August-Umfrage Chinas Industrie ist überraschend geschrumpft

Die Anzeichen dafür, dass die chinesische Wirtschaft schwächer wird, mehren sich: Der Statistikbehörde zufolge ist die chinesische Industrie im August überraschend geschrumpft. Die Regierung in Peking hat bereits ihre Geldpolitik gelockert um die Konjunkturabkühlung zu bremsen.

Puppenproduktion in China: Anzeichen für schwächere Konjunktur nehmen zu
REUTERS

Puppenproduktion in China: Anzeichen für schwächere Konjunktur nehmen zu


Peking - Die chinesische Wirtschaft wächst nicht mehr so rasant wie in den vergangenen Jahren - die Industrie ist im August einer Umfrage zufolge sogar geschrumpft. Der amtliche Einkaufsmanager-Index für die Großunternehmen des Sektors sank auf 49,2 Punkte nach einem Stand von 50,1 im Juli, wie die Statistikbehörde des Landes mitteilte.

Damit sank der Index erstmals seit November 2011 unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten und deutet somit auf eine Schrumpfung des Sektors hin. Analysten hatten im Schnitt mit einem Stand von exakt 50 Punkten gerechnet. Der entsprechende vorläufige Index der Großbank HSBC für August hatte bereits auf eine schwache Entwicklung hingedeutet. Er sank im August auf den niedrigsten Stand seit neun Monaten.

Wirtschaftswachstum auf Drei-Jahres-Tief

In dem Bericht heißt es aber auch, der Abwärtstrend nähere sich dem Ende und die politischen Maßnahmen entfalteten langsam ihre Wirkung. Die Regierung in Peking hat im Juni und Juli die Geldpolitik gelockert, um die merkliche Konjunkturabkühlung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft zu bremsen. Auch der private Konsum ist seit Juni wieder gestiegen. Beobachter gehen allerdings davon aus, dass es weiterer geldpolitischer Schritte bedarf, um die Wirtschaft zu stützen.

Insgesamt ist das chinesische Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal auf 7,6 Prozent gefallen - der tiefste Stand seit drei Jahren. Auch Unternehmensgewinne und andere Indikatoren sind trotz der Stützungsmaßnahmen weiter gefallen. Analysten rechnen zwar mit einer wirtschaftlichen Erholung Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres, halten es aber für zu schwach, um die Weltwirtschaft zu stützen.

Im Land wächst zudem die Sorge, dass die Bevölkerung die wachsende Ungleichheit nicht mehr lange akzeptieren wird. Eine Untersuchung hat jüngst ergeben, dass die Einkommensunterschiede auf dem Land immer stärker wachsen - auf ein "gefährliches Niveau".

nck/Reuters/AP



insgesamt 14 Beiträge
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fridolinkiesewetter 01.09.2012
1. Ha - ha !
Krise War doch abzusehen, dass China sich irgendwann selbst das Wasser abgräbt, indem man die Industrie im Ausland platt macht und alles selbst produziert baut man sich bestimmt eine potente Abnehmerschaft auf ...
Fackus 01.09.2012
2. hab mirs doch gleich gedacht ...
Zitat von sysopREUTERSDie Anzeichen dafür, dass die chinesische Wirtschaft schwächer wird, mehren sich: Der Statistikbehörde zufolge ist die chinesische Industrie im August überraschend geschrumpft. Die Regierung in Peking hat bereits ihre Geldpolitik gelockert um die Konjunkturabkühlung zu bremsen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,853328,00.html
als da zu lesen war: 'Chinas Industrie geschrumpft'. Gar nix ist 'geschrumpft', wenn " ...das chinesische Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal auf 7,6 Prozent gefallen ist". Das Wachstum hat sich nur verlangsamt - das wars aber auch schon. Hört sich anders aber halt spannender an, gell?
MeineMeinungist... 01.09.2012
3. Wachstum, Wachstum, Wachstum!
Eine Wirtschaftspolitik, die nur durch Wachstum funktioniert, richtet uns alle zu Grunde. Wann begreift die Politik das endlich, dass wir uns alle in einer Todesspirale befinden? Ansteigen der Weltbevölkerung. Immer mehr Zerstörungen in der Umwelt (Land, Wasser, Luft). Ausbeutung der letzten Ressourcen. Das Auseinanderklaffen der Reichen und Armen. Die Menschen zerstören sich und ihre Umwelt ohne Rücksicht auf jetzige und nachfolgende Generationen. Da hilft es auch nicht, dem Mars einen Besuch abzustatten, genau so wenig wie der Erstbesuch auf dem Mond vor 45 Jahren. Alles rausgeschmissenes Geld, welches man für verbesserte Lebensbedingungen hätte nehmen können. hbommy
Modsard 01.09.2012
4. Auch die Chinesen brauchen Kunden
Selbst China kann nur so lange Exportieren, solange es Käufer gibt die, deren Waren kaufen. Hier bewahrheitet sich, dass niedrige Löhne zwar billigere Produkte schaffen, aber gleichzeitig auch die Nachfrage senken.
muellerthomas 01.09.2012
5.
Zitat von Fackusals da zu lesen war: 'Chinas Industrie geschrumpft'. Gar nix ist 'geschrumpft', wenn " ...das chinesische Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal auf 7,6 Prozent gefallen ist". Das Wachstum hat sich nur verlangsamt - das wars aber auch schon. Hört sich anders aber halt spannender an, gell?
Die 7,6% sind das reale BIP-Wachstum, die Aussage der Schrumpfung bezieht sich jedoch auf die Industrieproduktion.
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