Firmen-Übernahmen Chinesen kaufen besonders gerne deutsche Unternehmen

Investoren aus China kaufen gerne in Europa ein - vor allem in Deutschland. Laut einer Studie von Ernst & Young stieg die Zahl chinesischer Übernahmen 2013 auf einen neuen Höchststand. Die Käufer aus Fernost schlagen bevorzugt in der Autobranche und bei Maschinenbauern zu.

Erster Börsentag für Kion (28.6.2013): Gabelstapler im Frankfurter Handelssaal
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Erster Börsentag für Kion (28.6.2013): Gabelstapler im Frankfurter Handelssaal


Stuttgart - In Europa sind deutsche und britische Firmen für Investoren aus China am spannendsten. In beiden Ländern haben sie 2013 jeweils 25 Akquisitionen getätigt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Wirtschaftsberatung Ernst & Young. Insgesamt haben Käufer aus der Volksrepublik und aus Hongkong in Europa demnach im vergangenen Jahr 120 Unternehmen und Firmenbeteiligungen übernommen.

Das Interesse chinesischer Firmen an Europa ist damit in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen. Die Zahl der Abschlüsse hat sich mehr als verdreifacht. 2004 wurden lediglich 34 Investitionen in Europa gezählt, heißt es in der am Freitag veröffentlichten Untersuchung. 2012 war deren Zahl mit 119 Unternehmenskäufen bereits ähnlich hoch wie 2013.

Bemerkenswert sind auch die Präferenzen der Chinesen für bestimmte Branchen. Besonders interessierten sich Käufer aus Fernost 2013 für Firmen aus der Konsumgüterbranche. Dort waren es 21, in der Automobilbranche waren es 13. Außerdem tätigten sie Investitionen in folgenden Bereichen: in der Immobilienbranche zehn, in der Energieversorgung acht, in Handel und Technologie jeweils sieben, in der Finanzbranche sechs, in der Metallverarbeitung sowie in Transport und Logistik jeweils fünf. In weiteren Industriezweigen tätigten sie insgesamt 24 Akquisitionen.

Gerade in Deutschland interessieren sich chinesische Investoren vorrangig für Industrieunternehmen, insbesondere für Maschinenbauer und Automobilzulieferer. Zu den 25 deutschen Unternehmen, in die chinesische Käufer 2013 investiert haben, gehören zum Beispiel der Gabelstaplerhersteller Kion und der Halbleiterhersteller Telefunken Semiconductors.

In Deutschland ist China der Studie zufolge nach den Vereinigten Staaten der größte außereuropäische Investor. Im Gesamtüberblick steht die Volksrepublik damit an sechster Stelle der ausländischen Investoren in Deutschland: nach den USA, Großbritannien, der Schweiz, Frankreich und Österreich.

Auch insgesamt ist Deutschland wieder attraktiver für Investoren aus dem Ausland. Das ergab ein am Dienstag veröffentlichter Bericht der Uno-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad).

bos/dpa

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Seite 1
hesse 31.01.2014
1. Das ist taktisch richtig.
Wo auf der Welt gibt es für fast wertlose Euro ( 0,25 % Zinsen ) soviel Qualität und so dumme Verkäufer.
dr.avalange 31.01.2014
2.
Zitat von sysoppicture alliance / dpaInvestoren aus China kaufen gerne in Europa ein - vor allem in Deutschland. Laut einer Studie von Ernst & Young stieg die Zahl chinesischer Übernahmen 2013 auf einen neuen Höchststand. Die Käufer aus Fernost schlagen bevorzugt in der Autobranche und bei Maschinenbauern zu. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/chinesen-investieren-vor-allem-in-deutschland-und-grossbritannien-a-950370.html
Ich mag lieber Ente in Orangensauce ...
notty 31.01.2014
3.
Zitat von sysoppicture alliance / dpaInvestoren aus China kaufen gerne in Europa ein - vor allem in Deutschland. Laut einer Studie von Ernst & Young stieg die Zahl chinesischer Übernahmen 2013 auf einen neuen Höchststand. Die Käufer aus Fernost schlagen bevorzugt in der Autobranche und bei Maschinenbauern zu. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/chinesen-investieren-vor-allem-in-deutschland-und-grossbritannien-a-950370.html
....und die Deutschen klatschen wohl noch dazu....wenn ihnen internationale Marketleader, wie "PUTZMEISTER" und Co. von der Fahne gehen.... Die Chinesen werden auch DAS Standbein des deutschen Exportes, die Autoindustrie, auf kurz oder lang platt machen..... Das know How fuer Produktion bekommen sie vor Ort on VW/Audi geliefert, Daimler macht auch mit und verpricht sogar R&D in China zu betreiben. China kauft nicht nur Unternehmen, sondern auch hochqualifizierte Ingenieure, Techniker, Designer, Marketingspezialisten....sehr oft die, die an ihre "Altergrenze" gestossen sind (und ein Magnum Know How haben) Die haben hier immer noch nicht den Schuss gehoert.....
Steuerzahler0815 31.01.2014
4.
Wenn man sich mal den angeblichen Unternehmenswert einer Firma wie Facebook ansieht und die dann mit einem Konzern wie der Daimler AG vergleicht wundert einen wenig dass die Chinesen lieber in Deutschland als in der USA investieren
LH526 31.01.2014
5.
Zitat von sysoppicture alliance / dpaInvestoren aus China kaufen gerne in Europa ein - vor allem in Deutschland. Laut einer Studie von Ernst & Young stieg die Zahl chinesischer Übernahmen 2013 auf einen neuen Höchststand. Die Käufer aus Fernost schlagen bevorzugt in der Autobranche und bei Maschinenbauern zu. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/chinesen-investieren-vor-allem-in-deutschland-und-grossbritannien-a-950370.html
Investoren oder Käufer? Welche Rechte haben Investoren? Haben Investoren volle Zugriffe auf Internas und Entwicklungsdetails der Firmen? Ab wann ist es zu befürchten, daß Patente und Wissen nach China abverkauft werden?
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