Kriselnder Chip-Hersteller: AMD streicht fast jede sechste Stelle

Die Krise der Computerchip-Branche verschärft sich: Der zweitgrößte Hersteller, AMD, will weltweit 1600 Jobs abbauen. Dem Unternehmen macht vor allem der Boom von Tablet-PCs zu schaffen.

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DPA

Chip-Hersteller AMD: Weitere 1600 Stellen gestrichen

Sunnyvale - Der zweitgrößte Chip-Hersteller der Welt, AMD, will sich von einem Sechstel seiner Belegschaft trennen, um seine Verluste im Geschäft mit Computerchips zu begrenzen. Bis Jahresende sollen 1600 der weltweit gut 11.000 Jobs bei AMD wegfallen. Erst im vergangenen Jahr hatte AMD 1200 Stellen gestrichen.

Damit reagiert das Unternehmen auf einen erneuten Quartalsverlust von 157 Millionen Dollar. Der Umsatz sackte im Jahresvergleich um ein Viertel auf 1,27 Milliarden Dollar ab. Für das laufende Quartal erwartet das Unternehmen einen weiteren Umsatzrückgang um neun Prozent.

AMD leidet unter der nur noch langsam steigenden Nachfrage nach herkömmlichen Computern. Auch Marktführer Intel hatte kürzlich schlechte Zahlen vorgelegt. Von dem Boom von Smartphones und Tablet-PCs wie Apples iPad profitiert AMD dagegen nicht. Hier dominiert der britische Chip-Entwickler ARM den Markt.

Der Jobabbau bei AMD könnte daher weitergehen: Im ersten Halbjahr 2013 werde es weitere Schritte zur Umstrukturierung geben, kündigte das Unternehmen an. Wegen der zu erwartenden Abfindungen für entlassene Mitarbeiter könne das eine "erhebliche" finanzielle Belastung mit sich bringen - ein Zeichen dafür, dass eine weitere radikale Aktion bevorstehen könnte.

In Deutschland dürfte der Stellenabbau aber begrenzt bleiben: Die Dresdner Werke des Unternehmens mit einst etwa 3.000 Mitarbeitern wurde bereits 2009 in eine Tochtergesellschaft ausgelagert. AMD selbst betreibt dort nur noch eine Forschungseinrichtung mit 40 Beschäftigten.

ade/afp

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