Wüstenstrom-Projekt Chinesen wollen bei Desertec einsteigen

Das Solarprojekt Desertec lockt Investoren aus China und aus den USA an. Laut "Financial Times Deutschland" wollen die Firmen Gesellschafter des Industriekonsortiums werden, das den Bau von Solarkraftwerken in Nordafrika koordiniert. Nicht alle Partner sind von dem Interesse der Chinesen begeistert.

Windpark bei Tanger in Marokko: In zwei Jahren könnte Strom nach Europa fließen
dapd

Windpark bei Tanger in Marokko: In zwei Jahren könnte Strom nach Europa fließen


Berlin - Das europäisch-afrikanische Wüstenstrom-Projekt Desertec weckt einem Zeitungsbericht zufolge Begehrlichkeiten in China. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" prüft erstmals ein chinesisches Unternehmen eine Beteiligung, die State Grid Corporation of China (SGCC). Der Vorstoß sei allerdings bei den Projektpartnern umstritten.

Auch US-Firmen haben laut "FTD" ihr Interesse an einem Einstieg bei Desertec angemeldet. Der Solarmodulhersteller First Solar will dem Bericht zufolge Gesellschafter des Industriekonsortiums DII werden. First Solar habe derzeit den Status als assoziierter Desertec-Partner. Die Unternehmen wollten sich zu dem Bericht dazu nicht äußern.

Im Rahmen von Desertec soll vor allem in Wüstenregionen in Nordafrika Solarstrom erzeugt und nach Europa geliefert werden. In der Planungsgesellschaft haben sich mehr als 50 Unternehmen und Organisationen zusammengeschlossen. Im Konsortium sitzen unter anderem die Deutsche Bank Chart zeigen, der Versicherer Munich Re Chart zeigen und die deutschen Energiekonzerne E.on Chart zeigen und RWE Chart zeigen. Vor einem Jahr gab das Konsortium bekannt, man wollte noch 2012 mit dem Bau beginnen. In zwei Jahren könnte dann der erste Strom aus der Wüste nach Europa fließen.

Mit dem Interesse der beiden Firmen wachse die Wahrscheinlichkeit, das künftige Großaufträge an Unternehmen außerhalb des Desertec-Gebiets in Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten gingen, erfuhr die "FTD" aus dem Gesellschafterkreis. "Alle Aufträge müssen nach europäischem Vergaberecht international ausgeschrieben werden", sagte ein Vertreter eines Dii-Anteilseigners.

cte/Reuters

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 866 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
spon-facebook-10000283853 05.11.2012
1. optional
Was SPON (natürlich) verschweigt ... "Wie eigentlich zu befürchten war, erweist sich das Solar-Großprojekt Desertec als Flop und dürfte vor allem finanziell unrentabel sein. Die Idee dahinter war, in der Sahara, wo die Sonne zuverlässig scheint, ein gigantomanisches Spiegel-Kraftwerk („Solarthermik“) zu errichten, und dann von dort den Strom mittels Hoch-Gleichspannungstechnologie (mit Wechselstrom wären die Verluste zu hoch) und durch Mittelmeer-Kabel nach Europa zu transportieren. Ein Projekt, wo sich schon vor ein paar Jahren mancher an den Kopf gegriffen haben mag. So bezeichnete Solarexperte Hermann Scheer schon 2009 die ganze Projektkalkulation als absurd und sah darin vor allem das Ziel, dass sich ein paar Konzerne das Strommonopol bewahren (denn dezentrale private Stromversorgung ist ihnen ein Dorn im Auge)Das Projekt ist jedenfalls teuer, die Finanzierung nicht gesichert, die Rentabilität zweifelhaft. Also keine gute Ausgangsbasis, wenn nicht europäische Staaten einen Teil des Risikos übernehmen. " http://www.foonds.de/article/19580/
ostap 05.11.2012
2. schön
Zitat von sysopAPDas Solarprojekt Desertec lockt Investoren aus China und aus den USA an. Laut "Financial Times Deutschland" wollen die Firmen Gesellschafter des Industriekonsortiums werden, das den Bau von Solarkraftwerken in Nordafrika koordiniert. Nicht alle Partner sind von dem Interesse der Chinesen begeistert. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/chinesen-wollen-bei-desertec-einsteigen-a-865259.html
Dafür will die Schwarz-Geld-Koalition aus der Solarenergie aussteigen. Dann wandert eben der Rest der deutschen Industrie nach China aus.
spon-facebook-10000283853 05.11.2012
3.
Zitat von sysopAPDas Solarprojekt Desertec lockt Investoren aus China und aus den USA an. Laut "Financial Times Deutschland" wollen die Firmen Gesellschafter des Industriekonsortiums werden, das den Bau von Solarkraftwerken in Nordafrika koordiniert. Nicht alle Partner sind von dem Interesse der Chinesen begeistert. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/chinesen-wollen-bei-desertec-einsteigen-a-865259.html
"Doch ob dieser Plan aufgeht, bezweifeln Kritiker: Eine „Fata Morgana“ nennt Hermann Scheer die Initiative der Großkonzerne. In einem Gespräch mit dem „Manager-Magazin-Online“ zerpflückt der Präsident von „Eurosolar“ das „Desertec“-Konzept: „Die Investitionskosten bei Desertec sind absurd“, argumentiert Scheer, „der Aufbau der Anlagen und des Transportnetzes ist ein so gigantisches Unterfangen mit so vielen Beteiligten, dass die Kosten kaum planbar sind.“ Der SPD-Politiker befürchtet, dass die Transitstaaten taktieren werden, „um das Beste für sich rauszuholen.“ Das würde Zeit und Geld kosten. Hinzu kommt: „Die Leitungsverluste über die große Strecke nach Europa wären immens, die technische wie politische Zuverlässigkeit kritisch.“ Die Kraftwerke würden unter „Extrembedingungen“ wie Sandstürme betrieben, die Wartungskosten seien nicht vergleichbar mit bekannten Anlagen. Warum lassen sich dann gewinnorientierte Konzerne auf ein solches Projekt ein? Scheer: „Diese Konzerne verfolgen das Ziel, die Strukturen der heutigen Energieversorgung in das Zeitalter der erneuerbaren Energien zu verlängern.“ „Desertec“ bedeute Strom von einem einzelnen Konsortium, „das Produktionsanlagen wie Transportleitungen kontrolliert.“ Scheers Fazit: „Es ist ein Weg, auch Solarstrom unter Monopolbedingungen herzustellen.“ Zukunft erneuerbarer Energie (4): Desertec oder die Debatte um Wüstenstrom - Seite 2 | Utopia.de (http://www.utopia.de/magazin/erneuerbare-energie-projekt-desertec-debatte-ueber-wuestenstrom-solarkraftwerk-sahara?p=2)
billger 05.11.2012
4.
Zitat von sysopAPDas Solarprojekt Desertec lockt Investoren aus China und aus den USA an. Laut "Financial Times Deutschland" wollen die Firmen Gesellschafter des Industriekonsortiums werden, das den Bau von Solarkraftwerken in Nordafrika koordiniert. Nicht alle Partner sind von dem Interesse der Chinesen begeistert. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/chinesen-wollen-bei-desertec-einsteigen-a-865259.html
Das wird wohl wie immer kommen: Wir (Europa) haben die Idee, Deutschland zahlt, die Anderen (China, USA) kassieren.
EchoRomeo 05.11.2012
5. Kaum zu glauben
kaum haben europäische Firmen das ganz große Faß aufgemacht und wollen es leerfressen, schon stehen andere Heißhungrige auf dem Spielfeld und wollen auch ihren Anteil. Wundert nicht wirklich, Freibier macht durstig.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.