Anstieg zum Jahresende: Chinas Wirtschaft gewinnt wieder an Schwung
Die chinesische Wirtschaft hat das schwächste Jahr seit 13 Jahren hinter sich gelassen. Zum Jahresende legte das Wachstum in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt wieder zu, auf 7,9 Prozent. Experten warnen zwar vor zu viel Optimismus, die Anleger feiern aber schon.
Peking - Sieben Quartale lang ging das Wachstum der chinesischen Wirtschaft immer weiter zurück, jetzt scheinen die vielen Maßnahmen der Regierung in Peking Früchte zu tragen: Nach dem schwächsten Jahr seit 1999 hat das Wirtschaftswachstum in der Volksrepublik zum Jahresende wieder an Schwung gewonnen: Nach einem Tiefpunkt im dritten Quartal mit 7,4 Prozent stieg das Wachstum im vierten Quartal wieder auf 7,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistikamt am Freitag in Peking berichtete.
Insgesamt legte das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt im vergangenen Jahr lediglich um 7,8 Prozent zu. Das ist etwas mehr als Experten erwartet hatten und es lag über der Vorgabe der Regierung von 7,5 Prozent. Allerdings wurden die Ziele immer schon sehr vorsichtig gesetzt und in der Vergangenheit meist um ein oder zwei Prozent deutlich übertroffen. Mit neuen Maßnahmen der Regierung dürfte das Wachstum in der ersten Jahreshälfte weiter an Schwung gewinnen, doch warnen Experten vor schwierigeren Zeiten im zweiten Halbjahr.
Im Dezember legte die Industrieproduktion im Vergleich zum Vorjahresmonat um 10,3 Prozent zu, die Einzelhandelsumsätze wuchsen um 15,2 Prozent. Die Anlageinvestitionen stiegen 2012 um 20,6 Prozent und lagen damit 3,4 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr. Investitionen im Häusermarkt kletterten nur noch um 16,2 Prozent und lagen damit sogar um 11,9 Prozentpunkte unter den Vorjahreszahlen.
Durch den Anstieg der Inflation verengt sich der Spielraum der Zentralbank, durch niedrigere Leitzinsen oder verringerte Mindestreserven der Banken mehr Geld in die Wirtschaft zu pumpen um die Konjunktur zu stimulieren. Auch hat der Rückgang der Nachfrage nach Waren "Made in China" durch die krisengeplagten Europäer und Amerikaner die Exportwirtschaft schwer getroffen.
Angesichts der schwachen Handelszahlen und der Kontrolle des überhitzten Immobilienmarktes beschrieben Experten das Wachstum von 7,8 Prozent im abgelaufenen Jahr noch als "sehr gut". Im Vergleich zum minimalen Wachstum in Europa und den USA erscheinen solche Wachstumszahlen wie in China auch keineswegs als schlecht, doch sind sie für ein Schwellenland wie China mit seinem großen Nachholbedarf nicht sonderlich hoch. Experten sehen sechs oder sieben Prozent Wachstum als Untergrenze in China, um genügend Arbeitsplätze zu schaffen und Entwicklungsprobleme zu lösen.
Die asiatischen Börsen legten nach Bekanntgabe der Daten deutlich zu, auch in Europa erwarteten Aktienhändler einen Kursschub. Die guten Konjunkturnachrichten stützten zudem die Ölpreise, die gut 20 Cent zulegten.
nck/dpa/dapd
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