Schwache Konjunkturdaten Chinas Zentralbank wertet Yuan mit Rekordeingriff ab

Die Konjunkturdaten sind schlecht, das Wachstumsziel der chinesischen Regierung in Gefahr - die Zentralbank reagiert darauf unerwartet drastisch. Sie wertete den Yuan um knapp zwei Prozent ab. Das könnte auch die Exporte antreiben.

Chinesische Banknoten: Yuan auf tiefstem Stand seit drei Jahren
DPA

Chinesische Banknoten: Yuan auf tiefstem Stand seit drei Jahren


Als Reaktion auf schwache Exportzahlen im Juli hat Chinas Zentralbank mit einem Rekordeingriff die Landeswährung Yuan abgewertet. Der Mittelkurs des Yuan im Vergleich zum Dollar wurde am Dienstag um 1,9 Prozent herabgesetzt - so stark wie noch nie zuvor an einem einzelnen Handelstag. Die Währung sank daraufhin auf den tiefsten Stand seit fast drei Jahren.

Die Zentralbank der Volksrepublik teilte mit, dass es sich um eine "einmalige Abwertung" um knapp zwei Prozent handele. Die Notenbank nutze nun eine neue Methode zur Feststellung des Wechselkurses. Damit könne das Land den Marktkräften besser Rechnung tragen.

Mit dem Schritt könnten auch die chinesischen Exporte wieder angetrieben werden. Experten gehen davon aus, dass durch die Abwertung die Ausfuhren in andere Länder stabilisiert werden. Eine Reihe von Konjunkturdaten war in der Volksrepublik zuletzt schwach ausgefallen. So erreichten die Erzeugerpreise ihr niedrigstes Niveau seit 2009, die Exporte brachen um 8,3 Prozent ein. Der Rückgang war deutlich höher als von Experten erwartet.

Der Yuan ist keine frei schwankende Währung wie etwa der Euro. Vielmehr ist sie an den Kurs des Dollar gebunden: Die chinesische Zentralbank legt arbeitstäglich einen Mittel- oder Referenzkurs fest, um den der Yuan begrenzt schwanken darf.

Die Turbulenzen am chinesischen Aktienmarkt könnten zudem offenbar Konsequenzen für den Chef der Börsenaufsicht haben. Die Regierung habe die Suche nach einem eventuellen Nachfolger für Xiao Gang bereits eingeleitet, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Insider. Xiaos Amtszeit läuft regulär noch bis Ende 2018.

Zuletzt war die chinesische Börse in wenigen Wochen um rund 30 Prozent eingebrochen. Weil dort auch viele Kleinanleger aktiv sind, die nun viel Geld verloren haben, erwarten Experten negative Auswirkungen auf den Konsum. Mit drastischen Markteingriffen versucht die Regierung in Peking deshalb, die Aktienkurse zu stabilisieren.

brk/Reuters/dpa

insgesamt 28 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Bueckstueck 11.08.2015
1. Blabla...
Dieser "einmalige Schritt" ist seit Jahren der Modus Operandi der KP. Die Währung wird seit jeher künstlich niedrig gehalten, da ist so ein Paukenschlag auch nichts besonderes mehr...
linkereuropäischerpatriot 11.08.2015
2. Lest bitte die SPON Artikel von 2014 zu China noch mal!
Hier in diesem Blatt wurde darüber berichtet, dass China das unkontrollierte Wachstum eindämmen wird. Für diese Politik wurden alte Herren aus dem Ruhestand zurück in die Regierung berufen. Die damals genannten reduzierten Wachstumsraten werden nun auf die Komastelle genau getroffen. Lest ihr eure eigenen abgeschiebenen Reuters Artikel nicht? Euch Merken tut ihr euch eure Inhalte auf jeden Fall nicht... PS: Die Experten scheinen sich die Situation gemerkt zu haben. Im Dax ist die Situation eingepreist. Im anderen Fall würde ein "Rückgang von 30%" in China unsere Werte ins Bodenlose fallen lassen. Artikel auf reißerischem "Bild Niveau" für solche oberflächlichen Leser!
a.totok 11.08.2015
3.
"Es soll sich um einen einmaligen Schritt handeln." :D:D:D
micromiller 11.08.2015
4. Der Euro ist in den letzen 12 Moanten
um ca. 17% zum US$ abgewertet worden. Die Chinesen passen nur behutsam an.
wiebitte 11.08.2015
5. Und täglich grüßt das Murmeltier
Es gibt keinen Gewinn aus Exporten, nur Schulden, die andere nicht zurückzahlen können. Wachstum ist endlich. Und so sieht das aus, wenn das Ende naht :- )
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.