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Kampf gegen die Krise: Chinas Zentralbank pumpt Milliarden in den Markt

Börse in Shanghai: Schon wieder Verluste Zur Großansicht
AFP

Börse in Shanghai: Schon wieder Verluste

Mit allen Mitteln versucht Chinas Zentralbank, den Kurssturz an den Börsen zu stoppen. Nachdem die Wirkung einer Zinssenkung weitgehend verpufft ist, versorgen die Währungshüter nun die Banken des Landes mit Milliardenkrediten.

Chinas Zentralbank legt nach - und stützt die heimische Wirtschaft mit einer Milliardenspritze. Die Notenbanker versorgten die Banken am Mittwoch mit sogenannten kurzfristigen Liquiditätsgeschäften (SLO) in Höhe von 140 Milliarden Yuan, umgerechnet knapp 19 Milliarden Euro. Diese Geldmarktkredite, die nach sechs Tagen fällig werden, haben einen durchschnittlichen Zinssatz von 2,3 Prozent, wie die Notenbank auf ihrer Internetseite mitteilte.

Damit geht der Kampf Chinas gegen die wirtschaftliche Schwäche und den Börsenabsturz in die nächste Runde. Seit Mitte Juni sind die Aktienkurse bereits um rund 40 Prozent eingebrochen. Mit teils drastischen Maßnahmen versuchen Regierung und Notenbank gegenzusteuern - doch bisher ohne langfristigen Erfolg.

Erst am Dienstag hatte die Zentralbank angekündigt, die Leitzinsen zu senken - zum fünften Mal seit November. Zudem bekommen Banken künftig mehr Freiraum zur Kreditvergabe, was die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ankurbeln soll. An der heimischen Börse war die Freude über die Maßnahmen aber nur von kurzer Dauer. Am Ende stand auch am Mittwoch ein Minus - wenn auch mit 1,3 Prozent ein vergleichsweise kleines.

Hintergrund der Börsenturbulenzen ist die Schwäche der chinesischen Wirtschaft. So waren zuletzt Zweifel laut geworden, ob das von der Regierung ausgegebene Wachstumsziel von sieben Prozent für 2015 erreichbar ist. Nach enttäuschenden Exportdaten hatte Chinas Notenbank Mitte des Monats überraschend die Landeswährung Yuan deutlich abgewertet und damit die Ängste der Investoren verstärkt.

Laut Chinas Notenbank ist der Hauptgrund für den Börsenabsturz jedoch ein anderer: Die Spekulation auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed im September habe die Marktturbulenzen ausgelöst, sagte Yao Yu-Dong, Leiter eines Finanzforschungsinstituts der Notenbank laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua.

stk/Reuters/dpa-AFX

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1.
1besserwisser1 26.08.2015
Also so etwas Bescheuerts. Anstatt den Markt und den Kurs sich selbst wieder fangen zu lassen, versuchen die wieder staatliche Eingriffe. So funktioniert Kapitalismus nicht. Es wird 90 prozentig in den nächsten Tagen einen Kursrutsch um weitere 20 % geben. Was soll diese behinderte Zentralbankpolitik?!
2. 1929
Carolina Frobisch 26.08.2015
Seinerzeit haben die Banken gekauft, um die Kurse zu stützen und die Leute haben gejubelt, aber dennoch selbst verkauft. Wie lange hat es nach den Käufen der Banken bis zum Crash nochmal gedauert? Einfach mal nachlesen. Für mich liest sich das so: "Herr Minister XYZ genießt mein volles Vertrauen." Und wer sowas überhaupt sagen muss, weiß darum, wie die Dinge stehen. Also Leute: Kaufen!
3.
infonetz 26.08.2015
Chinas Zentralbank pumpt Milliarden in den Markt Und genau das ist Falsch! Je mehr geld in diesem "Markt" ist desto mehr muss gezockt werden. Das kann nicht funktionieren!
4. Geld aus China abziehen. .
hbr1081970 26.08.2015
ist nicht so einfach. als Ausländer an der Börse spekulieren, noch schwieriger. diese Märchen der chinesischen offiziellen glauben noch nicht mal die Chinesen
5.
infonetz 26.08.2015
Zitat von 1besserwisser1Also so etwas Bescheuerts. Anstatt den Markt und den Kurs sich selbst wieder fangen zu lassen, versuchen die wieder staatliche Eingriffe. So funktioniert Kapitalismus nicht. Es wird 90 prozentig in den nächsten Tagen einen Kursrutsch um weitere 20 % geben. Was soll diese behinderte Zentralbankpolitik?!
So ist es! Gerade der "Börsenmarkt" muss auf und ab gehen. Was der Staat machen sollte ist das es geregelt abläuft damit es nicht zu diesen Panik-Verkäufe kommt.
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