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Neue Regel: China stoppt erstmals Aktienhandel wegen Schwankungen

Schon am Tag seiner Einführung muss China einen neuen Sicherungsmechanismus zur Stabilisierung des Aktienhandels aktivieren. Schlechte Zahlen zur chinesischen Industrieproduktion schickten die Kurse in Asien auf Talfahrt.

Kursanzeige in Peking: Globale Fluktuationen zu erwarten Zur Großansicht
DPA

Kursanzeige in Peking: Globale Fluktuationen zu erwarten

Mit einem vorzeitigen Stopp des Aktienhandels hat China auf einen Einbruch der Börsenkurse reagiert. Gleich am Tag seiner Einführung kam damit ein neuer Sicherungsmechanismus zum Zuge, der zu große Schwankungen an Chinas Aktienmärkten verhindern soll. Der Leitindex war am Montag immer tiefer abgerutscht. Als er ein Minus von sieben Prozent erreichte, unterbrach der Börsenbetreiber den Handel bis zum offiziellen Sitzungsende.

Der Absturz folgte auf die Nachricht von einem unerwartet starken Rückgang der Industrieaktivitäten im Dezember. Der vom Wirtschaftsmagazin "Caixin" ermittelte Einkaufsmanagerindex (PMI) fiel von 48,6 auf 48,2 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit September. Experten hatten mit einem Anstieg gerechnet. Der Indikator lag zudem zum zehnten Mal in Folge unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten, was auf einen weiteren Rückgang der industriellen Fertigung hindeutet.

"Das zeigt, dass die Kräfte für eine wirtschaftliche Erholung auf Hürden gestoßen sind und die Wirtschaft vor einem größeren Risiko einer Abschwächung steht", sagte der Chefökonom He Fan von "Caixin". Nach der Zinserhöhung in den USA seien jetzt größere Fluktuationen auf den globalen Märkten zu erwarten. Die chinesische Regierung müsse den externen Risiken größere Aufmerksamkeit schenken. Die chinesische Industrie leidet seit Monaten unter einer schwachen Nachfrage im In- und Ausland.

Etwas besser sieht es beim offiziellen Indikator aus. Hier lag der vom chinesischen Handelsverband CFLP am Freitag veröffentlichte Wert im Dezember bei 49,7 Punkten und damit leicht höher als im November. Allerdings hatten hier die Volkswirte mit einem etwas stärkeren Anstieg gerechnet. Außerdem verharrt auch der offizielle Index seit fünf Monaten unter der Grenze von 50 Zählern.Während der offizielle PMI auf einer Umfrage bei 3000 relativ großen Unternehmen basiert, werden für den "Caixin"-Index vorwiegend kleine und mittelgroße Firmen befragt.

Auch an anderen asiatischen Börsen ging es steil bergab. In Tokio fiel der Nikkei-Index Chart zeigen auf ein Zweieinhalb-Monats-Tief und schloss 3,1 Prozent tiefer mit knapp 18.451 Punkten. Der MSCI-Index asiatisch-pazifischer Aktien außerhalb Japans verlor 2,5 Prozent.

dab/dpa/Reuters

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insgesamt 10 Beiträge
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1. Spiegelkultur
movfaltin 04.01.2016
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2. Welchen Tenor?
Tom Joad 04.01.2016
Die Chinesen werden schon gewusst haben, wann sie die Zahlen zur Industrieproduktion herausgeben - und sie haben sich halt entsprechend darauf vorbereitet.
3. Staatliche Kurspflege
Darwins Affe 04.01.2016
1. China stößt natürlich auch an seine Wachstumsgrenzen. 2. Der Shanghai Composite stieg innerhalb eines Jahres von ca. 2000 auf über 5000. Seit Juni 2015 jetzt rückläufig bis 3300. Insgesamt immer noch ein schöner Gewinn. 3. Wenn der Staat die Aktienkurse künstlich hoch halten will, wird der Rückschlag umso einschneidender. 4. Auch im Westen sind die seit 7 Jahre ansteigenden Kurse vorwiegend durch die wundersame Geldvermehrung der Zentralbanken und Nullzinspolitik bedingt.
4. Weicheier!!
treasurer 04.01.2016
würden die Kurse steigen, würde der Handel mit Sicherheit nicht ubnterbrochen werden. Jetzt fallen die Kurse mal und keiner will eingestehen, das die Blase die letzten Jahre nur größer geworden ist. Nur ein kleiner Hinweis für all die geldgeilen Spekulanten, die sich vielleicht jetzt auf der falschen Seite sehen und hoffen, das ein Handelsstop ihnen hilft. ........ hilft nicht!!! ;-)
5. Sparstrumpf-Ideologen
Darwins Affe 04.01.2016
Zitat von treasurerwürden die Kurse steigen, würde der Handel mit Sicherheit nicht ubnterbrochen werden. Jetzt fallen die Kurse mal und keiner will eingestehen, das die Blase die letzten Jahre nur größer geworden ist. Nur ein kleiner Hinweis für all die geldgeilen Spekulanten, die sich vielleicht jetzt auf der falschen Seite sehen und hoffen, das ein Handelsstop ihnen hilft. ........ hilft nicht!!! ;-)
Der „kleine Mann“ in China hat häufig Kredite zum Aktienkauf aufgenommen und bleibt nun auf seinen Kursverlusten sitzen. Der Deutsche legt ihr Geld aufs Sparkonto, wo es die EZB mit Nullzins und Gelddruckerei vernichtet. Die chinesischen „geldgeilen Spekulanten“ und die deutschen Sparstrumpf-Ideologen gehen am Ende mit gewaltigen Verlusten aus dem Geschäft.
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