Steuerreform Cisco bringt Großteil der Auslandsreserven in die USA

Cisco reicht die Ersparnisse durch die Steuerreform an seine Anleger weiter: Der Netzausrüster will 67 Milliarden Dollar aus dem Ausland in die USA holen.

Cisco-Router
REUTERS

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Die US-Steuerreform sorgt dafür, dass viele US-Unternehmen ihre Auslandsgewinne wieder ins Heimatland bringen. Der Netzwerkspezialist Cisco will nun Geldreserven von 67 Milliarden Dollar in die USA holen.

Die Summe solle zu einem großen Teil an die Aktionäre ausgeschüttet werden, kündigte das Unternehmen in der Nacht zum Donnerstag an. So sollen 25 Milliarden Dollar in einen Aktienrückkauf fließen.

Damit zeichnet sich immer mehr ab, dass die Reform zwar viele Milliarden an Auslandsgewinnen amerikanischer Firmen in die USA bringt - diese aber größtenteils nicht in die einheimische Produktion investiert werden.

Steuerreform sorgt für Verlust

US-Präsident Donald Trump hatte die größte Steuerreform seit mehr als 30 Jahren im Dezember durch seine Unterschrift in Kraft gesetzt. So sinkt die Körperschaftsteuer auf 21 von bisher 35 Prozent.

Bisher mussten auf die Auslandsgewinne erst Steuern bezahlt werden, wenn sie in die USA überwiesen wurden. Angesichts des bisherigen hohen Steuersatzes machten viele Unternehmen von der Möglichkeit Gebrauch, das Geld bis auf weiteres im Ausland zu lassen. Cisco hatte zuletzt Geldreserven von rund 74 Milliarden Dollar, mehr als 70 Milliarden davon befanden sich außerhalb der USA.

Bei Cisco sorgte die Steuerreform im vergangenen Quartal allerdings zunächst für tiefrote Zahlen. Für die im Ausland angesammelten Gewinne verbuchte der Konzern eine einmalige Abgabe von 11,1 Milliarden Dollar. Dadurch ergab sich für das Ende Januar abgeschlossene zweite Geschäftsquartal ein Verlust von rund 8,8 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis legte allerdings um sechs Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar zu.

Umbau sorgt für Wachstum

Erstmals seit eineinhalb Jahren konnte der Netzwerkausrüster im vergangenen Quartal wieder ein Wachstum vorweisen. Der Umsatz stieg um knapp drei Prozent auf rund 11,9 Milliarden Dollar. Damit übertraf Cisco die Erwartungen der Analysten.

Damit trägt der Umbau des Konzerns erste Früchte. Cisco will sich mehr auf Software konzentrieren. Der Konzern profitierte unter anderem von seinen Investitionen in Sicherheitsangebote und Anwendungen für die Vernetzung von Geräten im sogenannten Internet der Dinge. Die Aktie legte im nachbörslichen Handel am Mittwoch mehr als fünf Prozent zu.

Das Unternehmen mit den größten Reserven, Apple, will einen Großteil seiner Auslandsreserven von rund 250 Milliarden Dollar in die USA bringen. Auch der iPhone-Konzern deutete bereits an, dass man großzügig an die Aktionäre ausschütten werde. Auf eine üppige Sonderdividende sollten die Anteilseigner sich allerdings keine Hoffnungen machen. Er sei "kein Fan" solcher Schritte, sagte Apple-Chef Tim Cook diese Woche bei der Hauptversammlung.

brt/dpa/Reuters



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Andreas1979 16.02.2018
1. Das Geld fließt vielleicht nicht in die Produktion,
Doch im Gegensatz zu den Cayman Islands wird das Geld wieder in den Wirtschaftsumlauf gebracht. Das bedeutet, das Geld kann/bzw. wird von dem Aktionär bzw. Aktionäre, in den Umlauf gebracht und dient der Allgemeinheit, womöglich.
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