Milliardeninvestitionen: China überschüttet Europa mit Geld

Erstmals hat China mehr Geld in Europa investiert als umgekehrt. 2011 gingen Unternehmen und Staatsfonds aus der Volksrepublik für mehr als elf Milliarden Euro auf Einkaufstour - gerade erst erwarben sie einen Anteil am Londoner Flughafen Heathrow. Beliebtestes Ziel ist aber: Deutschland.

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Heathrow: Chinesischer Staatsfonds steigt in Londoner Flughafen ein

Peking - Der Geldstrom zwischen Europa und China hat offenbar die Richtung gewechselt: Im vergangenen Jahr haben chinesische Unternehmen und der chinesische Staat mehr als elf Milliarden Euro in Ländern der Europäischen Union investiert. Umgekehrt steckten Europäer nur rund sieben Milliarden Euro in Projekte in der Volksrepublik, wie eine am Montag veröffentlichte Studie der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) ergab. Beliebtestes Ziel chinesischer Investitionen in Europa ist demnach Deutschland.

Der chinesische Staatsfonds CIC, ausgestattet mit mehr als 3,2 Billionen Dollar, wolle sein Geld möglichst breit gestreut anlegen und suche nach Zugang zu Ressourcen, heißt es in der PwC-Studie. CIC kaufte im vergangenen Jahr beispielsweise einen Sieben-Prozent-Anteil am europäischen Satellitenbetreiber Eutelsat und einen Anteil von 8,7 Prozent am britischen Wasserversorger Thames Water.

Die staatlich kontrollierte Gruppe China Three Gorges erwarb mehr als 21 Prozent am portugiesischen Energieversorger EDP, und eine CIC-Tochter kaufte einen Anteil am Betreiber des britischen Flughafens Heathrow.

Chinesische Privatunternehmen seien am Erwerb von Schlüsseltechnologien interessiert, um so auch im Ausland wachsen zu können, analysierte PwC. Als Beispiel wird der Baumaschinenkonzern Sany genannt, der den Betonpumpenspezialisten Putzmeister kaufte.

Die Investitionen europäischer Unternehmen in China dagegen sind nach Zahlen des Handelsministeriums in Peking rückläufig. In den ersten neun Monaten dieses Jahres sanken sie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als sechs Prozent auf 4,83 Milliarden Dollar. Größter Investor aus der EU in China war im vergangenen Jahr laut der PwC-Studie Frankreich.

nck/AFP

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insgesamt 82 Beiträge
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1. China
Quagmyre 19.11.2012
Zitat von sysopGetty ImagesErstmals hat China mehr Geld in Europa investiert als umgekehrt. 2011 gingen Unternehmen und Staatsfonds aus der Volksrepublik für mehr als elf Milliarden Euro auf Einkaufstour - gerade erst erwarben sie einen Anteil am Londoner Flughafen Heathrow. Beliebtestes Ziel ist aber: Deutschland. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/china-investiert-milliarden-in-europa-laut-pwc-a-868116.html
Mich beunruhigt das sehr. Letztlich erfolgt nichts ohne Gegenleistung, und gerade in Deutschland sollten wir darauf achten, unser Know-How nicht einfach zu verhökern. Ein zunehmeder Einfluß der Chinesen in Europa wird auch Auswirkungen auf Gesellschaft und Arbeitswelt haben. Und garantiert nicht zum Guten. Auf Foxconn-Verhältnisse kann ich hier gerne verzichten.
2.
pepe_sargnagel 19.11.2012
Zitat von sysopGetty ImagesErstmals hat China mehr Geld in Europa investiert als umgekehrt. 2011 gingen Unternehmen und Staatsfonds aus der Volksrepublik für mehr als elf Milliarden Euro auf Einkaufstour - gerade erst erwarben sie einen Anteil am Londoner Flughafen Heathrow. Beliebtestes Ziel ist aber: Deutschland. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/china-investiert-milliarden-in-europa-laut-pwc-a-868116.html
Darf man nun sagen, dass das in höchstem Maße asozial ist. China verlangt eine Gegenleistung für das Tauschmittel Geld. Die europäischen Politiker leben schon längst in einer sozialistischen Welt, denn Geld ist kein Tauschmittel mehr, sondern nur ein Mittel zum Wunschkonzert. Wieso spielen denn Bürger oder Unternehmen nicht das Spiel der Politiker mit? Ach ja - die sind zumeist nicht systemrelevant und alternativlos. Banken und (Große)Konzerne aber spielen das Spiel schon mit - aber sie geben nicht. Sie nehmen am Wunschkonzert als Nehmerpartei teil. Nun möcht ich nur wissen, wie ich auch am Wunschkonzert teilnehmen kann? Ich bin aber noch nicht systemrelevant, aber wäre gerne Nehmerpartei!
3. titel
RubyRhod 19.11.2012
richtig - nur stellt sich die frage, was einem sachwerte, tausende km weiter weg, wert sind, wenn es drauf an kommt. aber so oder so - china macht's richtig.
4. Das ist eben das Problem..
zeitdiebin 19.11.2012
...sie sind an den SChlüsseltechnologien interessiert. Wenn alles abverkauft ist, dann lassen wir uns aus China beliefern *gg. Nein, ist nicht wirklich witzig. Es ist schlussendlich fatal. Es sei denn, es werden neue Technologien die Wirtschaftsmacht Deutschland stützen.
5. von China lernen....
Knackeule 19.11.2012
Die chinesische strategische Wirtschaftspolitik ist irgendwie schlauer wie die von unserem Herrn Rösler. Die Chinesen haben realisiert, dass ihre Billionen-Dollar-Reserven schon bald nix mehr wert sein werden. Deshalb kaufen sie weltweit massiv Rohstoff-Lieferanten und westliche Technologie-Firmen. So sichern die sich ihre Zukunft und werden gleichzeitig ihre immer wertloser werdenen Dollars los. Und wir unterstützen die Club-Med-Staaten und schauen dem Ausverkauf unserer Firmen tatenlos zu. Tja, das ist halt der Unterschied zwischen schlau und doof.
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