Kursturbulenzen: Computerfehler schickt Chinas Börse auf Achterbahnfahrt

Büros der Firma Everbright Securities: Im Visier der Regulatoren Zur Großansicht
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Büros der Firma Everbright Securities: Im Visier der Regulatoren

Ein Plus von fast sechs Prozent in nur drei Minuten: Chinas Aktienindex SSE schoss am Freitag durch eine Flut von Kaufanfragen der Firma Everbright Securities in die Höhe. Jetzt ermitteln chinesische Börsenaufseher. Grund für die Turbulenzen war offenbar ein Computerfehler.

Peking/Schanghai - Ein unbeabsichtigter Kaufrausch an der chinesischen Börse ist offenbar von einem Computerfehler verursacht worden. Das teilten Chinas Marktaufseher am Sonntag mit. Die Behörden haben Ermittlungen in dem Fall eingeleitet.

Durch eine versehentliche Flut von Kaufanfragen der in Schanghai ansässigen Firma Everbright Securities am Freitag schoss Chinas wichtigster Aktienindex SSE (Shanghai Stock Exchange Composite Index) kurzfristig schlagartig in die Höhe: Der Index stieg in nur drei Minuten um 5,6 Prozent. Am Ende des Tages schloss er mit einem Verlust von 0,6 Prozent.

Das staatliche Regulierungsorgan CSRC (Chinese Securities Regulatory Commission) ermittelt in dem Fall. Die Regulatoren teilten mit, dass der Handelsrausch offenbar nicht durch einen menschlichen Fehler verursacht worden sei, sondern durch ein technisches Problem. Die Defekte bei Everbright lägen in den Transaktionssystemen, die Kaufanfragen und Preise begrenzen sollen. Eine Mitteilung auf der Website der Regulatoren gab keine Auskunft darüber, ob dem Unternehmen möglicherweise ein Bußgeld droht.

Wie das "Wall Street Journal" berichtet, könnten die durch Everbright verursachten Unruhen US-Analysten zufolge Investoren weiter davon abschrecken, in China zu investieren. Der chinesische Markt, der im ersten Halbjahr 2013 als größter Verlierer weltweit an den Börsen gilt, hatte gerade erst begonnen, sich zu beruhigen.

Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur berichtete am Freitag, dass Everbright angefragt habe, ob die getätigten Käufe annulliert werden könnten. Der SSE teilte hingegen auf seiner Website mit, dass alle getätigten Transaktionen ihre Gültigkeit behalten würden.

Der Broker Everbright Securities Company Limited ist eine der größten chinesischen Firmen im Wertpapiergeschäft. Das Unternehmen gehört zu einem staatlich betriebenen Finanzkonglomerat, der China Everbright Group.

bos/AP

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insgesamt 6 Beiträge
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1. Offenbar?
beschwingt 19.08.2013
Zitat von sysopREUTERSFast sechs Prozent in nur drei Minuten: Durch eine Flut von Kaufanfragen der Firma Everbright Securities schoss Chinas wichtigster Aktienindex SSE am Freitag in die Höhe. Jetzt ermitteln chinesische Regulatoren gegen den Versicherer. Grund für den Börsenrausch war offenbar ein Computerfehler. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/chinas-behoerden-ermitteln-im-fall-everbright-securities-a-917245.html
"Offenbar" ist das nicht! - Wie im Artikel unfreiwillig erläutert, geht es darum Investoren von China abzuhalten. Ob es aber ein "Fehler", oder ein Angriff von Big Brother war, werden wir wohl nicht erfahren
2. optional
nojoe 19.08.2013
Die sollten ihre Software mal besser kopieren.
3. SSE ein Scheinriese? Ist jetzt HAL los?
dapmr75 19.08.2013
6% in 3 min, wie soll dass gehen? Die SSE repräsentiert zw. 2000 - 3000 Mrd. Marktkapitalisierung. Noch so eine Lachnummer aus einem Land, dass angeblich seit Jahrzehnten problemlos zweistellig wächst. Logisch, ist klar...
4. Vertrauen ist gut,
groller66 19.08.2013
und wieder einmal zeigt sich, dass der automatisierte Handel an den Börsen dringend mit schärferen Kontrollmechanismen durchsetzt werden muss. Kurse pushen und dann wie immer den Computer vorschicken, ob gewollt oder wirklich fehlerhaft, die Entwicklung an der Börse fand faktisch statt. Mit allen positiven oder negativen Auswirkungen, hier kann durch einen solchen Fehler wegen der Nervösität der Beteiligten eine massive Verzerrung in der weltweiten Wirtschaft entstehen...
5. na,
ambulans 19.08.2013
da wirds wohl demnächst ein nettes kleines durcheinander an der NYSE geben, schätze ich mal. ein bisschen revanche wird ja wohl drin sein ...
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