Schwache Konjunkturdaten Chinas Zentralbank wertet Yuan erneut ab

Es sollte eine "einmalige Maßnahme" sein: Nur einen Tag nach dem Rekordeingriff hat die chinesische Zentralbank den Yuan erneut um 1,6 Prozent abgewertet. Die Landeswährung fiel auf ein Vierjahrestief.

Chinesische Zentralbank in Peking: IWF begrüßt Eingreifen der Notenbank
REUTERS

Chinesische Zentralbank in Peking: IWF begrüßt Eingreifen der Notenbank


Zum zweiten Mal binnen zwei Tagen hat die chinesische Zentralbank den Yuan stark abgewertet. Die Notenbank legte den Mittelwert des Währungskurses auf 6,3306 Yuan pro Dollar fest - ein Abschlag für die chinesische Währung von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vortag. Der Yuan fiel daraufhin auf ein Vierjahrestief. In dem Rekordeingriff am Dienstag hatte die Bank den Kurs um 1,9 Prozent gesenkt.

Mit der Abschwächung der Währung sollen chinesische Waren auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger und die heimische Wirtschaft angekurbelt werden. An den Märkten löste der Schritt bei einigen Händlern Sorgen vor einem Währungskrieg aus. Am Dienstag hatte die Notenbank noch erklärt, dass die Abwertung des Yuan um zwei Prozent nach einer Reihe von schwachen Konjunkturdaten eine einmalige Maßnahme gewesen sei.

Unklarheit herrscht nun darüber, ob noch weitere Abwertungsschritte folgen. Die Zentralbank schrieb zwar am Mittwoch in einer Stellungnahme: "Momentan gibt es keine Basis dafür, die Abwertung des Wechselkurses fortzusetzen."

Die Ausfuhren Chinas waren im Juli um 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Mit dem Schritt könnten auch die chinesischen Exporte wieder angetrieben werden. Experten gehen davon aus, dass durch die Abwertung die Ausfuhren in andere Länder stabilisiert werden.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) begrüßte die Intervention der chinesischen Zentralbank. Die Marktkräfte dürften künftig eine größere Rolle bei der Festlegung des Wechselkurses haben, teilte der IWF. Dies sei ein "willkommener Schritt" in Richtung einer größeren Flexibilität. Der Fonds gehe davon aus, dass China in zwei bis drei Jahren ein frei schwankendes Wechselkurssystem haben könnte.

Der Yuan ist keine frei schwankende Währung wie etwa der Euro. Vielmehr ist er an den Kurs des Dollar gebunden: Die chinesische Zentralbank legt arbeitstäglich einen Mittel- oder Referenzkurs fest, um den der Yuan begrenzt schwanken darf.

Zuletzt war die chinesische Börse in wenigen Wochen um rund 30 Prozent eingebrochen. Weil dort auch viele Kleinanleger aktiv sind, die nun viel Geld verloren haben, erwarten Experten negative Auswirkungen auf den Konsum. Mit drastischen Markteingriffen versucht die Regierung in Peking deshalb, die Aktienkurse zu stabilisieren.

brk/Reuters/dpa

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insgesamt 39 Beiträge
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micromiller 12.08.2015
1. Auch der Euro
schwankt nicht "frei". Frau Merkel und Herr Draghi haben alle Hebel und MIttel bewegt um den Aussenwert des Euros um mehr als 17% abzusenken.. der Sinn dieser Aktion ist bis heute fraglich. Die Chinesen scheinen so etwas wie eine Soziale Marktwirtschaft zu pflegen, Kapitalismus mit klaren Grenzen .. und im Ernstfall zum Wohle seiner Bürger.....Ludwig Erhard würde schmunzeln...
capital_cosmopolitan 12.08.2015
2. Bitte besser recherchieren...
und nicht alle Agenturmeldungen ohne Nachzudenken abschreiben. Die chinesische Währung heisst Renminbi, nicht Yuan. Bei den Kollegen hier wird es recht gut erklärt: http://www.sueddeutsche.de/geld/chinas-waehrung-renminbi-oder-yuan-1.964292
kado1 12.08.2015
3. Der Exportweltmeister China
hat hauptsächlich deshalb einen grossen Wettbewerbsvorteil, weil die Löhne noch sehr niedrig sind. Wir können es nur etwas mit Superqualität ausgleichen.
a.totok 12.08.2015
4.
Zitat von capital_cosmopolitanund nicht alle Agenturmeldungen ohne Nachzudenken abschreiben. Die chinesische Währung heisst Renminbi, nicht Yuan. Bei den Kollegen hier wird es recht gut erklärt: http://www.sueddeutsche.de/geld/chinas-waehrung-renminbi-oder-yuan-1.964292
yuan ist auch in unseren breiten stärker verbreitet um die chinesische währung zu definieren. letztenendes ist das auch nicht wirklich wichtig. solange der deutschsprachige artikel im deutschsprachigen raum verstanden wird, ist das alles in ordnung
joG 12.08.2015
5. Das ist kein Zeichen von Stärke. ....
....und erinnert daran, dass EuroLand ebenfalls seit mehreren Jahren den Kurs des Euro schwächt aus gleichem Grund. Wäre ich Obama, wäre ich sauer alle Länder wieder einmal als Käufer der letzten Instanz retten zu mussen.
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