Übernahmen Chinesische Investoren kaufen gern deutsche Mittelständler

In China hat "Made in Germany" einen sehr guten Ruf - dementsprechend begehrt sind deutsche Firmen dort bei Investoren: Im vergangenen Jahr kauften Chinesen in keinem EU-Land mehr Unternehmen.

Hauck & Aufhäuser in Frankfurt: Für 200 Millionen Euro gekauft
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Hauck & Aufhäuser in Frankfurt: Für 200 Millionen Euro gekauft


Das Interesse chinesischer Investoren an deutschen Mittelständlern ist einer Studie zufolge weiter hoch. Im vergangenen Jahr kauften Chinesen 36 deutsche Firmen und damit so viele wie schon 2014, wie das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Ernst & Young (EY) mitteilte. In keinem anderen EU-Staat waren die Chinesen demnach bei ihren Investitionen so aktiv wie in Deutschland.

Übernommen wurde beispielsweise die Privatbank Hauck & Aufhäuser für rund 200 Millionen Euro. Für Aufsehen sorgte Mitte Januar zudem der Kauf des Münchner Spezialmaschinenbauers Krauss-Maffei durch Chinesen für 925 Millionen Euro.

Das Interesse der Asiaten an deutschen Hidden Champions - also in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannten Weltmarktführern in Nischenmärkten - bleibe auch künftig hoch, sagte EY-Expertin Yi Sun. "Deutsche Industrie- und Technologieunternehmen genießen in China höchsten Respekt."

Zwar sei bislang die Bereitschaft im deutschen Mittelstand, ausländische Investoren mit ins Boot zu holen, gering. Das könnte sich aber ändern: Positive Erfahrungen mit Geschäftspartnern aus Fernost sprächen sich herum, sagte Yi Sun: "Daher werden wir ganz sicher künftig mehr Transaktionen in diesem Bereich sehen."

Im Ranking ausländischer Investoren in Deutschland kletterte China um einen Rang auf den fünften Platz, Spitzenreiter sind die USA mit 159 Firmenakquisen vor Großbritannien mit 77. Insgesamt gingen den Angaben zufolge im vergangenen Jahr 652 deutsche Firmen komplett oder teilweise in ausländische Hand über.

fdi/Reuters

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insgesamt 13 Beiträge
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see_baer 01.02.2016
1. Die Grandiose Fehlentscheidung in Europa:
Globalisierung um jeden Preis - unseren Arbeitnehmern wäre mehr geholfen, wen wir unsere Industriekerne schützen und gegen den Ausverkauf sichern würden. Wovon wollen wir den Sozialstaat bezahlen - von Dienstleistern und windigen Bankgeschäften etwa?
max-mustermann 01.02.2016
2.
"Positive Erfahrungen mit Geschäftspartnern aus Fernost sprächen sich herum, sagte Yi Sun" Die Negativen hoffentlich auch. Erst eigene Leute einarbeiten lassen dann Wissen und Patente absaugen und zum Schluß den Laden zumachen und in China wieder aufmachen.
toralf2010 01.02.2016
3. Sehenden Auges gibt Deutschland
geballtes Wissen an die Chinesen ab. Wie unvernünftig kann man den noch aggieren? Jahrelang haben deutsche Unternehmer Wissen und Technologien aufgebaut und zur Serienreife gebracht von der die halbe Welt träumt und die Chinesen greifen das einfach ab... Für lächerliche 6,7 Millionen €, für eine 10 Jahre zurückliegende Fussball WM, da werden Ermittlungsgruppen gegründet und alles mögliche unternommen, aber gegen den Ausverkauf erfolgreicher Deutscher Mittelständler wird nichts getan - schade!!! Das gehört genau so zu dem Thema das Deutschland sich abschafft wie das aushebeln des GG durch die momentane Kanzlerin.
georgia.k 01.02.2016
4. Chinesen, Saudis, Iraner - sie kaufen sich hier ein
wir wenden mindestens 50 Milliarden auf, um den von Sozialdemokraten jetzt noch gebilligten einsamen Beschluss unserer Kanzlerin zu finanzieren. Unsere Lebenshaltungskosten sind hier so hoch, dass viele Arbeitnehmer - und zukünftige Rentner eh - das selbst gar nicht allein erwirtschaften können. Wie sollen das Millionen von Flüchtlingen, die in großer Mehrheit gar nicht über die einfachste hier geforderte Schulbildung verfügen, nicht die erforderliche berufliche Ausbildung haben, jemals schaffen. Wir vermehren hier nur die Zahl der Sozialtransferabhängigen mit einem unvorstellbaren Milliardenaufwand, haben zu viele Geringqualizierte und hätten beste Chancen als Billiglohnland, wenn denn andere nicht noch viel billiger zu haben wären. Dass Milliarden erst einmal verdient werden müssen und sich als Investition in die Zukunft auch rechnen müssen, kommt denjenigen gar nicht in den Sinn, die ihre Leistungen, Bezüge etc. wie Strom aus der Steckdose beziehen und hinsichtlich wirtschaftlicher Zusammenhänge keine Vorstellungen haben.
klugscheißer2011 01.02.2016
5. Das machen andere auch
Zitat von max-mustermann"Positive Erfahrungen mit Geschäftspartnern aus Fernost sprächen sich herum, sagte Yi Sun" Die Negativen hoffentlich auch. Erst eigene Leute einarbeiten lassen dann Wissen und Patente absaugen und zum Schluß den Laden zumachen und in China wieder aufmachen.
Ja, genau so ähnlich haben es nach der Wende viele Westfirmen im Osten gemacht. Dabei ging es zwar nicht um Patente, aber die Firmen im Osten waren echte Schnäppchen und nicht alle waren marode! Versüßt wurden diese Zukäufe, die oft nicht mehr als die symbolische D-Mark kosteten, durch Sanierungsgelder der Treuhand. Was dann später wirklich mit dem Geld gemacht wurde, hat keiner kontrolliert. Ich hätte mir damals gewünscht, dass man die VEB international angeboten hätte. Dann wären vielleicht ein paar mehr anständige Investoren dabei gewesen. Und ob Investoren heute aus China, den USA oder Katar kommen, ist doch wurscht in Zeiten der Globalisierung. Ein Beispiel: die schwedische Automarke Volvo ist in chinesischer Hand. Und?
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