Offizielle US-Untersuchung Chinesische Parteizeitung warnt USA vor Handelskrieg

Donald Trump will Untersuchungen gegen Chinas Handelspraktiken einleiten. Peking gibt sich unbeeindruckt - und kündigt Gegenmaßnahmen an: Die Machtverhältnisse in der Weltwirtschaft hätten sich geändert.

Donald Trump
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China sieht sich gut gerüstet für einen Handelskonflikt mit den USA - das ist zumindest die Botschaft der in englischer Sprache erscheinenden Parteizeitung "China Daily". Falls Donald Trump ernst machen sollte und Zölle verhängen wolle wegen Handelspraktiken, die von US-Seite als unfair empfunden werden, werde das "letztendlich einen Handelskrieg auslösen", schreibt die Zeitung.

Autor des Beitrags ist Mei Xinyu, Wissenschaftler eines Wirtschaftsinstituts des chinesischen Ministeriums für Handel und Wirtschaft. US-Handelsbeauftragte hätten seit 1989 immer wieder "viele Untersuchungen chinesischer Firmen gestartet", heißt es in dem Kommentar. Dennoch habe sich "die chinesische Wirtschaft robust entwickelt". 1989 sei die Wirtschaftskraft der USA noch elfmal größer gewesen als die Chinas, rechnet der Autor vor. Inzwischen habe die chinesische Wirtschaftskraft - gerechnet in Kaufkraftparitäten - die USA eingeholt. Die Machtverhältnisse in der Weltwirtschaft haben sich geändert, soll das heißen.

US-Präsident Donald Trump will offiziell eine Untersuchung von Chinas Handelspraktiken einleiten. Er werde am Montag in Washington ein entsprechendes Memorandum unterzeichnen, hatten Regierungsbeamte am Samstag angekündigt.

Handelsströme
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"Chinas unfaire Handelspraktiken und Industriepolitik, einschließlich des erzwungenen Technologietransfers und des Diebstahls von geistigem Eigentum, schaden der US-Wirtschaft und den US-Arbeitern", sagte einer der Beamten in einer Telefonkonferenz.

Medienberichten zufolge informierte er seinen chinesischen Amtskollegen Xi Jinping in einem Telefonat am Freitagabend vorab über den Schritt.

Trump hatte bereits im Wahlkampf wiederholt angekündigt, dass er als Präsident gegen Chinas "unfaire" Handelspraktiken vorgehen werde. Den Medienberichten zufolge soll es bei der Untersuchung vor allem um den Peking zur Last gelegten massiven Diebstahl geistigen Eigentums gehen. Die USA schätzen laut NBC News die Verluste für die US-Wirtschaft durch gefälschte Waren, Software-Piraterie und Industriespionage auf jährlich mehr als 255 Milliarden Dollar.

beb



insgesamt 81 Beiträge
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w.diverso 14.08.2017
1. Ach, das wird doch wieder
nur eine Betrachtung der Handelspraktiken ohne jede Auswirkungen. Auf bestimmte Produkte ein paar Prozent mehr Zoll oder wie sie das immer nennen wollen. Dafür werden die Amerikaner bei anderen Produktgruppen den Chinesen entgegenkommen um auch für ihre Produkte einen leichteren Zugang zum chinesischen Markt zu bekommen. Im Endeffekt wird sich nichts tun, nur eine Menge Papier wird produziert werden. Trump und seine Gruppe kann vielleicht den internationalen Handel ein bisschen verzögern, aber grundlegend ändern können sie nichts. Die beteiligten Firmen werden das schon zu verhindern wissen. Außerdem ist Trump nicht auf Ewigkeit an der Macht.
hausfeen 14.08.2017
2. SEHR diplomatisch, dieser Trump.
Da braucht er eigentlich die Chinesen, um Nordkorea zum Einlenken zu bewegen und ER zettelt einen Atemzug später diese Provokation an.
st.petersburger_troll_pla 14.08.2017
3.
Die Grafik illustriert das gigantische Problem der USA sehr anschaulich: Die USA sind existenziell von der Welt abhängig. Seit der Zeit der Reagonomics haben sie ihre REALwirtschaft geschliffen und sich auf Finanzwirtschaft verlegt. Das geht so lange gut, wie alle Welt Dollars braucht um Handel zu treiben, und nur in einem Land unbegrenzt Dollars gedruckt werden können: In den USA. Und natürlich nur so lange, wie sich die Welt nicht auf andere Währungen verständigt. Den Rest besorgt das Militär als gigantische Drohkulisse. Und tatsächlich haben die USA ja auch schon Kriege gegen Länder geführt, die zB. Öl und Gas in Euro handeln wollten. Und die große Bedrohung aus St. Petersburg ist auch nicht die angebliche Trollfabrik dort, sondern die Rohstoffbörse, die den Weltölhandel von "Brent" und Dollar wegbringen könnte. Und die Bedrohung ist real, da sich Russland mit China, Indien, Brasilien und Südafrika zu einer Gruppe zusammengeschlossen haben, um genau ein solches Gegengewicht zum US-geführten Welthandel aufzubauen. Spätestens dann stehen die USA nackt da. Wirtschaftlich gesehen. Sie machen ja fast nichts mehr selbst. Sie hängen am Tropf der Waren- und Rohstoffimporte aus China, der EU und dem Rest der Welt. Wenn China heute beschlösse, ab sofort keine Waren mehr in die USA zu schaffen, wären die Läden, Hamsterkäufe eingeschlossen, binnen ein, zwei Wochen leer! Die auf heißer Luft, also dem Dollar basierende US-Wirtschaft wäre im Eimer! Die Wallstreet ginge krachen, der US-dominierte Welthandel bräche ein. Das einzige was die USA dann noch hätten, wäre ihr gigantischer Agrarsektor und das Militär. Das aber nichts gegen China unternehmen könnte. Klar, warum China die Sache relativ entspannt sieht?
toledo 14.08.2017
4. Die zur Schau gestellte Potenz
der chinesischen Wirtschaft ist nicht so toll wie es die Kommunisten in Peking gerne hätten. Sollten denen einmal die Märkte in USA und Europa wegbrechen ist es ganz schnell vorbei mit dem kommunistischen Wirtschaftswunder. Schluss mit Billigklamotten und 49 ? BluRay Playern. Natürlich wäre dann auch Schluss mit deutschen Auto Exporten oder Maschinenbau nach China und dann wollen wir mal sehen wie lange das deutsche Wunder noch anhält.
muellerthomas 14.08.2017
5.
Zitat von st.petersburger_troll_plaDie Grafik illustriert das gigantische Problem der USA sehr anschaulich: Die USA sind existenziell von der Welt abhängig. Seit der Zeit der Reagonomics haben sie ihre REALwirtschaft geschliffen und sich auf Finanzwirtschaft verlegt. Das geht so lange gut, wie alle Welt Dollars braucht um Handel zu treiben, und nur in einem Land unbegrenzt Dollars gedruckt werden können: In den USA. Und natürlich nur so lange, wie sich die Welt nicht auf andere Währungen verständigt. Den Rest besorgt das Militär als gigantische Drohkulisse. Und tatsächlich haben die USA ja auch schon Kriege gegen Länder geführt, die zB. Öl und Gas in Euro handeln wollten. Und die große Bedrohung aus St. Petersburg ist auch nicht die angebliche Trollfabrik dort, sondern die Rohstoffbörse, die den Weltölhandel von "Brent" und Dollar wegbringen könnte. Und die Bedrohung ist real, da sich Russland mit China, Indien, Brasilien und Südafrika zu einer Gruppe zusammengeschlossen haben, um genau ein solches Gegengewicht zum US-geführten Welthandel aufzubauen. Spätestens dann stehen die USA nackt da. Wirtschaftlich gesehen. Sie machen ja fast nichts mehr selbst. Sie hängen am Tropf der Waren- und Rohstoffimporte aus China, der EU und dem Rest der Welt. Wenn China heute beschlösse, ab sofort keine Waren mehr in die USA zu schaffen, wären die Läden, Hamsterkäufe eingeschlossen, binnen ein, zwei Wochen leer! Die auf heißer Luft, also dem Dollar basierende US-Wirtschaft wäre im Eimer! Die Wallstreet ginge krachen, der US-dominierte Welthandel bräche ein. Das einzige was die USA dann noch hätten, wäre ihr gigantischer Agrarsektor und das Militär. Das aber nichts gegen China unternehmen könnte. Klar, warum China die Sache relativ entspannt sieht?
oh man oh man, Ihr VTler. Also das Leistungsbilanzdefizit der USA betrug in Q1 2017 sehr moderate 2,4% des BIPs. Zum Vergleich: Kanada: -3,1% Großbrtiannien: -3,9% Neuseeland: -3,1% Türkei: -3,9% Mexiko: -2,1% Argentinien: -2,9% ... Zahlreiche Staaten finanzieren also größere oder ähnlich große Leistugnsbilanzdefizite wie die USA und das ganz ohne Weltwährung. Und wie kommen Sie darauf, dass die USA fast nichts mehr produzieren? Die USA exportieren mehr als Deutschland und nur China exportiert etwas mehr.
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