Zypern Präsidentin des Rechnungshofs wird Zentralbankchefin

Neue Chefin für Zyperns Zentralbank: Das Land hat am Dienstag die Ökonomin Chrystalla Georghadji für den Posten nominiert. Damit zieht die bisherige Rechnungshofpräsidentin automatisch in den EZB-Rat ein, in dem außer ihr noch eine weitere Frau sitzt.

Chrystalla Georghadji: Zweite Frau im EZB-Rat
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Chrystalla Georghadji: Zweite Frau im EZB-Rat


Hamburg/Nikosia - Die Leitung der zyprischen Notenbank (Bank of Cyprus) übernimmt künftig Chrystalla Georghadji. Die 58-Jährige soll am 11. April Nachfolgerin von Panicos Demetriades werden, teilte das Büro von Präsident Nikos Anastasiades mit.

Georghadji war bislang Rechnungshofpräsidentin des Inselstaats, das Amt hat sie seit 1. Dezember 1998 inne. In dieser Position erwarb sie den Ruf einer entschlossenen Korruptionsbekämpferin. Nach ihrem Wechsel an die Spitze der Notenbank wird sie automatisch als Vertreterin Zyperns in den Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) einziehen, der über die Zinspolitik im Euro-Raum entscheidet. Außer ihr sitzt noch eine weitere Frau in dem Gremium: Die Bundesrepublik wird dort seit einigen Wochen von der deutschen EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger vertreten, nachdem der Rat lange Zeit eine reine Männerdomäne war.

Laut Website des zyprischen Rechnungshofs hat Georghadji Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten Athen und Southhampton in Großbritannien studiert. Ihren Master absolvierte sie an der Universität Chicago in den USA. Von 1981 bis 1995 arbeitete sie demnach auf verschiedenen Posten in Zyperns Finanzministerium; anschließend übernahm sie die Leitung der zyprischen Versicherungsaufsicht.

Der bisherige Zentralbankchef Demetriades hatte am Montag seinen Rücktritt angekündigt und persönliche Gründe für den Schritt angegeben, der seit langem erwartet worden war. Demetriades soll außerdem auf eine schwierige Zusammenarbeit mit anderen Vorstandsmitgliedern des Instituts verwiesen haben. Lokale Medien berichteten außerdem über Uneinigkeiten zwischen dem Notenbankchef und Anastasiades. Mitarbeiter des konservativen Präsidenten hatten Demetriades offenbar für Fehler verantwortlich gemacht, die Zypern im vergangenen Jahr kurz vor den Staatsbankrott brachten.

Das Land ist wirtschaftlich noch immer schwer angeschlagen. Die Wirtschaft schrumpfte Ende vergangenen Jahres zum Vorquartal um 0,8 Prozent und steckt damit weiter in der Rezession. Wie drastisch der Wirtschaftseinbruch ausfällt, zeigt der Vergleich zum Vorjahreszeitraum: Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im letzten Quartal 2013 binnen Jahresfrist um 5,0 Prozent

bos/dpa/Reuters

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