Berlin - Der Betriebsrat der Commerzbank stellt sich auf heftige Auseinandersetzungen mit dem Arbeitgeber ein. Nach Angaben der Arbeitnehmervertreter sollen im defizitären Privatkundengeschäft der Bank bis zu 30 Prozent der Stellen wegfallen und die verbleibenden Mitarbeiter teilweise deutlich schlechter bezahlt werden. "Die Pläne sind für uns nicht einmal verhandelbar, da muss sich der Arbeitgeber erst einmal bewegen", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Uwe Tschäge der "Welt".
Nach Angaben der Arbeitnehmervertreter will die Bank nicht nur 4000 bis 6000 Stellen streichen, sondern verbleibende Mitarbeiter teilweise auch in niedrigere Tarifgruppen einordnen. Daraus ergäben sich Gehaltseinbußen von mehreren hundert Euro pro Person und Monat. "Gegen diese Pläne wird es von uns erheblichen Widerstand geben, aus unserer Sicht ist das ein klarer Tarifbruch", sagte Tschäge. Eine Banksprecherin wollte sich zu den angeblichen Umgruppierungsplänen nicht äußern.
Die Betriebsräte werfen der Bankführung zudem schlechten Stil vor. Der Konzern hatte am Donnerstag bekannt gegeben, bis zu 6000 Vollzeitstellen bis zum Jahr 2016 streichen zu wollen. Damit bestätigten sich Angaben, die schon vorher kursierten. Bereits zuvor hatte Commerzbank-Privatkundenvorstand Martin Zielke gesagt, der Abbau könnte geringer ausfallen, wenn die Arbeitnehmer der Bank entgegenkämen. Etwa, indem sie längere Öffnungszeiten akzeptierten. "Wir fühlen uns durch das Vorgehen brüskiert", sagte Tschäge. "Bereits über die Medien Druck aufzubauen, noch ehe man mit den zuständigen Gremien gesprochen hat, das gehört sich nicht."
yes/dapd
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