Schwächelnde Wirtschaft: China weckt Hoffnung auf mehr Wachstums-Politik

Forciert China seine wachstumsfördernden Maßnahmen? Ein Auftritt von Wen Jiabao macht Unternehmern Hoffnung. Der Ministerpräsident besucht ein Exportzentrum des Landes und spricht von Spielraum für geldpolitische Aktionen. Experten werten beides als Signal für baldige Konjunkturhilfen.

Skyline von Shanghai (Archivbild): Abwärtsrisiken für die Wirtschaft Zur Großansicht
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Skyline von Shanghai (Archivbild): Abwärtsrisiken für die Wirtschaft

Peking - Angesichts des lauen Wirtschaftswachstums denkt Chinas Regierung laut über neue wachstumsfördernde Maßnahmen nach. Der fallende Preisdruck biete mehr Spielraum für geldpolitische Maßnahmen, sagte Ministerpräsident Wen Jiabao am Mittwoch bei einem Besuch der exportstarken ostchinesischen Küstenprovinz Zhejiang. "Die Abwärtsrisiken sind noch immer hoch und werden noch eine Weile andauern", warnte Wen laut staatlichem Rundfunk.

Zuletzt hatten mehrere Wirtschaftsdaten auf eine Abschwächung des Wachstums in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hingedeutet. Beobachter gehen davon aus, dass Zentralbank und Regierung schon bald gegensteuern werden.

Die Reise des Regierungschefs in die Provinz gilt als demonstrative Geste der kommunistischen Führung in Peking: Sie will sich vor Ort ein Bild von der Konjunkturabkühlung im Land machen und diese Erkenntnisse in die Entscheidungsfindung einfließen lassen. Solche medial in Szene gesetzten Besuche hochrangiger kommunistischer Kader gehen in China nicht selten einem Schwenk der offiziellen Politiklinie voraus.

Stotternder Wachstumsmotor

Schlechte Daten aus der Außenwirtschaft hatten die Führung zuletzt aufgeschreckt. Im Juli lagen die Exporte lediglich um ein Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Frühjahr legte die Wirtschaftsleistung noch um 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Dieses für Europa äußerst üppig anmutende Wachstum gilt als Minimum, um dem jährlichen Ansturm auf den Arbeitsmarkt des Milliardenvolkes Herr zu werden.

Staatspräsident Hu Jintao hatte bereits angekündigt, die Konjunktur im zweiten Halbjahr stärker anzukurbeln. Zuletzt hatte die Zentralbank mehrfach die Leitzinsen dazu gesenkt, zudem wurde den Banken die Kreditvergabe erleichtert - mit bescheidenem Erfolg.

Spielraum für weitere geldpolitische Maßnahmen zur Stimulierung der Wirtschaft dürfte der nachlassende Preisdruck liefern: Die Jahresteuerung fiel im Juli auf 1,8 Prozent von 2,2 Prozent im Juni - und damit auf den tiefsten Stand seit 30 Monaten.

ssu/Reuters

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