoch.

Midea will bis März 2017 die Übernahme der Augsburger Firma abschließen, die auf Industrieroboter - vor allem in der Autoproduktion - spezialisiert ist. Die Chinesen haben zugesichert, die 12.600 Arbeitsplätze bei Kuka bis zum Jahr 2023 zu erhalten. Die Übernahme kostet Kuka dieses Jahr 30 Millionen Euro für Beratung, Banken, Juristen, Marketing sowie Bonusaktien für Mitarbeiter und Führungskräfte.

Midea-Chef Paul Fang hatte im Laufe des Übernahmeverfahrens gesagt, er befürworte "eine breit aufgestellte Aktionärsbasis". Zwischenzeitlich hatte es auch Spekulationen gegeben, dass Midea einen Teil der Kuka-Papiere an einen oder mehrere Interessenten weiterverkaufen könnte.

Die Übernahme ist umstritten, da bei Kuka viel technologisches Know How gesammelt ist - unter anderem durch die Produktion für Autohersteller. Kritiker fürchten, solche hochsensiblen Daten könnten im Zuge des Kaufs durch Midea nach China gelangen.

asa/dpa/AFP

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insgesamt 33 Beiträge
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berlin-steffen 08.08.2016
1. da haben wir den Salat
"Kritiker fürchten, solche hochsensiblen Daten könne im Zuge des Kaufs durch Midea nach China gelangen." Ich erinnere nur an Siemens Mobile und BenQ. Diese Manager hatten vorher auch sovieles versprochen. Letztendlich haben sie nur das KnowHow abgeschöpft und dafür auch noch Geld von Siemens bekommen.
meineidbauer 08.08.2016
2.
Warum "fürchten"? Wenn denen der Laden gehört, dann wird selbstverständlich das ganze Wissen nach China abgesaugt werden, oder sehe ich das nicht richtig?
christian-h 08.08.2016
3. Kuka
Die europaischen Autobauer werden sich noch umschauen, wenn erst chinesische Autos mit europäischem Know How, Technik und Qualität für rund ein drittel weniger auf den Markt kommen. Das bei dieser Übernahme auch jede Menge Know How abfliest ist zu erwarten.
Sixpack, Joe 08.08.2016
4. Wo ist das Problem?
Shanghai hat 24 Millionen Einwohnern, Baden-Württemberg und Bayern zusammen auch. Die Chinesen brauchen halt Roboter für ihre Produkte. Was soll da umstritten sein. Die Roboter machen eben was die Chinesen nicht mehr selber machen wollen. Mehr nicht.
kladderadatsch 08.08.2016
5. Politikversagen
Reziprozität ist ein GATT-Prinzip, an das sich China nicht hält. Dort dürfen deutsche Unternehmen keine Mehrheiten an chinesischen Unternehmen erwerben. Das sollte dann auch für die Chinesen gelten.
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