Commerzbank Bundesregierung will Managern Gehaltserhöhung ausreden

Veto gegen höhere Gehälter: Die Bundesregierung will nach SPIEGEL-Informationen verhindern, dass sich die Führung der Commerzbank eine bessere Vergütung gönnt und Bonuszahlungen wieder einführt. Sie setzt auf das Einlenken der Banker. "Alles andere wäre ein Eklat", sagte ein hoher Beamter.

Logo der Commerzbank in der Frankfurter Zentrale: Managern ins Gewissen reden
ddp

Logo der Commerzbank in der Frankfurter Zentrale: Managern ins Gewissen reden


Hamburg - Zwischen der Führung der Commerzbank und der Bundesregierung gibt es nach SPIEGEL-Informationen einen Konflikt wegen Plänen der Bankmanager für eine höhere Vergütung. Die Regierung will verhindern, dass Vorstand und Aufsichtsrat des teilverstaatlichten Instituts die Vorstandsgehälter erhöhen und Bonuszahlungen wieder einführen.

Ein entsprechender Vorschlag beider Führungsgremien steht am Mittwoch dieser Woche auf der Tagesordnung der Commerzbank-Hauptversammlung. Danach soll die Vergütung von Vorstandsmitgliedern von 500.000 Euro auf 750.000 Euro im Jahr steigen. Zusätzlich sollen auch Boni bis zu zwei Millionen Euro ausgezahlt werden.

Die Bundesregierung jedoch interveniert. Ihrer Einschätzung zufolge verstoßen die Vorschläge gegen Regelungen zur Bankenrettung. Kreditinstitute, die während der Finanzkrise Hilfe vom Bund bekamen, müssen die Verdienste ihres Spitzenpersonals bei 500.000 Euro deckeln.

Kanzleramt und Finanzministerium stehen auf dem Standpunkt, dass die Gehälter auf diesem Niveau eingefroren bleiben sollten, solange die Bank nicht begonnen hat, staatliche Finanzspritzen zurückzuzahlen. Die Commerzbank erhielt in der Finanzkrise 18 Milliarden Euro vom Bund, der mit 25 Prozent an dem Institut beteiligt ist.

Der Chef des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin), Hannes Rehm, soll den Konflikt zwischen Politikern und Bankern nun lösen. Regierungsvertreter haben ihn beauftragt, der Bankspitze ins Gewissen zu reden. Der Vorstand soll dazu gebracht werden, den Punkt von der Tagesordnung der Hauptversammlung zu nehmen. Die Bundesregierung zeigte sich zuversichtlich, ihren Willen durchzusetzen. "Alles andere wäre ein Eklat", sagt ein hoher Regierungsbeamter.

Die Commerzbank hatte erst vor wenigen Tagen mit einem Quartalsgewinn überrascht. Nach gut zwei Jahren kehrte das schlingernde Institut mit einem Gewinn vor Steuern von 771 Millionen Euro in die schwarzen Zahlen zurück.

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AndyH 23.01.2010
1.
Zitat von sysopWeniger Eigenhandel, eine Strafsteuer und - im Extremfall -Zerschlagung: US-Präsident Barack Obama will die Banken zügeln. Braucht die Finanzbranche wirklich mehr Regulierung?
Ja, braucht. Und ja, Obama wird auch damit scheitern.
Klaus.G 23.01.2010
2. Nix mit Regulierung
solange die Parteien am Tropf der Banken hängen und von deren Spenden abhängig sind wird sich nie was ändern. Alle außer der Linken werden gut dotiert und darum wird sich nix ändern denn dann würde man den Banken in die Quere kommen was ja niemand will.Auch Obama wird scheiten, zu groß die Macht der Banken und deren Verflechtung mit der Politk. Glückauf.
soziale qualität 23.01.2010
3. Ein bisschen regulieren wird nicht reichen
Um aus der Boom - Krise - Falle auszubrechen wird es klare Grenzen brauchen. Ganz wichtig wäre ein Verbot der Kickbacks und Boni. Die Banker haben sich mit diesen 'Tools' eine Schmiergeldlegalisierung herausgenommen die sich zum erfolgreichen Erpressungswerkzeug entwickelt hat. Es wird auch eine Steuer auf internationalen Finanztransaktionen brauchen und einen globalen Plan zur Austrocknung der Steueroasen. Weitere wichtige Grundlagen zum Thema: www.oekonomiefueralle.blogspot.com
Adran, 23.01.2010
4.
ist nur die Rückkehr zum *Glass-Steagall Act* klick (http://de.wikipedia.org/wiki/Glass-Steagall_Act) also nichts neues, sondern ehr sehr altes..bewertes..
Jordan Sokoł 23.01.2010
5. Die Zerschlagung droht so oder so!
Zitat von sysopWeniger Eigenhandel, eine Strafsteuer und - im Extremfall -Zerschlagung: US-Präsident Barack Obama will die Banken zügeln. Braucht die Finanzbranche wirklich mehr Regulierung?
Bezogen auf unsere bundesdeutschen Verhältnisse, muß den Bankmanagern und deren Unterstützern in der Politik klarge- macht werden, daß sie unter Umständen von einem entfessel- ten Volk (z)erschlagen werden, wenn sie sich nicht endlich vernünftigen Beschränkungen und strafbewährten Regeln unterwerfen. Unsere Bundeskanzlerin kann sich bezüglich ihrer unver- zeihlichen Zurückhaltung gegenwärtig nur auf ein einziges Argument berufen: "Ich/wir halten uns zurück, bis die Verursacher der Finanzkrise (USA, GB) regelnd in die Finanzmärkte eingreifen." Frau Merkel, die USA, England und Frankreich sind im Gegen- satz zu Ihnen sichtlich bemühter, um dem ausufernden Ge- schäftsgebaren der Finanzmanager die notwendigen Stop- zeichen vor die Nasen zu setzen. - Nun lassen Sie mal den Koch mit seinen bewußt nicht publizierten bankspezifischen Regionalinteressen rechts liegen und besinnen sich auf das Wohl des Volkes in seiner Gesamtheit! Jordan Sokoł
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