Immobilien Chinesen kaufen offenbar in großem Stil Wohnungen in Deutschland

Zum ersten Mal haben Chinesen offenbar in großem Umfang Wohnungen in Deutschland gekauft. Einem Bericht zufolge ist der Staatsfonds CIC nun Eigentümer von 16.000 Wohnungen in Berlin und Köln.

Blick auf Köln
DPA

Blick auf Köln


Der chinesische Staatsfonds CIC hat sich einem Bericht zufolge in großem Stil in den deutschen Wohnimmobilienmarkt eingekauft. CIC sei der größte Investor eines von US-Investmentbank Morgan Stanley aufgelegten Fonds, der 16.000 Wohnungen gekauft habe, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Der bisherige Eigentümer der Wohnungen, die BGP Holdings, teilte in einer Pressemitteilung nicht den Käufer mit. BGP hatte zunächst auch einen Börsengang für die Wohnungen geprüft. Die Wohnungen liegen in Berlin, Köln, Kiel und Rendsburg. Das Portfolio hat einen Wert von fast 1,2 Milliarden Euro.

CIC stach dem Bericht zufolge unter anderem große börsennotierte Wohnungsgesellschaften wie Vonovia und Deutsche Wohnen aus, die sich ebenfalls für den Bestand interessiert hatten. CIC und Deutsche Wohnen waren für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Vonovia gab keinen Kommentar ab.

"Das ist der erste große Deal von Chinesen im deutschen Wohnimmobilienmarkt", sagt Ulf van Lengerich, Analyst der Wertpapierhandelsbank Solventis, gegenüber SPIEGEL ONLINE. Seiner Einschätzung nach dürften in Zukunft vermehrt chinesische Investoren auf dem Immobilienmarkt auftreten. Sie würden vermehrt an die Stelle von angelsächsischen Investoren rücken. "Die derzeitigen Renditen von unter fünf Prozent sind für die bisherigen Investoren nicht attraktiv", so van Lengerich. Allerdings werde das Angebot immer knapper: "Der Markt an Angeboten von größeren Portfolios von Wohnimmobilien ist leergefegt."

Bekanntermaßen gehen seit Längerem chinesische Unternehmen verstärkt auf Einkaufstour in Deutschland. Für viel Aufsehen sorgte beispielsweise die Übernahme des Roboterbauers Kuka durch den chinesische Hausgerätehersteller Midea. Zuletzt war der Spezialmaschinenbauer Aixtron durch Fujian Grand Chip Investment übernommen worden.

msc/Reuters



insgesamt 39 Beiträge
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danielc. 21.10.2016
1.
Schönes Bild von Köln, mal nicht mit dem typischen Blick auf den Dom. Etwas anderes ist das mit den chinesischen Investoren, diese versuchen Risiko zu minimieren. Geringe Rendite kann akzeptiert werden, wenn das Verlustrisiko ebenfalls gering ist.
Tuolumne Meadows 21.10.2016
2. Gleiche Marktchancen
Haben europäische Unternehmen auch die Möglichkeit, Immobilienbesitz in China zu erwerben?
deutscher-michel 21.10.2016
3. Vielleicht...
spekulieren die Chineses ja auf einen Zerfall des Euro. Ein "Süd-Euro" würde abwerten, ein "Nord-Euro" aber deutlich aufwerten. Da sind in Yuan gerechntet sicher 50% Gewinn drin.
Circular 21.10.2016
4. Ein Chinese gibt 10% seines Lohns für die Miete aus
Zitat von Tuolumne MeadowsHaben europäische Unternehmen auch die Möglichkeit, Immobilienbesitz in China zu erwerben?
und 50 % fürs Essen. Die Rendite auf Immobilien ist mager und die Bauqualität eher bescheiden.
schlauchschelle 21.10.2016
5. Unterschätzt die Chinesen nicht
Das sage ich schon seit über 20 Jahren. die Chinesen sind schlau. Sie lernen schnell. Man hat den Westen mit billigen Arbeitskräften und null-Standards bei Umwelt und Produktion gelockt, und wir haben unser Wissen und Know-How freigiebig an sie vergeben. In wenigen Jahren / ggf. Jahrzehnten werden die Chinesen die neue Weltmacht zu sein, und das erreichen sie, indem sie sich weltweit in die ausschlaggebenden Positionen bringen. Was dann kommt? Ich fürchte, nichts Gutes....
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