Nach Kurssturz Chinesische Regierung beruhigt Anleger mit schärferen Regeln

Erneut hat Chinas Regierung strengere Regeln für Spekulationsgeschäfte erlassen. Der Eingriff in den Aktienmarkt zeigt Wirkung, die Anleger kaufen wieder.

Händler in China: Strengere Regeln gegen den Absturz
REUTERS

Händler in China: Strengere Regeln gegen den Absturz


Dramatische Einbrüche und dazwischen eine kleine Erholung: Von einer dauerhaften Entspannung an Chinas Aktienmärkten kann bisher keine Rede sein. Nun versucht die kommunistische Führung mit einer weiteren Intervention die Lage zu stabilisieren.

Die Regierung hat die Regeln für Händler erneut verschärft. In Shanghai und Shenzhen gelten seit Dienstag strengere Vorschriften für sogenannte Leerverkäufe von Aktien, bei denen Anleger auf fallende Kurse wetten. Demnach dürfen die Papiere nicht an einem Tag geliehen, verkauft und dann zurückgekauft werden. "Die Regierung tut alles was sie kann, um einen weiteren Rückgang des Markts zu verhindern", sagte Samuel Chien vom Brokerhaus BoomTrend Investment Management.

Der Schritt zeigte bereits Wirkung: Der chinesische Leitindex Shanghai Composite stieg deutlich. Er notierte zum Handelsschluss 3,69 Prozent im Plus bei 3757 Punkten. Der CSI-300-Index stieg um 3,11 Prozent auf 3948 Punkte. Er enthält die 300 größten Unternehmen des chinesischen Festlands und war im Juli um fast 15 Prozent gefallen.

Anders als die chinesischen Festlandbörsen ist der Handel an den Börsen in Hongkong für ausländische Investoren nicht beschränkt. Der dortige Hang-Seng-Index notierte zum Handelsschluss nahezu unverändert 0,02 Prozent im Minus bei 24.406 Punkten.

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Erklärgrafiken: So funktionieren Leerverkäufe

Bei Leerverkäufen verkaufen Investoren geliehene Aktien in der Hoffnung, diese bis zur Rückgabe der Papiere billiger zurückkaufen und die Differenz als Gewinn einstreichen zu können. Je länger die Ausleihfrist, desto größer ist das Risiko, dass der Plan nicht aufgeht.

Größere Handelshäuser wie Citic Securities und Huatei Securities kündigten an, ihr Geschäft mit Leerverkäufen vorübergehend einzustellen. Die neuen Regeln dienen aus Sicht der Behörden zur Stabilisierung der Aktienmärkte, die seit Mitte Juni um mehr als 30 Prozent eingebrochen sind.

Kritiker verweisen darauf, dass Leerverkäufe auch zur Absicherung von anderen Transaktionen dienten. Wenn Investoren diese Möglichkeit verwehrt bleibe, würden sie sich womöglich aus den chinesischen Aktienmärkten zurückziehen und verstärkt Papiere abstoßen. "So könnten sich die Marktschwankungen noch verstärken, die eigentlich verhindert werden sollen", warnte ein Derivate-Händler in Hongkong.

Bereits Anfang Juli hatten die chinesischen Behörden angekündigt, gegen "illegale Machenschaften" auf den Aktien- und Terminmärkten vorzugehen. Unter anderem sollten Leerkäufe geahndet werden, die mit "böswilliger Absicht" getätigt würden.

mmq/Reuters/dpa-AFX

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johannes.gebhart 04.08.2015
1. Scheinbar
sind die Chinesen in der Lage, schnell zu handeln und nachhaltig gegen zu steuern. Ich würde mich freuen, wenn die noch weiter gingen...
gelegentlicher_poster 04.08.2015
2. Bilderwahl bei Börsenartikeln
Liebe SpOn Redaktion, bei fallenden Kursen an der Börse werden gerne Aufmacherbilder gewählt mit rot leuchtenden Kurstafeln, so auch in den vergangenen Wochen bei Berichten über die chinesischen Börsen. Das ist leider ein Bisschen am Thema vorbei - denn Rot ist in China eine Glücksfarbe. Rote Kursanzeigen stehen in Shanghai, Peking usw. folglich für _steigende_ Kurse. Die Bilder bei den Artikeln anlässlich der Kursstürze in China versprühten also viel Optimismus... ;-) Vielleicht können Sie in Zukunft da ein Bisschen mehr drauf achten - Ich persönlich finde es einfach jedesmal redaktionell etwas unsauber. Gruss gelegentlicher_poster
fritzyoski 04.08.2015
3. Die Blase platzt
Die Blase platzt, egal wie sehr sich die chinesische Regierung dagegen stemmt, wie viele Gesetze erlassen werden oder wieviel Aktien die Zentral Bank kauft. Bisher hat sie es nur geschafft viel Steuergelder zu verbrennen und den Zeitpunkt der Preisfindung zu verzoegern.
Crom 04.08.2015
4.
Zitat von gelegentlicher_posterLiebe SpOn Redaktion, bei fallenden Kursen an der Börse werden gerne Aufmacherbilder gewählt mit rot leuchtenden Kurstafeln, so auch in den vergangenen Wochen bei Berichten über die chinesischen Börsen. Das ist leider ein Bisschen am Thema vorbei - denn Rot ist in China eine Glücksfarbe. Rote Kursanzeigen stehen in Shanghai, Peking usw. folglich für _steigende_ Kurse. Die Bilder bei den Artikeln anlässlich der Kursstürze in China versprühten also viel Optimismus... ;-) Vielleicht können Sie in Zukunft da ein Bisschen mehr drauf achten - Ich persönlich finde es einfach jedesmal redaktionell etwas unsauber. Gruss gelegentlicher_poster
Im Artikel geht es aber um steigende Kurse.
neanderspezi 04.08.2015
5. Das Spiel an der Börse ist mit großen Risiken behaftet, fragen sie dazu ihre Bank oder die Partei und sie wissen Bescheid
Nach dem Kurssturz eine kleine Erholung dank des Eingriffs der Partei ins Börsengeschehen und siehe da, die "Anleger" kaufen wieder. Was für Anleger sind denn das eigentlich? Sind das vielleicht solche, die regelmäßig ihre Mitnahmen praktizieren und sehr wohl mit dem Auf und Ab der Kurse, initiiert durch die Partei, ihren Schnitt zu machen verstehen, denn sie haben im Gegensatz zum Kleinanleger auf Pump den nötigen Ein- und Überblick. Das gegenwärtige Geschehen an den chinesischen Börsen sind Momentaufnahmen, die vielleicht nur die Funktion haben, überschüssiges und Risikokapital in der Hand der Miniaturjunkies so clever wie möglich abzugreifen und durch scheinbare Kanalisierung der Börsenkurse in ruhigeres Fahrwasser einen Vertrauensballon für die Kleinanleger aufzublasen und in einem geschickten Moment platzen zu lassen, möglichst unmittelbar nach den Mitnahmen.
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