Liberalisierung China öffnet sich für ausländische Hedgefonds

China will die Kapitalflucht wohlhabender Bürger stoppen. Darum öffnet das Land seinen Kapitalmarkt für ausländische Hedgefonds, berichtet die "Financial Times". Investoren stehen bereits in den Startlöchern - doch die Regierung in Peking will nur ausgewählte Fonds zulassen.

Chinesische Yuan: Ausländische Hedgefonds sollen den Kapitalabfluss eindämmen
AFP

Chinesische Yuan: Ausländische Hedgefonds sollen den Kapitalabfluss eindämmen


Hamburg - Die Regierung in Peking plant einen weiteren Schritt bei der Reform des streng reglementierten Kapitalmarkt des Landes. Laut "Financial Times" soll in Shanghai ein Pilotprogramm gestartet werden, das ausländischen Hedgefonds das Investieren in der Volksrepublik erlaubt. Die Zeitung beruft sich auf Informationen aus Industriekreisen. Es handle sich um einen weiteren Schritt Chinas, den Kapitalfluss über Ländergrenzen hinweg zu lockern und den Yuan zu einer international anerkannten Anlagewährung zu machen.

Bereits im Mai hatte die chinesische Regierung bei Gesprächen mit der US-Regierung eine Lockerung des heimischen Kapitalmarktes versprochen. Der Reformwille dürfte auch durch den gestiegenen Kapitalabfluss gewachsen sein. Mangels Möglichkeiten auf dem heimischen Markt tragen wohlhabende Chinesen ihr Geld vermehrt ins Ausland. In China selbst investieren Reiche in Immobilien - was die Gefahr einer Blase erhöht.

Die Liberalisierung des chinesischen Hedgefonds-Marktes gehört der "FT" zufolge zu den wichtigsten Schritten in einer ganzen Reihe von Reformen. Das sogenannte "Qualified Domestic Limited Partner Programm" werde aber nur langsam und vorsichtig implementiert. Demnach ist das Volumen zunächst auf fünf Milliarden Dollar begrenzt. Auch sei es vorerst nur ausgewählten und großen Hedgefonds erlaubt, sich für das Projekt zu bewerben, hieß es weiter. Obwohl kaum Details bekannt seien, sei das Interesse enorm.

lei



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cokommentator 11.07.2012
1. Der Untergang ist nahe...?
Ist die chinesische Wirtschaft dem selbstgeschaffenen Untergang geweiht? Ist es ein Zeichen dafür, dass es um die chinesischen Finanzen nicht ganz so gut wie behauptet steht? Würde man sonst das scheinbar bestehende Finanzierungsproblem nicht "intern" lösen? Soll man jetzt jubeln oder trauern? Welche Auswirkungen hat es für den Rest der Welt?
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