Handelsstreit China steigert Stahlexporte trotz US-Strafzöllen

Die chinesische Wirtschaft boomt trotz des Handelskrieges mit den USA. Die Ausfuhr von Stahl und Aluminium ist im April gestiegen.

Chinesischer Stahlarbeiter
AP/Liu debin - Imaginechina

Chinesischer Stahlarbeiter


Inmitten des Zollstreits mit den USA hat Chinas Handelsüberschuss zugelegt. Die chinesischen Exporte in die USA überflügelten in April die US-Einfuhren nach China um 22,2 Milliarden US-Dollar (18,3 Milliarden Euro), wie aus am Dienstag veröffentlichten Zahlen der Pekinger Zollverwaltung hervorgeht.

Trotz der von den USA verhängten Schutzzölle konnte das Land im April die Ausfuhr von Stahl und Aluminium noch steigern. Die Stahlexporte zogen im Vergleich zum Vormonat um 14,7 Prozent auf 6,48 Millionen Tonnen an. Dies ist das höchste Niveau seit August 2017. Auch die Aluminiumexporte legten leicht zu und zogen um 0,2 Prozent auf 451.000 Tonnen an.

US-Präsident Donald Trump will das hohe Handelsbilanzdefizit seines Landes mit China reduzieren. Allein im vergangenen Jahr exportierte das Reich der Mitte für 375 Milliarden Dollar mehr Waren in die USA, als es von dort einführte.

China profitiert von Sanktionen gegen Russland

Der Konflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften hatte sich hochgeschaukelt, nachdem die USA zunächst Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus China verhängten und später mit weiteren Strafzöllen auf Waren im Wert von bis zu 150 Milliarden Dollar drohten. China kündigte Gegenmaßnahmen an.

Die chinesischen Firmen profitierten laut Analysten davon, dass die USA den russischen Aluminiumkonzern Rusal mit Sanktionen belegt hatten. Die Produzenten aus der Volksrepublik konnten ihr Aluminium so zu höheren Preisen auf dem Weltmarkt losschlagen. Auf die USA entfallen 14 Prozent der chinesischen Aluminiumexporte, bei Stahl ist es nur ein Prozent. Die USA erheben zum Schutz der heimischen Industrie einen Zoll von 25 Prozent auf Stahl und zehn Prozent auf Aluminium. Die EU ist davon vorerst ausgenommen.

Um im Handelskonflikt zu vermitteln, war vergangene Woche eine Delegation aus Washington nach Peking gereist, die allerdings kaum Fortschritte erzielen konnte.

lie/Reuters



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kraus.roland 08.05.2018
1. Nach den kannibalischen Gesetzen des Marktes..
..verführt der "starke" Dollar zu verstärkten Einfuhren aus China. Zu Preisen, denen amerikanische Einkäufer nicht widerstehen können. In Wahrheit ist der Dollar überbewertet und die Zeche wird für die USA langfristig grausam ausfallen, trotz der Trumpschen Zappeleien und Klimmzüge. Entweder er lernt ganz schnell partnerschaftlich zu verhandeln. Oder er gibt weiter den Zampano per Drohgebärden mit der amerikanischen Machtposition schlechthin. Dann wird er genau diese zerstören und um sich herum - d.h. auch in Europa! - den ganzen Welthandel schädigen!
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