Gigantische Filmstadt China macht auf Hollywood

Dutzende Studios, auf einer Fläche so groß wie 500 Fußballfelder: In China hat Multimilliardär Wang Jianlin eine Filmstadt eröffnet, die US-Studios Konkurrenz machen soll.

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Sie gilt als Hollywood Chinas: In der ostchinesischen Stadt Qingdao ist am Samstag eine gigantische Filmstadt offiziell eröffnet worden. Investoren wollen damit die heimische Filmindustrie fördern.

Der Multimilliardär Wang Jianlin investierte mit seinem Immobilien- und Unterhaltungskonzern Wanda nach eigenen Angaben 50 Milliarden Yuan (6,5 Milliarden Euro) in den Studiokomplex "Oriental Movie Metropolis". "Das ist die größte Investition, die die weltweite Film- und Fernsehindustrie je erlebt hat", erklärte die Firma.

Auf einem Areal so groß wie 500 Fußballfelder sind 30 moderne Studios untergebracht, zehn weitere sind in Planung. Das Gelände liegt teilweise auf einer künstlichen Insel und ist wie eine kleine Stadt: Es gibt dort eine Schule, ein Krankenhaus, Luxushotels und einen Jachtclub sowie ein Einkaufszentrum mit Restaurants, Eisbahn, einem Freizeitpark und dem größten Kino Asiens.

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Chinas Hollywood: Jachtclub, Eisbahn, Kinozauber

Bereits vor der Eröffnung entstanden in den Wanda-Studios die Produktion "The Great Wall" mit Matt Damon und "Pacific Rim: Uprising". Wanda will dort jedoch vor allem heimische Produktionen fördern. "Wir werden die Entwicklung der chinesischen Filmindustrie vorantreiben", erklärte Wang bei der Eröffnung, die eigentlich bereits für den April 2017 geplant war.

Anders als bei der Einführungsshow des Projekts im September 2013, als Hollywoodstars wie Leonardo DiCaprio, John Travolta und Nicole Kidman mitfeierten, blieb das ganz große Staraufgebot diesmal aus.

Wanda hatte verkündet, im Jahr der Eröffnung bereits fünf bis sechs Hollywood-Filmprojekte nach Qingdao locken zu wollen. Zuletzt waren jedoch einige US-chinesische Produktionen gescheitert, wie auch im vergangenen Jahr die Übernahme der US-Firma Dirk Clark Productions durch Wanda.

Wang Jianlin ist einer der reichsten Männer Chinas. An der Spitze der einschlägigen Milliardärslisten wechselt er sich regelmäßig mit Jack Ma, dem Gründer des Internetgiganten Alibaba, ab.

lov/AFP/Reuters



insgesamt 16 Beiträge
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Horch und Guck 28.04.2018
1. Den Hollywood Studios Konkurrenz machen?
Dürfte den Chinesen nicht allzu schwer fallen. Dann gibts demnächst halt unzählige Superheldenfilme mit asiatischen Superhelden, die natürlich, wie die US-amerikanischen, keine Propaganda sind. Und von jedem dieser Filme dann noch 67 Fortsetzungen drehen kriegen die Chinesen bestimmt auch noch hin.
Augustusrex 28.04.2018
2. na ja
sie müssen dann nur noch genügend Leute dazu bringen, sich das anzusehen.
mariomeyer 28.04.2018
3. Yo
Ein interessantes Projekt, finde ich. Ich bin gespannt, wie viele Fortsetzungen man aus "Reise nach dem Westen" herauspressen kann. Oder wie aufwändig dann demnächst der Widerstandskrieg gegen Japan inszeniert werden wird. Das chinesische Publikum wird das wahrscheinlich goutieren - schließlich besteht schon seit Jahrzehnten das Fernsehprogramm in der Volksrepublik zu großen Teilen aus diesen beiden Stoffen. Das prägt.
blue_note 28.04.2018
4. Was hat das mit Fußball zu tun?
Fußballfeld ist meines Wissens kein Flächenmaß. Glaubt der Autor / die Autorin wirklich, man könne sich 500 Fußballfelder besser vorstellen als z.B. 500 Hektar? Wer mal z.B. den angelsächsischen Alltag kennengelernt hat, weiß die Vorzüge unseres metrischen Systems zu schätzen. Flächen in Fußballfeldern anzugeben ist dumm.
cum infamia 28.04.2018
5. na ja,
Zitat von Augustusrexsie müssen dann nur noch genügend Leute dazu bringen, sich das anzusehen.
bei 1.400.000.000 potentieller Zuschauer bestimmt kein Problem !
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