Plan bis 2020 China investiert Milliarden in Ökostrom und Atomkraft

Weg von der Kohle, hin zu Sonnen- und Windenergie sowie Atomkraft: China gibt bis 2020 umgerechnet 343 Milliarden Euro für den Umbau aus. Allein 1000 größere Solarkraftwerke dürften entstehen.

Solaranlage in China
REUTERS

Solaranlage in China


China treibt die Abkehr von der Kohle voran. Hierfür sind bis 2020 Investitionen in Höhe von umgerechnet 343 Milliarden Euro vorgesehen, wie die Nationale Energiebehörde NEA mitteilte.

Dadurch sollen mehr als 13 Millionen Arbeitsplätze geschaffen werden. Die NEA bekräftigte ihr Ziel, bis 2020 rund 15 Prozent des gesamten Energiekonsums durch Alternativen zur Kohle abzudecken. Dazu zählt Energie aus Wind, Wasser und Sonne, aber auch Atomkraft.

Damit bewegt sich China als weltgrößter Energiemarkt zunehmend weg von der dreckigen Kohlekraft zu sauberen Energieträgern. Die Luftverschmutzung im Norden des Landes und in Peking hat eine Debatte um die Folgekosten der Umweltbelastung ausgelöst. Die Hauptstadt leidet derzeit unter starkem Smog.

Chinas oberste Wirtschaftsplaner (NDRC) hatten vor Kurzem einen Fünfjahresplan vorgelegt, wonach rund 138 Milliarden Euro allein in die Solarenergie fließen sollen. Hier sollen die Kapazitäten verfünffacht werden, was Fachleuten zufolge rund tausend größeren Solarkraftwerken entspricht. "Die Regierung könnte diese Ziele übertreffen, weil es im Zuge sinkender Kosten mehr Investitionsmöglichkeiten gibt", sagte Energieexperte Steven Han vom Finanzdienstleister Shenyin Wanguo. Der Bau großer Sonnenkraftwerke hat sich seit 2010 um 40 Prozent verbilligt.

msc/Reuters



insgesamt 92 Beiträge
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Boone63 05.01.2017
1. Statistik....
In 2015 war der Anteil 1%, dann wird der verfünffacht auf 5%. Insgesamt sollen also 15% bis 2020 erreicht werden. Das ergibt also 85% Kohle.... Bei dem Gesamtergieverbrauch, der stetig steigt, kann man sich ausrechnen was da an CO2 in die Atmosspähre geblasen wird. Da sind wir in DE ganz kleine Lichter, aber sowas von klein.
trader_07 05.01.2017
2.
In China geht halt was voran. Zumeist in einem atemberaubenden Tempo, welches man sich hier in Deutschland nicht vorstellen kann. Hier reicht es, wenn ein Öko-Hansel hinter seinem Busch hervorhüpft und einen Juchtenkäfer in der Hand hält. Dann stehen monatelang alle Räder still.... Im Land des Lächelns hat man für solche Absurditäten vermutlich ein Lächeln übrig - oder eher noch ein ausgiebiges Lachen.
gargamehl 05.01.2017
3. Mein Weltbild kommt ins Wanken...
Nichts ist mehr so wie es war, die Chinesen waren einmal die Klimakiller, die Amerikaner die Verfechter der Demokratie. Heute unterwandern die Amerikaner ihre eigenen Werte durch Intoleranz, Populismus und vollständiger Überwachung. Und die Chinesen tun das, was aus meiner Sicht das einzig Schlaue ist. Prio 1 sollte sein: Raus aus der Kohle und raus aus den fossilen Energierträgern und paralleler Aufbau alternativer Energieträger. Die Atomkraft kann als zweites dran glauben. Die Verweildauer von CO2 in der Atmosphäre beträgt mehrere tausend Jahre, die Folgen des CO2 Eintrags sind global und unumkehrbar. Bei der Wahl zwischen Pest und Cholera hat unsere Regierung die falsche Wahl getroffen.
neutron76 05.01.2017
4. Bevor alle jubeln ...
Der größte Teil bleibt Kohle.... In Deutschland ist auch nicht die Menge der erneuerbaren Energie das Problem, sondern die Speicherung und die Verteilung. Mittelfristige Speicherung mit Pumpspeichern ist praktisch nicht vermittelbar, da Eingriffe in die Bergwelt notwenig sind. Langfristige Speicherung mit PowertoX ist vom Wirkungsgrad her noch nicht gut genug und wirtschaftlich uninteressant. Die Verteilung bekommt man wahrscheinlich mit hohen Kosten in den Griff (Stromtrassen). China hat durch zentralistische Planung und fehlender Klagemöglichkeiten ganz andere Optionen....
Palmstroem 05.01.2017
5. China bleibt ein Klimakiller
China wird auch weiterhin ein Klimakiller bleiben, während die USA seit über einem Jahrzehnt jahr für Jahr ihre CO2-Emissionen senken. Es stimmt zwrr, dass China stark in Solar- und Windkraftwerke investiert, aber deren Anteil am Strommix liegt unter 10%. Den größten Beitrag der Erneuerbaren Energien bringen die Wasserkraftwerke. Und es sollen bis 2030 über einhundert Atomkraftwerke am Netz sein und etwa 10% der Stromerzeugung liefern. Trotzdem wird die Kohle weiter mit weit über 60% Anteil Spitzenreiter sein. Und damit bleibt China der Klimakiller No.1
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