NSA Cisco-Chef verteidigt Konzern gegen Spionage-Vorwurf

Hat der IT-Ausrüster Cisco mit dem Geheimdienst NSA kooperiert? Im SPIEGEL-Interview weist der neue Firmenchef Chuck Robbins den Vorwurf zurück - und erklärt die Position seines Unternehmens.

Cisco-Chef Chuck Robbins: "Wir geben keine Quellcodes heraus"
REUTERS

Cisco-Chef Chuck Robbins: "Wir geben keine Quellcodes heraus"


Chuck Robbins, neuer Chef des amerikanischen Netzwerkausrüsters Cisco, wehrt sich gegen Übergriffe des Geheimdienstes NSA. "Wir haben dazu eine ganz klare Position: Wir gewähren Regierungen und anderen Organisationen weder Hintertüren zu unseren Produkten noch geben wir unsere Quellcodes heraus", sagte Robbins dem SPIEGEL.

Die Loyalität zu seinen Kunden sei Cisco wichtiger als die Sicherheitsinteressen der USA, betonte Robbins. Er wies außerdem Vorwürfe zurück, mit dem Geheimdienst zu kooperieren.

Im Zuge der NSA-Affäre war ein Foto aufgetaucht, das ein Cisco-Paket zeigt, wie es in einer geheimen NSA-Werkstatt abgefangen und mutmaßlich mit Überwachungstechnik versehen wird.

Cisco ist der weltweit größte Lieferant von IT-Infrastruktur. Das kalifornische Unternehmen stattet Firmennetzwerke mit Routern und Verteilerboxen aus. Robbins wird am Sonntag Nachfolger des langjährigen Vorstandschefs John Chambers.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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insgesamt 20 Beiträge
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Seite 1
smilingone 25.07.2015
1. Es
gibt ausreichend gute Anbieter auf diesem Markt. Keine chinesischen und keine amerikanischen Netzwerk-Produkte ...und schon sind wir alle glücklicher!
zeitloss 25.07.2015
2. Unglaubwürdig
Was soll der Mann auch anderes erzählen. Alles Andere wäre das Ende der Firma und als "Neuer" kann er ja auch nicht alles wissen.
Siggi_Paschulke 25.07.2015
3. Recht hatta!
Es ist ja nicht gelogen, wenn die IT nach Auslieferung veraendert wird, oder? Dass nichts dagegen getan wird, ist eher das Problem. Also, nach Erhalt erstmal mindestens Firmwarereset :-), wahrscheinlich wird aber noch weiter eingegriffen, sonst braeuchte man ja keinen physischen Zugriff auf die Geraete. Brave new world!
hackebeil20 25.07.2015
4. der Schaden für die USA
der Schaden der durch solche Spähattacken für die Volkswirtschaft der USA entsteht, ist weit schlimmer als jeder Terrorangriff. Was passiert, wenn eines Tages niemand mehr amerikanische IT Technik kauft, weil ihr nicht zu trauen ist?? Wer bezahlt das? Cisco sollte den Staat verklagen auf Schadensersatz.
Atheist_Crusader 25.07.2015
5.
"Wir haben dazu eine ganz klare Position: Wir gewähren Regierungen und anderen Organisationen weder Hintertüren zu unseren Produkten noch geben wir unsere Quellcodes heraus" Ist ja nicht so, dass man sie zwingen könnte, genau das zu tun. Und hinterher auch noch genau das zu verleugnen. Wen Geschäftsinteressen und die Sorge um rechtliche Konsequenzen den selben Weg vorgeben, dann hält man natürlich die Klappe.
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