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China: KFC gewinnt Verleumdungsklage um das achtbeinige Huhn

KFC in China: Ruf geschädigt, Umsätze verloren Zur Großansicht
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KFC in China: Ruf geschädigt, Umsätze verloren

Mutierte Hühnchen mit sechs Flügeln und acht Beinen: Der Fastfood-Konzern KFC kämpft in China gegen makabre Gerüchte in sozialen Netzwerken - und war nun vor Gericht erfolgreich.

Die Fastfood-Kette KFC hat in China eine Schadensersatzklage gegen drei Medienfirmen gewonnen. Ein Gericht in Shanghai verurteilte die Unternehmen zu einer Zahlung von insgesamt 600.000 Yuan (rund 83.600 Euro). Sie hatten auf ihren Accounts in sozialen Netzwerken Gerüchte über eigens für die auf Geflügel spezialisierte Restaurantkette gezüchtete, mutierte Hühnchen verbreitet. Der KFC-Mutterkonzern Yum Brands hatte 3,5 Millionen Yuan (rund 486.900 Euro) gefordert.

Wichtiger als der finanzielle Schadensersatz dürfte KFC aber ohnehin eine weitere Auflage des Gerichts gewesen sein: Die Medienfirmen müssen sich öffentlich für die makabren Gerüchte entschuldigen. Damit dies von der Öffentlichkeit auch wahrgenommen wird, muss dies auf großen chinesischen Webportalen geschehen.

Die drei Firmen hätten den Ruf von KFC beschädigt und der Restaurantkette wirtschaftlichen Schaden zugefügt, begründete das Gericht nun das Urteil. Der KFC-Mutterkonzern Yum Brands begrüßte die Entscheidung.

Schwierigkeiten in China

In China mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern haben soziale Netzwerke eine immense Reichweite. Sie werden häufig dazu genutzt, Konkurrenten bewusst zu schaden, oft auch mit hanebüchenen Argumenten. Viele Firmen haben sich in China darauf spezialisiert, im Auftrag Inhalte in den sozialen Netzwerken zu produzieren.

Im konkreten Fall hatten die drei verurteilten Firmen über zehn Accounts beim sozialen Netzwerk WeChat Postings und Fotos veröffentlicht, die KFC beschuldigten, Hühner mit acht Beinen und sechs Flügeln zu züchten. Seit die KFC-Klage gegen die Gerüchte im Juni bekannt wurde, kursieren auch auf Twitter entsprechende Fotomontagen:

KFC hat derzeit ohnehin schwer auf dem chinesischen Markt zu kämpfen. Die Umsätze sind zurückgegangen, seit Medienberichte im Jahr 2012 nahelegten, dass KFC-Zulieferer Hormone und Antibiotika verwenden würden, um Hühner schneller heranzuzüchten. Vergangenes Jahr war ein weiterer Zulieferer in einen Lebensmittelskandal um abgelaufenes Fleisch verwickelt. Bei dem Fleischlieferanten - der auch McDonald's und Burger King versorgt haben soll - wurden sechs Personen festgenommen. Der KFC-Mutterkonzern Yum Brands hat sich öffentlich von dem Dienstleister distanziert.

fdi/Reuters

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