Hersteller-Rangliste Chinesen verdrängen Nokia bei Smartphones

Jahrelang beherrschte Nokia das Handy-Geschäft, jetzt sind die Finnen nicht einmal mehr unter den fünf größten Smartphone-Herstellern zu finden. Nun zog auch das chinesische Unternehmen ZTE an den Finnen vorbei.


Framingham - Bitterer Rückschlag für Nokia: Der chinesische Hersteller ZTE hat den einstigen Handy-Weltmarktführer aus den Top 5 der Smartphone-Anbieter verdrängt. Mit einem Absatzsprung von fast 83 Prozent im Jahresvergleich kletterte ZTE auf den vierten Platz. Das geht aus Zahlen des Marktforschers IDC hervor. Die Stärken der Chinesen liegen bisher vor allem im Heimatland und in anderen Märkten, wo günstige Smartphones gefragt sind.

Als unangefochtener Marktführer verdoppelte Samsung die Verkäufe seiner Computer-Handys auf 56,3 Millionen. Das bedeutet einen Marktanteil von 31,3 Prozent. Apple rangiert mit 26,9 Millionen verkauften iPhones und 15 Prozent des Marktes auf Platz zwei.

Die Zahlen machen deutlich, wie sehr Samsung und Apple den Markt beherrschen und wie wenig Platz sie den anderen Anbietern übriglassen. Panasonic lieferte am Freitag ein weiteres Beispiel dafür: Der Elektronik-Riese erwäge, den europäischen Smartphone-Markt nach nur wenigen Monaten wieder zu verlassen, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Grund sei der zu große Abstand zur Konkurrenz. Panasonic hatte erst im Frühjahr nach jahrelanger Pause wieder ein Smartphone nach Europa gebracht.

Auch im gesamten Handy-Geschäft, bei dem auch einfache Geräte mitgezählt werden, vergrößerte Samsung den Abstand zu Nokia. Die Südkoreaner verkauften laut IDC 105,4 Millionen Mobiltelefone. Mit einem Marktanteil von 23,4 Prozent kam damit nahezu jedes vierte weltweit verkaufte Handy von Samsung. Nokias Absatz sank dagegen um mehr als ein Fünftel auf 82,9 Millionen Telefone, was noch einen Marktanteil von 18,7 Prozent bedeutet.

Nokia war noch zum Start des iPhone 2007 klarer Marktführer auch bei Smartphones und kontrollierte zeitweise mehr als die Hälfte des Geschäfts. Allerdings wurden die Finnen mit ihrem alternden Betriebssystem Symbian danach von den Apple-Handys mit ihrer neuartigen Touchscreen-Bedienung und den vielen Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android überrollt. Samsung ist mit Abstand der erfolgreichste Android-Anbieter, aber auch ZTE und HTC setzen auf das System.

Nokia entschied sich Anfang 2011 für Microsofts Windows Phone als zentrale Smartphone-Plattform. Während der Absatz von Symbian-Geräten schnell fällt, hängt der Smartphone-Marktanteil von Windows auch ein Jahr nach dem Start der ersten Lumia-Smartphones von Nokia im niedrigen einstelligen Prozentbereich fest. In den kommenden Wochen kommen aber neue Smartphones mit der nächsten Programmversion Windows Phone 8 auf den Markt, von denen sich Microsoft und auch Nokia eine Trendwende erhoffen.

cte/dpa



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