Überkapazitäten China plant Schließung von tausend Kohlebergwerken

Die chinesische Wirtschaft braucht weniger Kohle als das Land produziert. Jetzt will die Regierung gegensteuern und tausend Bergwerke schließen. Das ist erst der Anfang.

Arbeiter in einem Kohlebergwerk (Archivbild): Nachfrage stagniert, Wirtschaft kühlt ab
REUTERS

Arbeiter in einem Kohlebergwerk (Archivbild): Nachfrage stagniert, Wirtschaft kühlt ab


Zu viel Kohle: Chinas Bergwerke haben in den vergangenen Jahren immer mehr Kohle gefördert. Doch die Nachfrage auf dem Weltmarkt stagniert, und die chinesische Wirtschaft wächst langsamer. Um die Überkapazitäten abzubauen, will die chinesische Regierung noch in diesem Jahr tausend Kohlebergwerke schließen, wie sie mitteilte.

Die betroffenen Gruben können demnach maximal 60 Millionen Tonnen pro Jahr fördern, was in etwa 1,5 Prozent der chinesischen Jahresproduktion entspricht.

Das ist aber erst der Anfang: Innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre soll die Produktion um insgesamt 500 Millionen Tonnen gedrosselt werden. Damit würde die Förderung um mehr als zehn Prozent zurückgehen.

Im Bergbau, aber auch in der Stahl- und Zementindustrie wird in China weit über den Bedarf hinaus produziert. Für Massenstahl hat die Führung in Peking ebenfalls drastische Kürzungen in der Fertigung im Volumen von bis zu 150 Millionen Tonnen beschlossen.

Auch die europäische Wirtschaft sorgt sich um die Überkapazitäten in China. Laut einer Studie der Europäischen Handelskammer waren diese im vergangenen Jahr in praktisch allen wichtigen Industrien gewachsen. Mit dem wirtschaftlichen Abschwung werde sich die Situation eher noch verschärfen, warnte Jörg Wuttke, Präsident der Europäischen Handelskammer in China.

Angst vor Billigkonkurrenz

Angesichts dieser Entwicklung seien die europäischen Firmen alarmiert. "Wir sind in einer viel schlechteren Position als zuvor", sagte Wuttke. In der vergangenen Woche waren Mitarbeiter und Manager der europäischen Stahlindustrie in Brüssel gemeinsam auf die Straße gegangen. Sie fürchten angesichts der Billigkonkurrenz und dem drohenden Wegfall der Strafzölle gegen chinesische Produkte um ihre Existenz.

Zahlreiche chinesische Firmen und Fabriken betreiben mehr Produktionsanlagen und beschäftigen mehr Personal als eigentlich notwendig sind. Viele Staatsunternehmen könnten den Betrieb dabei nur noch mithilfe immer neuer Kredite aufrechterhalten. Das soll Fabrikschließungen und Massenentlassungen verhindern. "Dieser Protektionismus muss enden", sagte Wuttke. "Je länger China wartet, desto größer wird das Problem."

Die Europäische Handelskammer hatte bereits 2009 auf steigende Überkapazitäten in China hingewiesen. Damals machte sie ein gewaltiges Konjunkturprogramm der Regierung mitverantwortlich für die Probleme. Um die Wirtschaft des Landes trotz der globalen Finanzkrise am Laufen zu halten, wurden vielerorts Milliarden in den Bau neuer Fabriken gesteckt, die bis heute nicht gebraucht werden.

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SOS in Brüssel: Stahlkampf gegen China

brk/Reuters/dpa

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insgesamt 17 Beiträge
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syracusa 22.02.2016
1. was wird mit Australien
Australien hat zur Deckung v.a. des chinesischen Bedarfs riesige Kohlelagerstätten erschlossen und seine Häfen für die Verschiffung erweitert. Geht Australien jetzt pleite?
Ottokar 22.02.2016
2. Dann haben Sie, Herr Wuttke
sicher auch eine Idee was mit den Wanderarbeiten geschehen soll die in den Fabriken und Minen zu Tausenden arbeiten.
karl-felix 22.02.2016
3. Wieso
Zitat von Ottokarsicher auch eine Idee was mit den Wanderarbeiten geschehen soll die in den Fabriken und Minen zu Tausenden arbeiten.
sollte Herr Wuttke da eine Idee haben , wenn die chinesischen Braintrust seit Jahren an diesem Problem arbeiten ? Meinetwegen können die Solaranlagen und Windräder bauen . Denen soll es recht sein . Es ist nicht Vergnügungssteuer pflichtig untertage in lebensgefährlichen Bergwerken Kohle zu hauen . Die Männer meiner Familie haben sich ein Bein ausgerissen um da untertage raus zu kommen .
90-grad 22.02.2016
4. Haben,
Zitat von syracusaAustralien hat zur Deckung v.a. des chinesischen Bedarfs riesige Kohlelagerstätten erschlossen und seine Häfen für die Verschiffung erweitert. Geht Australien jetzt pleite?
Haben Sie Sorgen? Bin mir ziemlich sicher, dass China, wie bisher auch Russland, alle laufenden Verträge einhalten wird. Die Hooligans sitzen derzeit alle westlich vom Ural.
90-grad 22.02.2016
5. Das,
Zitat von Ottokarsicher auch eine Idee was mit den Wanderarbeiten geschehen soll die in den Fabriken und Minen zu Tausenden arbeiten.
das braucht Hrn. Wuttke doch nicht zu interessieren. Das kann China sicher alleine regeln.
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